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Zum Tod von Gunter Gabriel (†) Das exzessive Leben des skandalträchtigen Countrysängers

Gunter Gabriel (†)
Gunter Gabriel (†)
© Getty Images
Gunter Gabriel (†) ist tot. Der schwergewichtige Countrysänger war zeitlebens ein Lebemann, Exzentriker, Straftäter und Grenzgänger. Wir blicken zurück

Gunter Gabriel (†) war ein Jünger von US-Folk-Ikone Johnny Cash (†), schreckte hin und wieder auch vor Gewalt nicht zurück, hatte Probleme mit Alkohol, saß im Jahr 2016 für fünf Tage im Dschungelcamp, war Comeback-König - und eigentlich Countrysänger.

Ein Blick auf das exzessive Leben von Gunter Gabriel (†)

Inmitten des zweiten Weltkrieges als Günter Caspelheer im westfälischen Bünde das Licht der Welt erblickt, musste er bereits mit vier Lebensjahren den Verlust seiner Mutter verarbeiten. Er wuchs mit seiner kleinen Schwester und dem gewalttätigen Vater auf. Die Schule brach er ab, um zu arbeiten. Er tingelte danach eine Zeit lang durch Europa, holte das Fachabitur nach und studierte erfolglos Maschinenbau in Hannover. Eher aus der Not gedrungen versuchte er sich als Komponist und schrieb anfangs Lieder für Rex Gildo. Seinen ersten eigenen Hit hatte er dann 1974 mit "Er ist ein Kerl (Der 30-Tonner Diesel) auf seinem zweiten Studioalbum "Das ist meine Art".

Ein erfolgreicher Start

Auf demselben Longplayer fand sich auch sein auf ewig größter Hit, denn bis heute wird der Barde vor allem mit "Hey Boss, ich brauch’ mehr Geld" in Verbindung gebracht. Nach diesen Anfangserfolgen war sein Weg ins Musikbusiness geebnet. Gunter Gabriel schrieb fortan Hits für Künstler wie Juliane Werding oder Peter Alexander (†). Doch der Höhenflug hielt nicht lange an, denn Folgehits blieben aus und sein exzessives Leben forderte seinen Tribut.

Seine Skandale

Von Alkoholproblemen geplagt blickte er alsbald des Öfteren ins leere Portemonnaie. Irgendwann waren die wirtschaftlichen Zwänge so groß, dass er "Wohnzimmerkonzerte" veranstaltete, bei denen man den Countysänger für 1000 Euro Gage in der heimischen Wohnstube erleben durfte. Die Idee funktionierte tatsächlich und das Schwergewicht konnte sich aus dem größten Schuldenschlamassel einigermaßen befreien. Doch immer wieder gab es Negativ-Schlagzeilen, weil er mal das Publikum beschimpfte, Gewalt gegen Freundinnen ausübte, im Straßenverkehr unangenehm auffiel oder sich ungehobelt in Fernsehsendungen verhielt.

Das Comeback

Unzählige Male wurde er abgeschrieben, aber er kam immer wieder zurück auf die große Bühne des Lebens. Speziell seine Theaterrolle als Titelfigur in "Hello, I'm Johnny Cash" brachte ihm auch im Feuilleton die lang vermisste Anerkennung. Doch danach war dann alles wieder beim Alten. Frei nach dem Motto: Skandale pflasterten seinen Weg.

Seine Lieben

Dem beschriebenen Lebensstil fielen auch seine Beziehungen zum Opfer. Gabriel war viermal verheiratet - alle Ehen scheiterten, auch weil dem Sänger immer wieder die Hand ausrutschte. Seine vier Kinder stammen von vier Frauen und machten ihn zum dreifachen Großvater. Doch das Verhältnis zu seinem Nachwuchs galt als zerrüttet.
Er sah sich zeitlebens als "Stimme des Volkes", der öffentlich seine Fehler eingestand, immer wieder aufstand - aber eben auch nur unzureichend aus seinen Fehlern lernte. Jetzt ist diese Stimme für immer verstummt.

tbu Gala


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