Halle Berry Die ewige Kämpferin

Halle Berry streitet vor Gericht ums alleinige Sorgerecht für Tochter Nahla. Was treibt sie nur dazu?

Die Entscheidung ist ihr nicht leicht gefallen.

Aber schließlich geht es um das Beste und Wichtigste in Halle Berrys Leben: ihre Tochter. Wegen des alleinigen Sorgerechts für die Kleine zieht die 44Jährige demnächst gegen Nahlas Vater Gabriel Aubry, 34, vor Gericht. "Halle macht sich ernsthafte Sorgen um das Wohlergehen ihrer Tochter, wenn diese länger bei ihrem Vater ist. Sie wird alles dafür tun, um sie zu beschützen", gab ihr Sprecher gegenüber People.com bekannt.

Ihr Stimmungsumschwung kommt überraschend. Lange Zeit schien Halle Berry mit der Rolle von Aubry in ihrem Leben zufrieden - bis zu jenem Tag im Dezember, an dem er die Anerkennung der Vaterschaft sowie das geteilte Sorgerecht für Nahla vor Gericht einforderte. Zuvor regelte das Ex-Paar alle Absprachen formlos unter sich. Aubrys plötzliches Vorpreschen hat Halle als Affront empfunden, auf den sie reagieren musste. Wie ernst ihr der Streit ums Kind ist, signalisierte sie sofort. Um sich auf den Prozess gegen Aubry vorzubreiten, cancelte sie ihre Rolle in dem Drama "New Year's Eve". Den Part übernahm Katherine Heigl.

Wie konnte es so weit kommen? Zunächst schien doch alles glatt zu laufen zwischen Halle Berry und dem kanadischen Model. Noch Monate nach der Trennung im April 2010 lobte sie Gabriel Aubry überschwänglich als "fantastischen" Vater, den sie "sehr liebe" und mit dem sie immer gut befreundet sein werde. Und mit dem Schauspieler Olivier Martinez, den sie am Set des gemeinsamen Films "Dark Tide" kennenlernte, hatte Halle fast direkt nach der Trennung von Gabriel Aubry überaus smarten Ersatz gefunden.

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Trotzdem könnte ausgerechnet Monsieur Martinez ein Auslöser für den Sorgerechtsstreit sein. Denn: An Kindern ist der 45-Jährige nicht interessiert, schon in der langjährigen Beziehung mit Kylie Minogue hatte er kein Interesse, Vater zu werden. Neu-Freundin Halle hingegen wünscht sich unbedingt noch einmal Nachwuchs. "Mit der Mutterrolle habe ich meine Bestimmung gefunden", verkündete sie direkt nach Nahlas Geburt vor zweieinhalb Jahren. Mitte vierzig gerät sie in diesem Punkt natürlich zunehmend unter Druck. Wenn überhaupt, müsste es mit einem zweiten Sprössling schnell klappen - doch dass ihr Lover sich als Vater nicht gerade aufdrängt, dürfte ihr längst klar geworden sein. Was läge also näher, als in dieser Zwickmühle zwischen Hoffen auf ein Baby und der Erkenntnis, dass der Wunsch sich womöglich nie mehr erfüllen wird, die geballte Aufmerksamkeit auf das eine Kind zu konzentrieren, das schon da ist?

Halles rigoroses Vorgehen gegen den vermeintlichen Aggressor Gabriel Aubry wird noch klarer, blickt man auf ihr seit je angespanntes, von tiefem Misstrauen und schlechten Erfahrungen geprägtes Verhältnis zu Männern zurück. Ihr Vater, ein Alkoholiker, verließ die Familie früh und ließ sich nie mehr blicken. Was sie von ihrem Erzeuger lernte, der im Vollrausch sogar einmal ihren kleinen Hund quer durch die Küche warf? Dass man sich wehren muss, wenn man nicht untergehen will. Sie selbst bewies bei den Männern in ihrem Leben allerdings kein viel besseres Händchen als ihre Mutter: So schickte ihr erster Freund Halle nach dem Beziehungsaus tote Schlangen per Post und bespitzelte sie, ein anderer schlug sie so heftig, dass sie auf einem Ohr fast taub ist.

Am Ende ihrer ersten Ehe mit dem Baseballspieler David Justice, mit dem sie von 1993 bis 1997 verheiratet war, wollte Halle sich aus Trauer sogar umbringen. "Allein der Gedanke an meine Mutter hat mich davon abgehalten", sagte sie später. Auch ihr zweiter Ehemann Eric Benét trieb sie mit seinen ewigen Seitensprüngen an den Rand der Verzweiflung.

Damals, auch das mag beim Kampf um Nahla eine Rolle spielen, verlor sie schon einmal ein Kind, wenn auch nicht ihr eigenes: Nach der Trennung brach der Kontakt zu Benéts Tochter India, für die Halle als Zweitmutter fungierte, auf sein Bestreben hin fast vollständig ab. Das Mädchen verschwand, ausgenommen gelegentlicher Telefonate, aus Halles Leben. Wen wundert es also, dass sie den Kampf um ihr eigenes kleines Mädchen, dessen Glück sie bedroht sieht, mit harten Bandagen eröffnet? Den Preis dafür muss vor allem eine zahlen: Nahla.

gala.de


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