Guido Maria Kretschmer: "Frauen machen mir Mut"

Guido Maria Kretschmer über Vorbilder, Putzfimmel und kleine Lästereien – und warum man seine Hunde zur Begrüßung bitte nicht klopfen sollte

Diesem Mann kann man einfach nichts übel nehmen. Zum GALA-Interview im Berliner Hotel "Das Stue" erscheint Guido Maria Kretschmer, 53, mit einer halben Stunde Verspätung. Doch schon beim Händeschütteln ist das vergessen. 

Guido Maria Kretschmer: Deutschlands begehrtester Ratgeber

Mit seinem entwaffnenden Lächeln erklärt er, dass er leider bei den Terminen an diesem Tag schon deutlich hinterher hänge. Guido Maria Kretschmer ist das, was man mit dem Adjektiv "lieb" auf den Punkt bringt. Seinem Gegenüber schaut er erst in die Augen – dann auf die Kleidung. Er darf das. Schließlich ist er ein höchst erfolgreicher Designer und spätestens seit der TV-Show "Shopping Queen" Deutschlands begehrtester Ratgeber rund um Mode und Lifestyle. Jetzt hat er auch noch ein eigenes Magazin. Mit "Guido" gehe für ihn ein Traum in Erfüllung, sagt er. Es ist schon das zweite herausragende Ereignis in diesem Jahr: Von seiner Hochzeitsfeier im September auf Sylt berichtete GALA exklusiv.

GALA: Herr Kretschmer, denken Sie oft an Ihre Hochzeitsfeier zurück?

Guido Maria Kretschmer: Oh ja, das trägt uns noch, es war so schön. Mein Frank und ich hören immer noch viel Lob von unseren Gästen, die ganz beseelt von dem Fest waren. Und ich habe danach so viele GALAs wie noch nie signieren dürfen.

GALA: Es gibt wohl kaum jemanden, der Sie nicht mag. Warum können die Menschen Sie so gut leiden?

Kretschmer: Vielleicht, weil ich Menschen auch immer schon sehr mochte und gerne mit ihnen zusammen bin. Seit meiner Jugend fühle ich mich gehalten von meinen Mitmenschen. Ich mag sie in ihrer Vielfältigkeit und schätze sie in ihrer Eigenart. Das macht es wohl aus, das spürt man wohl.

GALA: Getreu dem Motto "Guido hat Euch lieb"?

Kretschmer: Genau. Für mich muss man nicht besonders schön, reich, groß, dünn oder gescheit sein. Ich glaube, dass jeder Mensch etwas hat. Manchen von uns gelingt es besser, das gleich zu zeigen, und manche sind eben erst auf den zweiten Blick wunderbar. Aber alle wissen: Guido räumt einem die Chance des zweiten, dritten und vierten Blicks ein. (lacht)

Das Cover der neuen Frauenzeitschrift "GUIDO" mit Guido Maria Kretschmer

GALA: Wie viel Guido steckt in Ihrem Magazin?

Kretschmer: Ganz viel. (nimmt ein Heft in die Hand und streicht übers Cover) Es heißt "Guido", weil es die Geschichten erzählt, die Teil meiner Arbeit sind und von denen ich glaube, dass man Menschen damit unterstützen kann. Das Magazin ist für Leute, die unterhalten sein wollen und spüren wollen, dass sie Teil einer Gesellschaft sind.

GALA: Worum geht’s genau?

Kretschmer: Um Mode, Trends. Darum, zu helfen, sich im Dschungel der vielen Möglichkeiten zurechtzufinden. Und um Geselligkeit, das eigene Sein mit den anderen zu verbinden. Dann sind mir auch die realen Geschichten wichtig. Da erzählen Frauen von sich und ihrem Schicksal, um anderen Mut zu machen. Die haben quasi ein bisschen Vorbildcharakter.

GALA: Gibt es in Ihrem eigenen Leben eine Mutmacher-Geschichte?

Kretschmer: Da gibt es ganz viele. Eine ist sicher, als ich der Politikerin Hildegard Hamm-Brücher einen Brief geschrieben habe. Ich fand sie so toll, weil sie eine liberale Partei mitgegründet hatte und sie auch so schön und aufregend mit ihren Kostümen war. Als sie 1994 Bundespräsidentin werden sollte, war ich mir sicher: Das wird was! Und als es dann nicht klappte, war ich entsetzt und habe ihr genau das geschrieben. Ich war so traurig, dass sie als gescheite Frau und Begründerin einer Partei nicht gewählt worden war. Sie hat mir mit einem Brief geantwortet.

GALA: Was stand drin?

Kretschmer: Dass ich nicht hadern soll, weil eine Person nicht bekommen hat, was sie vielleicht verdient hätte. Dass es aber schön sei, dass ich das so empfinde. Und wenn ein junger Mann wie ich so viel Empathie für eine Frau aus einer ganz anderen Generation entwickeln könne, dann freue sie sich schon auf das, was kommt, wenn ich andere Menschen überzeuge. Das hat mir Mut gemacht. Auch weil es zeigte, dass man vermeintlich verlieren kann, aber gleichzeitig gewinnen. Wenn es Menschen gibt, die es genauso sehen wie man selbst.

GALA: Haben Sie viel von Frauen gelernt?

Kretschmer: Ich könnte eine ganze Armada von Frauen aufzählen, von denen ich etwas gelernt habe! Eine ist Liz Mohn, ein Vorbild für mich. Wenn ich mit ihr für die Schlaganfall-Hilfe zusammenarbeite, dann sehe ich, dass sie dieses Engagement wirklich meint. Bei allem Guten, was sie selbst in ihrem Leben haben, vergessen solche Menschen nicht, dass es auch andere Situationen gibt. Ich habe gerade auf einer Gala der DKMS (eine Organisation zur Unterstützung von Knochenmarkspenden; Anm. d. Red) eine Frau getroffen, die mir sagte: "Guido, ich hätte ohne dich die Chemo nicht geschafft." Sie erzählte, sie habe immer "Shopping Queen" geschaut und sei dabei weit weg von der Krankheit gewesen. Da habe ich mich gefreut. 

GALA: Sie helfen gerne, richtig? 

Kretschmer: Ich versuche immer, Solidarität mit dem anderen zu vermitteln. Auch an die zu denken, denen es nicht so gut geht. Diese Aufgabe ist ein Teil von Gesellschaft. Es ist zurzeit so wichtig wie nichts anderes in unserem Land, dass wir eine Solidargemeinschaft bleiben und aufeinander aufpassen. Das habe ich von Frauen gelernt. 

GALA: Umgekehrt lernen Frauen gern von Ihnen. Warum sind Sie der begnadete Ratgeber? 

Kretschmer: Ich mag Hilfe zur Selbsthilfe. Man muss Menschen nicht sagen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Das wissen die schon selbst ganz gut. Ich finde es schön, wenn man kleine Anregungen gibt. Sodass sie denken: "Okay, bei mir wird es nie so aussehen wie in Gwyneth Paltrows Küche, aber ich kann mir ein bisschen was davon mitnehmen." Ich probiere, Menschen das Gefühl zu geben, dass sie nicht perfekt sein müssen. Ich bin Designer geworden, weil in den Kleidern jemand drin steckt. Klamotte alleine ist nichts. 

GALA: Was ist Fashion für Sie? 

Kretschmer: Mode ist die Haut der Seele. Kleidung kann dir alles geben. Du kannst dich damit unterstreichen oder verstecken. Mode ist ein Vehikel. 

Guido Maria Kretschmer und Frank Mutters

GALA: Haben Sie heute schon jemandem ein Kompliment gemacht? 

Kretschmer: Ja, meinem Frank. Der ist wirklich gut geglückt. 

GALA: Und haben Sie schon eins bekommen? 

Kretschmer: Ein tolles Kompliment steht auf dem Magazin-Titel: "Guido – eine von euch". Das finde ich toll, weil ich mich auch so sehe. (lacht) 

GALA: Wie ist das, wenn Sie mit Ihrem Mann von einer Feier nach Hause gehen: Lästern Sie auch mal über andere Gäste? 

Kretschmer: Nie über Outfits. 

GALA: Übers Benehmen? 

Kretschmer: Frank nicht. Der weiß gar nicht, wie lästern geht. Ich kommentiere schon mal, wenn jemand aus Versehen was Dummes sagt und damit einiges entblößt. Etwa, wenn ein Paar sich zuerst ganz liebend gibt und nach dem zweiten Bier dann Kommentare fallen, wo man weiß: Oh je, da ist aber gar kein Respekt mehr da. Dann sage ich schon mal: Na, den oder die will man auch nicht geschenkt haben! 

GALA: Als Designer sind Sie automatisch immer von schönen Dingen umgeben. Gibt es in Ihrem Haus einen Gegenstand, der nicht schön ist? 

Kretschmer: Eigentlich fällt mir da nichts ein. (überlegt weiter) Vielleicht wenn die Putzfrau den Staubsauger stehen lässt. Aber da habe ich jetzt auch einen schönen gekauft. Was nicht schön ist, würde ich rausschmeißen. Manchmal stehe ich abends sogar noch mal aus dem Bett auf und zupfe die Gardine gerade, weil ich am nächsten Morgen den schönen Blick haben möchte. Rot-Phasen an der Ampel nutze ich übrigens, um im Auto zu putzen. Dafür habe ich ein extra Mikrofasertuch dabei. Und dann bin ich auch Fan von so antibakteriellen Tüchern. 

GALA: Ist es wichtig, sich mit Schönem zu umgeben? 

Kretschmer: Ja, weil wir Menschen darauf angelegt sind, uns ein Gefühl von Geborgenheit zu schaffen. Eine Form, ein Design, ein schönes Bild, ein Stoff – das sind alles Dinge, die uns imaginär umarmen. 

GALA: Sie geben in Ihrem Magazin auch Gastgeber-Tipps. Womit könnte man Ihnen einen Abend versauen? 

Kretschmer: Mit den falschen Gesprächsthemen. Rassismus oder wenn jemand schlecht über Frauen spricht. Ich mag auch nicht, wenn jemand laut und polterig ist. Was auch nicht geht: wenn man unsere Windhunde zur Begrüßung klopft, als wären sie ein schwerer Mastiff. Das vertragen Windhunde nicht, weil sie kein Unterfett haben. Mich kann man gefahrlos klopfen. (lacht) Und wenn jemand die Gabel wie eine Forke hält, dem könnte ich direkt auf die Finger klopfen. 

GALA: Welche Schlagzeile würden Sie gerne über sich lesen? 

Kretschmer: "Guido Maria Kretschmer hat 20 Kilo abgenommen. Wie hat er das geschafft?" (lächelt) 

GALA: Sie haben viele Talente und sollten ja sogar mal in einer Boygroup dabei sein…

Kretschmer: Ja, da war ich 19 Jahre alt und lebte auf Ibiza. Ich war so süß – lange Haare, braun gebrannt und so dünn, dass ich eigentlich immer hätte bauchfrei rumlaufen sollen. Damals habe ich in Clubs auf Podesten Go-go getanzt, da wurde ich angesprochen. Ich habe aber ganz schnell gesagt, das ist nichts für mich. Ich wollte Mode studieren. Gut so! Sonst hätte ich meinen Weg vielleicht verloren und wäre heute ein Drogenopfer oder in Thailand umoperiert. 

GALA: Können Sie denn singen? 

Kretschmer: Ja, ich singe ganz gut. Florian Silbereisen wollte schon mal eine Platte mit mir aufnehmen. Aber Helene Fischer muss keine Angst bekommen: Mit dem Singen gehöre ich auf keine Bühne.

Guido Maria Kretschmer

Wildes Sex-Geständnis!

Guido Maria Kretschmer
Jeder liebt ihn, egal, welche Altersgruppe. Nicht nur, weil er Frauen modisch gut aussehen lässt sondern auch für seinen Humor und seine offene Art. Und genau diese Eigenschaften hat er jetzt wieder einmal in einem Interview unter Beweis gestellt. Es folgt ein Sex-Geständnis für Fortgeschrittene!
©Gala
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