Gwyneth Paltrow: Harte Wahrheiten

Gwyneth Paltrow hat öffentlich zugegeben, unter Depressionen zu leiden. Ein mutiger Schritt für eine Frau, die stets so getan hatte, als wäre ihr Leben perfekt

Frauen um die vierzig sagen gern,

sie fühlen sich befreit. Befreit von Erfolgsdruck, Perfektionswahn und Konkurrenzdenken. Keine Rücksicht mehr auf das Urteil der anderen nehmen; ab jetzt sind sie ihr eigener Leitstern. Ich bin ich! So scheint es auch Gwyneth Paltrow zu gehen, die gerade 40 geworden ist. Vergangene Woche gab sie in einem Interview zu, wie sehr sie von dem Drang nach Perfektion bestimmt und von der Anerkennung anderer abhängig sei.

Tragische Schicksalsschläge

Auch Stars werden vom Leben hart getroffen

Gwyneth Paltrow: Die Trauer ist groß: Schlager-Musiker und "Goodbye Deutschland"-Liebling Jens Büchner stirbt am 17. November 2018 im Alter von 49 Jahren in einem Krankenhaus auf Mallorca an den Folgen von Lungenkrebs. Er hinterlässt eine Großfamilie, bestehend aus Ehefrau Daniela ...
Gwyneth Paltrow: ... fünf leiblichen Kindern, drei Stiefkindern und einer Enkelin. Die Kleinen vermissen ihren Papa natürlich sehr, doch es gibt auch Momente des Glücks, in denen Jenna Soraya und Co. auch wieder lachen können. "Papa wäre so stolz auf dich", schreibt sie dazu ...
Gwyneth Paltrow: In einem Posting auf Instagram Stories erinnert sich Witwe Daniela an ihre Hochzeit mit Jens im Juni 2017. Dazu spielt sie das Lied "Einmal" von Mark Forster. "Einmal, einmal, das kommt nie zurück. Es bleibt bei einmal, doch ich war da zum Glück. Nicht alles kann ich wieder haben Freude, Trauer, Liebe, Wahnsinn. Einmal, und ich war da zum Glück", heiß es im Refrain.
Schock in der Sportwelt: Radsportlerin Kristina Vogel ist nach einem Trainingsunfall im Juni querschnittsgelähmt und sitzt von nun am im Rollstuhl. Im "Spiegel"-Interview spricht die Olympiasiegerin erstmals über den folgenschweren Unfall bei dem ihr Rückenmark am Brustwirbel durchtrennt wurde: "Egal, wie man es verpackt, ich kann nicht mehr laufen. Und das lässt sich nicht mehr ändern. Aber was soll ich machen? Ich bin der Meinung, je schneller man eine neue Situation akzeptiert, desto besser kommt man damit klar." Hut ab für diesen Kämpfergeist. 

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Seit der Geburt ihres zweiten Kindes - Tochter Apple ist 8, Sohn Moses 6 - weine sie täglich und sei inzwischen in therapeutischer Behandlung. "Ihr könnt meinen Therapeuten dazu anrufen", fügte sie hinzu, als befürchte sie, man könne ihr dieses Bekenntnis genauso wenig abnehmen wie frühere Äußerungen. Denn bislang inszenierte sie sich als makellose Idealfrau. Als Schauspielerin, Mutter und Rockstar-Gattin mit ausgewogener Work-Life-Balance und makellosem, makrobiotisch ernährtem Körper. Zwar hatte sie schon einmal, vor zehn Jahren in einem "Gala"-Interview anlässlich ihres 30. Geburtstags, verkündet: "Ich mache ab jetzt nur noch, was ich will." Doch da täuschte sie sich offenbar selbst am meisten.

Gwyneth Paltrow, 40, hält ihre Kinder Moses, 6, und Apple, 8, fest an der Hand. Sie geben ihrem Leben Struktur und Halt.

Sticheleien gegen die perfekte Mrs. Paltrow, die auf ihrer eigenen Homepage "goop.com" über Rezepte, gute Kinderbücher und Entspannungshilfen bei Interkontinentalflügen plaudert, wies sie bisher als Stutenbissigkeit zurück: "Leute, es ist nur eine Webseite! Warum die Aufregung?" Doch dass an Sätzen wie "Abends, wenn die Kinder im Bett sind und ich nicht ausgehe, setze ich mich gern mit einem Glas Wein aufs Sofa und blättere in Kochbüchern" alles zu süß ist und gerade dadurch einen schalen Nachgeschmack hinterlässt, ist ihr offenbar erst jetzt klar geworden. "Ich brauche ständig Anerkennung und muss mich besonders fühlen", sagte sie in einem anderen Interview. Vielleicht ist es das klassische Drama des begabten Kindes: Vater Bruce Paltrow war Regisseur, Mutter Blythe Danner ist Schauspielerin, Steven Spielberg heißt ihr Patenonkel. Die Messlatte lag hoch, doch Gwyneth toppt sie: Mit 18 Jahren debütiert sie am Broadway, mit 27 bekommt sie den Oscar. Nur in Herzensdingen blieb die Erfüllung aus. Die Beziehungen zu gleichfalls erfolgreichen Hollywood-A-Listern wie Brad Pitt und Ben Affleck zerbrachen.

Erst mit Coldplay-Frontman Chris Martin, 35, kam Beständigkeit in Paltrows Liebesleben. Paltrow zog ganz nach London, brachte 2004 Apple und 2006 Moses zur Welt. Seitdem sah man sie nur noch in Nebenrollen auf der Leinwand. Was wie das klare Statement "Kids first!" wirken könnte, kam bei ihr wie ein Ratgeber rüber: Fünf Tage die Woche anderthalb Stunden Workout, täglich für die Familie kochen, natürlich regional und biologisch, die Kinder bekommen Bio-Eis, wenn sie nach Süßem quengeln. Zum Nachahmen gibt es die Bücher "Die Powerformel für den perfekten Körper" und "Meine Rezepte für Familie und Freunde". Doch jetzt wird das offenbar anders: Sie esse ab und zu auch Pommes, so Gwyneth kürzlich, "und ich glaube auch, dass ich jetzt besser aussehe als mit 24." Das klingt dann wieder, als hätte sie doch nichts gelernt ... Bettina Klee

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