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Hayley Hasselhoff Die Retterin der Familienehre


Ihr Vater machte mit seinem Beach-Body in den Neunzigerjahren Karriere - und stürzte dann ab. Jetzt startet Hayley Hasselhoff als begehrtes Plus-Size-Model durch

Size Zero? Ein perfekter Body, wie ihn Pamela Anderson einst an der Seite von Beach-Beau David Hasselhoff, 61, präsentierte? Muss nicht sein, findet Hayley Hasselhoff, 21. Die Tochter der "Baywatch"-Legende steht zu ihren Kurven und macht damit sogar Karriere: Beim "British Plus Size Fashion Weekend" in London lief sie kürzlich für gleich 13 Designer über den Laufsteg. Und beim Pariser Plus-Size-Modewochenende im Mai wird sie die offizielle Botschafterin. Der Name Hasselhoff hat einen guten Klang in der Fashion-Welt. Aufgewachsen ist Hayley in Hollywood, denn auch ihre Mutter Pamela Bach (sie und David Hasselhoff ließen sich 2006 scheiden) ist Schauspielerin. Hayley bekam von klein auf alle Höhen und Tiefen eines Lebens in der Öffentlichkeit mit: den Aufstieg ihres Vaters zur TV-Legende ebenso wie später die Abstürze des bekennenden Alkoholikers. In Los Angeles sprach "Gala" nun mit ihr über Showbiz und Selbstbewusstsein, über Vorurteile - und ihren Daddy.

Heute London, morgen Paris: Es läuft super für Sie. Wann hat Ihre Modelkarriere eigentlich angefangen?

Als ich 14 war. Der Agent meines Vaters fragte mich damals, ob ich modeln will. Schon kurz darauf wurde ich bei einer Agentur angemeldet.

Ging es von Anfang an um Plus Size?

Ich war immer von Frauen umgeben, die Kurven hatten und einen guten Körper. Zu ihnen habe ich aufgeschaut und gedacht: Wow, hoffentlich sehe ich eines Tages auch so aus! Teenager zweifeln ja oft an sich selbst. Ich hatte das Glück, mich wohl zu fühlen mit den Veränderungen, die mein Körper damals durchmachte.

Haben Sie den Druck gespürt, immer perfekt aussehen zu müssen?

Nein. Meine Familie und meine Freunde haben mir das Gefühl gegeben, dass ich meinen Körper so akzeptieren kann, wie er ist. Ich habe früh gelernt, dass es besser ist, man selbst zu sein, anstatt sich ständig zu verbiegen.

Was möchten Sie Frauen vermitteln, die ebenfalls nicht Size Zero tragen?

Alles, was zählt, ist, dass man sich selbst liebt.

Gibt es Vorurteile, mit denen Sie gern aufräumen würden?

Viele Menschen glauben, dass Plus-Size-Models nicht trainieren und auch nicht auf ihre Ernährung achten. Aber das tun wir. Wir sind sehr körperbewusst. Wir lassen uns nicht gehen.

Ihre Eltern sind beide im Showbusiness. Hat Ihnen das geholfen?

Ich habe davon profitiert, dass meine Eltern - unter Beobachtung der Öffentlichkeit - Fehler gemacht haben und ich dann sehen konnte, wie sie damit umgehen. Mal gut, mal weniger gut. Ich habe daraus Schlüsse für mein eigenes Leben gezogen. Es ist wichtig, seinen persönlichen Weg zu finden, um am Ende sein Ziel zu erreichen. Generell lebe ich unbekümmert. Aber es gibt nicht viele Menschen, die ich ganz nah an mich ranlasse. Meine Familie und meine engen Freunde wissen alles über mich, das ist mir wichtig. Was andere denken oder schreiben, ist mir egal. Wer völlig unbedarft in dieses Business einsteigt, hat es sicher schwerer: Man muss dann mit all den üblichen Schlagzeilen und Gerüchten zurechtkommen, ohne dass man vorab weiß, wie es ist, mit so was konfrontiert zu werden.

Hat Ihr Vater Ihren Berufswunsch unterstützt?

Er hat mir erlaubt, einen eigenen Agenten zu nehmen, damit ich meine Karriere aufbauen kann. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Wie nah stehen Sie Ihren Eltern heute?

Ich spreche jeden Tag mit meinem Vater und meiner Mutter, rede mit ihnen über meine Erlebnisse und Erfahrungen. Meine gesamte Familie unterstützt mich bei allem, was ich mache. Wie gesagt: Dafür bin ich mehr als dankbar. Denn das ist nicht selbstverständlich.

Was war der beste Ratschlag, den Ihr Vater Ihnen je gegeben hat?

Meine Eltern haben mir gesagt, dass ich meinem Herzen folgen soll, auch wenn nicht alles klappen wird. Papa sagt immer: Man muss es wenigstens versuchen.

Andreas Renner Mitarbeit: Janina Kirsch Gala

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