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Heidi Klum "Ich wünschte, ich hätte mir mehr Spaß gegönnt"

Heidi Klum 
© Getty Images
Immer fröhlich, immer gut gelaunt: So kennt man Heidi Klum. Dabei war sie früher keine Partygängerin, wie sie jetzt verrät. Vom schweren Karrierestart bis zu ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau. 

Wir glauben sie hundertprozentig zu kennen, weil sie uns schon so lange begleitet. Wir bewundern sie für ihre Fröhlichkeit, ihre Vielseitigkeit, ihre Disziplin - und nicht zuletzt für ihren Mega-Erfolg. Nach Quotenhits wie "Germany's next Topmodel", "America's Got Talent" und "Project Runway" landet sie mit "Making The Cut" aktuell den nächste Coup. Die neue Amazon-Show ist in 200 Ländern zu sehen, hat mit Naomi Campbell, Carine Roitfeld, Chiara Ferragni, Nicole Richie und Designer Joseph Altuzarra eine hochkarätige Fashion-Jury und vergibt am Ende eine Million Dollar Preisgeld.

Heidi Klum: Sie spricht offen und ehrlich über ihr Leben

Was anders ist als bisher: Heidi wirkt plötzlich viel nahbarer. Auch im exklusiven Interview zeigt sie sich nun von einer anderen Seite. Nachdenklich - und entwaffnend ehrlich. Vielleicht ist das Heidis Geheimnis: Wenn man glaubt zu wissen, wie sie tickt, überrascht sie einen aufs Neue. Mit 46 Jahren ist sie in allen Bereichen ihres Lebens auf dem Olymp angekommen. 

Beruflich läuft es bestens, sie hat Fans auf der ganzen Welt. In den USA sind manche so verrückt nach der gebürtigen Bergisch Gladbacherin, dass sie sich sogar ihr Gesicht auf den Körper tätowieren lassen, erzählt sie. In der Ehe mit Tom Kaulitz, 30, schwebt sie auf Wolke sieben, und mit ihren vier Kindern ist sie ein eingespieltes Team. Selbst im Umgang mit Ex-Ehemann Seal, 57, haben sich die Wogen geglättet.

Modebranche ist "rücksichtslos"

An ihre Anfänge als Model kann sich Heidi sehr gut erinnern. "Ich war 1992 eines der wenigen Mädchen, das Brüste, Hüften und ein großes Lächeln im Gesicht hatte", erzählt sie. "Damals war Grunge im Trend, und alle waren sehr dünn. Ich dagegen hatte Kurven und war immer fröhlich. Daher war ich in Mailand, London und Paris leider nicht sehr erfolgreich." Die Zurückweisungen hätten sie aber nur stärker gemacht, bilanziert sie. Das Mode-Business sei allerdings auch heute noch, im scheinbar grenzenlosen Zeitalter von Diversity und Plus Size, von älteren und Transgender-Models - immer noch "rücksichtslos".

Das beschäftigt Heidi umso mehr, da ihre Tochter Leni, 15, gern in ihre Fußstapfen treten würde, wie sie "People" verriet. Ihre Älteste wolle dabei "ihr eigenes Ding machen". Den starken Willen hat Leni wohl von ihrer Mama geerbt. Auch Heidi Klum hatte schon früh ihren eigenen Kopf, war immer ehrgeizig. Zwar liebte sie das Tanzen - in Lenis Alter träumte sie sogar von einer Profi-Karriere -, aber sie ging kaum aus. "Ich mochte keine Partys. Ich wünschte, ich hätte mir mehr Spaß gegönnt. Andere waren bis fünf Uhr morgens im Club, ich blieb zu Hause. Auch am Wochenende habe ich gearbeitet. Ich war fokussiert auf meine Karriere und sehr diszipliniert."

Funkstille mit früherem Freund Donald Trump

Stubenhockerin Heidi? Mittlerweile undenkbar. Ihre Halloween-Partys sind legendär und für viele Stars ein Muss. Auch Donald Trump war einst unter den Gästen. "Wir waren befreundet, bevor er Präsident wurde. Ich war auf seiner Hochzeit mit Melania, und wir sind auch zusammen in den Urlaub gefahren." Doch der Kontakt riss ab. 2015 ätzte Trump öffentlich gegen Heidi: Auf einer Skala von eins bis zehn sei sie keine zehn mehr. Sie konterte mit einem Instagram-Video und dem Hashtag #HeidiTrumpsTrump, zu deutsch: "Heidi übertrumpft Trump". Seitdem herrscht Funkstille.

Heidi Klum mit Melania und Donald Trump 
Heidi Klum mit Melania und Donald Trump 
© Getty Images

Bei ihren Kindern versteht Heidi nicht immer so viel Spaß. Wie jede Mutter treibt auch sie immer wieder mal der Zweifel um, ob sie alles richtig macht. Sie wandle bei den Kids auf dem schmalen Grat zwischen guter Freundin und Autoritätsperson, sagt sie. "Du musst auch streng sein. Es ist schwierig: Einerseits willst du, dass deine Kinder dir etwas anvertrauen, und gleichzeitig sind sie eigene Persönlichkeiten und brauchen ihre Geheimnisse." Leni sei mitten in der Pubertät und werde langsam flügge. Doch daran, dass auch ihre Kinder irgendwann ausziehen werden, mag Heidi gar nicht denken. "Und ich hoffe, dass sie auch dann noch Zeit mit mir verbringen wollen, wenn sie ihr Nest verlassen haben." Heidi Klums Trennung von Sänger Seal im Jahr 2014 war für die Familie nicht einfach. "Wenn du dich trennst und die ganze Welt kriegt es mit, ist das nicht so toll", so Heidi. Heute klappt es zwischen den beiden relativ gut. Für die Kinder haben sie sich zusammengerauft, auch wenn Seal seinen jüngeren Nachfolger Tom anfangs nicht akzeptieren konnte.

"Meine Mama hat mir früh beigebracht, mich von niemandem abhängig zu machen"

Doch ihre Kinder Leni, Lou, 10, Henry, 14, und Johan, 13, lieben ihren Bonus-Daddy, der alles mitmacht. Heidi im britischen Magazin "Red": "Ich bin glücklich und dankbar, dass Tom mit meinen Kindern cool ist und sie mit ihm." Eigentlich, versichert sie, habe sie nie wieder heiraten wollen. Doch sie habe nie daran gezweifelt, dass sie sich neu verlieben würde. "Ich glaube an die Liebe. Da war immer ein Feuer in meinem Herzen, das mir gesagt hat: Suche weiter, und es wird klappen! Nur weil eine Sache misslingt, muss es nicht wieder schiefgehen." 

Mit dem Tokio-Hotel-Gitarristen Tom Kaulitz ist Heidi Klum seit 2018 zusammen, voriges Jahr heirateten sie auf Capri. Ihren 16 Jahre jüngeren Mann bezeichnet sie als ihren "ersten richtigen Partner" im Leben. "Ehrlichkeit ist sehr wichtig. Miteinander zu reden, zuzuhören, was der andere braucht. Verständnisvoll und freundlich miteinander umzugehen." Das Paar ist unzertrennlich, dennoch legt Heidi auch in der Beziehung Wert auf Eigenständigkeit. "Meine Mama hat mir früh beigebracht, mich von niemandem abhängig zu machen. 'Wenn du auf eigenen Beinen stehst, musst du niemanden um etwas bitten', hat sie mir eingeschärft." Diesen Rat hat sie sich zu Herzen genommen.

Gala

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