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Guido Maria Kretschmer Der Designer über seinen neuen Alltag in Zeiten von Corona

Guido Maria Kretschmer
© Getty Images
Wie der Star-Designer die Corona-Krise erlebt, was ihn schmerzt, was ihn beseelt. 

Seine gute Laune und die fröhliche Art verliert Guido Maria Kretschmer auch während der Corona-Krise nicht. Das ist bei dem Telefonat mit dem 54-jährigen Star-Designer deutlich zu spüren. Und weniger zu tun, hat er schon gleich gar nicht.

Guido Maria Kretschmer im GALA-Interview

GALA: Was vermissen Sie gerade am meisten?

Guido Maria Kretschmer: Mit Menschen in Kontakt zu treten, das Sich-in-den-Arm-Nehmen bei Begrüßungen. Wenn ich einen Film sehe, in dem sich zwei Personen küssen oder innig begrüßen, denke ich sofort, dass das doch verboten ist.

Doch es gibt noch eine ganz private traurige Corona- Geschichte, nicht wahr?

Ja, ich habe jetzt drei Menschen verloren, die ich gut kannte. Und einen Freund. Und das ist verdammt schwer. Die Situation bekommt einfach noch mal ein ganz anderes Gesicht, eine ganz andere Dimension.

Wie hat sich Ihr Alltag insgesamt verändert?

Er ist digitaler geworden. Unsere Redaktionssitzungen für mein GUIDO-Magazin beispielsweise laufen alle über Video-Konferenzen ab. Auch die Abnahme von Mustern und Farben für meine Kollektionen erfolgt aktuell digital. Das ist natürlich schwierig, weil einem da eben auch ein bisschen die Haptik fehlt.

"Nach Hamburg zu ziehen, war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben"

Sie sind es gewohnt, immer auf Achse zu sein. Wie fühlt es sich an, plötzlich so viel gemeinsame Zeit mit Ihrem Mann Frank zu haben?

Das ist wunderbar! Nach Hamburg zu ziehen, war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben. Meine Öko-Bilanz ist sehr gut. Ich bin fast gar nicht mehr unterwegs. Frank und ich verbringen, seit wir in Hamburg wohnen, so viel Zeit miteinander wie niemals zuvor. Darüber sind wir sehr glücklich.

Und wofür bleibt aktuell auch noch mehr Zeit?

Für das Eincremen. Ich creme mich sowieso immer gut ein, aber ich muss mich wirklich bemühen, nicht zu viel Zeit in Körperpflege zu investieren.

Gibt es noch andere Dinge, die Sie sich gerade gönnen?

Man öffnet auf jeden Fall öfter mal den Kühlschrank. Da muss man sich wirklich disziplinieren. Ansonsten finde ich Baden so schön, weil man sich dafür ein bisschen mehr Zeit nehmen kann. Ich werde auch gerade ein bisschen mehr "Morgen-Mensch", ich frühstücke länger, starte mit mehr Zeit in den Tag.

Sie telefonieren fast täglich mit Ihrer engen Freundin, der Schauspielerin Natalia Wörner. Worüber reden Sie?

Wir reden über Freundschaft, über gemeinsame Projekte, über das Leben und auch über ganz belanglose Dinge. Ich mag ihren Blick auf die Welt so gerne. Wir können ja auch beide im Moment nicht drehen, "Shopping Queen" geht ja auch nicht, so haben Natalia und ich mehr Möglichkeiten, uns auszutauschen. Es ist schön, dass man in der aktuellen Situation mehr Zeit für Freunde hat.

Was machen Sie als Erstes, wenn der ganze Spuk einmal vorbei ist?

Ich werde eine kleine Garten-Party geben. Nichts Übertriebenes, nur ein schönes Zusammensein mit Freunden.

Gala

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