Gwyneth Paltrow: Die kann ja auch lässig ...

Gwyneth Paltrow scheint hyperperfekt zu sein - das kreiden ihr manche an. Doch die Schauspielerin, Ehefrau und Mutter hat auch eine ganz andere Seite, die sie nun immer häufiger zeigt

Venedig liegt in der Mittagshitze

wie gelähmt da. Alle ächzen unter der brütenden Sonne. Alle? Nein, Gwyneth Paltrow schwebt leicht und luftig durch den "Palazzina Grassi". Weder das Klima noch ihr neuer Endzeitthriller "Contagion", den die 39-Jährige an diesem Tag vorstellt, können ihrer guten Laune etwas anhaben. Das Pink ihres Prada-Kleids unterstreicht den Gesamteindruck: makellos frisch, als wäre sie soeben einem Bergsee entstiegen und hätte keinen schweißtreibenden PR-Marathon hinter sich. "Ich bin sehr glücklich und zufrieden im Moment", sagt sie strahlend. "Wir, also meine Familie und ich, sind gut drauf."

Gwyneth scheint immer noch der perfekte Mensch zu sein - wirkt dabei aber nicht verkniffen wie früher oft, sondern entspannt und herzlich. Jeder, der sie in diesen Wochen auf dem roten Teppich oder im Alltag trifft, bestätigt das. Ihre Energie reicht schier unendlich. Neulich erschien sie zur Präsentation ihres Kochbuchs in den Hamptons ungeschminkt und in Flipflops, plauderte locker mit den Gästen. Und bei einer Soiree des Londoner Arts Club (Mitdesignerin: Gwyneth) sang sie auf der Bühne vor Prinz Philip und ihrer Freundin Cameron Diaz. Mit der machte sie vorm Rückflug in die Staaten am Flughafen von Heathrow Windowshopping wie ein Durchschnittspassagier. VIP-Eingang oder Charter-Maschine? Braucht sie nicht. Ihr Geheimnis, neuerdings nicht nur alles zu wuppen, sondern jede Sekunde zu genießen? Sie schlafe viel, verrät sie. Um 22 Uhr sei sie oft schon so müde, dass sie beim DVD-Schauen einnicke. Und generell bleibe ihr Ehemann, Coldplay-Star Chris Martin, 34, viel bei den Kindern. Gwyneth: "Ich suche mir heute immer solche Projekte aus, die meine Familie nicht auseinanderreißen." Solche Projekte, das sind - Apple, 7, und Moses, 5, zuliebe - derzeit meist nur Nebenrollen. "Für ‚Contagion‘ war ich ein paar Tage in Hongkong und kurz in Chicago. Das war’s. Ich musste die Kids nicht aus der Schule nehmen."

Kate Hudson

Sie bekommt einen Rüffel von Sohn Ryder

Kate Hudson
Ups, da hätte Schauspielerin Kate Hudson lieber noch einmal fragen sollen. Sie postet ein Video mit der ganzen Familie auf Instagram - doch Sohn Ryder findet das gar nicht gut.
©Gala

Außerdem ist Gwyneth für einen weiteren Musikfilm im Gespräch und betreibt mit großer Leidenschaft ihre Internetseite www.goop.com, auf der sie "Tipps für ein besseres Leben" geben will. Okay, natürlich habe sie manchmal schon Lust, einen großen Film zu drehen, gibt sie zu. "Aber meine Kinder sind mir viel, viel wichtiger. Bevor ich Mutter wurde, hatte ich ja zum Glück beruflich schon einiges erreicht." Scheinbar nebenbei findet sie noch Zeit für Chris Martin. Es ist dieses Gleichgewicht zwischen Familie und wohldosierten Jobs, das sie strahlen lässt. Doch weil sie nicht nur scheinbar vollkommen und rundum glücklich ist, sondern ihre Weisheiten für ein erfülltes Leben auch noch per Webseite weitergibt, wird sie für manche zum Hassobjekt, wie Kommentare im Netz oder Schmähartikel in Boulevardblättern wie der "New York Post" zeigen. Tenor: Was maßt sich diese bildschöne, supererfolgreiche Multimillionärin an, der Durchschnittsfrau Lebenstipps zu geben? Geschenktipps, für die andere ein Monatsgehalt ausgeben müssten? "Ein prätentiöser Windbeutel" sei sie, lautet ein Kommentar im Netz, "Goop könnte man auch mit P schreiben: Poop", ein anderer. Gwyneth sei arrogant, blasiert, weltfremd.

In Steven Soderberghs Endzeit-Thriller "Contagion" (jetzt im Kino) hat Gwyneth Paltrow einige Hochkaräter an ihrer Seite: Matt Damon, Kate Winslet, Jude Law, Marion Cotillard.

Die Beschuldigte bleibt relativ gelassen. "Immer wenn man etwas mit einem ehrlichen Anspruch betreibt, machen sich Leute darüber lustig. Ja, ich dachte ein paar Mal, ich sollte es vielleicht aufgeben", erklärte sie kürzlich in einem Interview, angesprochen auf die Häme. "Aber inzwischen denke ich: Wer ‚Goop‘ nicht mag, der muss es ja auch nicht lesen." Sprach’s und gibt seitdem munter weiter Tipps. Damit alle ein kleines bisschen mehr Gwyneth in ihr Leben bekommen. Roland Rödermund, Rachel Clark/IFA

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