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Hardy Krüger jr. "Ich darf auch wieder glücklich sein"

Hardy Krüger jr.
Hardy Krüger jr.
© imago images
Als sein Sohn starb, wäre Hardy Krüger jr. fast zerbrochen. In GALA sagt er, wie er gelernt hat, mit diesem Verlust zu leben.

Es ist bald zehn Jahre her. Und für Hardy Krüger jr., 52, noch immer nicht wirklich fassbar. Im Juli 2011, am Morgen nach seiner Taufe, lag der kleine Paul-Luca leblos in seinem Bettchen. Der Sohn des Schauspielers starb mit acht Monaten am plötzlichen Kindstod. Das Schreckensszenario aller jungen Eltern. Hardy Krüger jr. spricht selten öffentlich über diesen Tag und die dunkle Zeit, die ihm folgte. Inzwischen, das merkt man in unserem Gespräch, hat er einen Weg gefunden, mit dem Verlust umzugehen.

Hardy Krüger jr. im GALA-Interview

GALA: Wenn Sie heute an den 10. Juli 2011 denken – was geht Ihnen da durch den Kopf?
Hardy Krüger jr.: Der erste Moment ist immer schrecklich. Diese Bilder gehen nie mehr aus dem Kopf, als Paul-Luca nicht mehr aufwachte. Und sie kommen natürlich immer wieder, nicht nur an seinem Geburtstag oder dem Todestag. Ich denke immer, dass Paul-Luca nicht leiden musste. Er wollte eben eine Zeit lang bei uns auf der Erde vorbeischauen, und jetzt ist er wieder da oben im Himmel.

Hat sich Ihre Lebenseinstellung seitdem verändert?
Ja, man bekommt einen ganz anderen Blick auf den Tod. So paradox es klingt, aber mir hat dieser Verlust die Angst vor dem Tod genommen.

Sind Sie an diesem Verlust gewachsen?
Ja, ich bin sogar über mich hinausgewachsen. Natürlich habe ich das Jahr unmittelbar danach gesundheitlich gelitten. Für Hinterlassene ist es eine Tragödie. Ich habe mich fast totgesoffen. Heute weiß ich: Das Leben bedeutet Konfrontation und eben nicht einfach weglaufen. Mittlerweile hat der Schmerz etwas Beruhigendes für mich. Ich weiß, dass es Paul-Luca da oben gut geht. Und ich nehme die Herausforderung an, mein Leben auf eine neue Art weiterleben zu dürfen.

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"Ich glaube nicht an Zufälle"

Ohne den Schmerz zu verdrängen?
Für mich war es immer wichtig, dass ich darüber reden kann, um klar zu sehen und um das Geschehene zu verarbeiten. Ich bin nicht gut im Verdrängen.

Viele Menschen suchen nach Schicksalsschlägen Halt im Glauben. Sie auch?  
Ja, ich glaube daran, dass es etwas Übergeordnetes gibt. Dass für jeden Menschen eine Art Drehplan vorgesehen ist. Ich glaube nicht an Zufälle. Das Leben passiert eben so. Die Frage ist nur, wie wach du bist, um zu erkennen, dass man auch wieder glücklich sein darf, nachdem einem Schlimmes widerfahren ist.

Wie ist Ihnen das gelungen?
Ich musste Abschied nehmen von meinem alten Leben und habe eine Entscheidung getroffen. Dazu gehörte auch, dass meine Frau Katrin und ich uns 2015 haben scheiden lassen. Ich brauchte eine neue Umgebung, weil ich in meiner alten Welt gefangen war. Ich hätte nie gedacht, dass ich das je schaffen würde. Heute habe ich eine wunderbare Frau an meiner Seite, mit der ich mir ein neues Leben aufgebaut habe. Ich bin dankbar.

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"Ich freue mich auf alles, was noch kommt"

Wann haben Sie Ihrer neuen Frau Alice von Paul-Luca erzählt?
Ich habe ihr direkt beim ersten Date gesagt, dass ich nicht nur der Schauspieler Hardy bin, sondern der Hardy, der zweimal verheiratet war, fünf Kinder hat und auch eines verloren hat. Ich dachte mir, wenn sie dann bleibt, ist das ein guter Anfang.

Wie geht es Ihnen heute?
Wir sind angekommen. Nicht nur in unserem Haus im Grünen, sondern auch bei uns. Wir beide haben einen guten Kontakt zu unseren Ex-Partnern und allen Kindern. Meine großen Jungs, Noah und Leon, sehe ich leider im Moment nicht oft, sie leben in München, und meine Töchter Layla und Vinas bei ihrer Mutter Katrin in Österreich. Alice’ Kinder Antonia, Tamino und Theo sind aber bei uns in Berlin. Und demnächst zieht auch noch Cockapoo-Welpe Timba bei uns ein.

Welche Zukunftswünsche haben Sie?
Ich freue mich auf alles, was noch kommt. Und wer weiß, vielleicht werde ich ja auch bald mal Opa?

Gala


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