Günter Wallraff: Unfall war die letzte Warnung

Vor wenigen Wochen erlitt der Journalist Günter Wallraff bei einem Fahrradunfall schwerste Verletzungen. Nun meldet er sich erstmals wieder zu Wort

Günter Wallraff

Günter Wallraff, 76, ist wieder Zuhause. Vier Wochen nach seinem schweren Fahrradunfall, bei dem der Investigativ-Journalist und Autor zwei Liter Blut verlor, hat er sich wieder soweit erholt, dass er inzwischen sogar wieder ans Arbeiten denkt.  "Der Kopf ist klar und mit den einzelnen Kollegen und Kolleginnen habe ich regelmäßigen Kontakt. Ich bin bereits bei Ideen mit dabei," erklärt er im Interview mit RTL.

Günter Wallraffs Leben hat sich verändert

Ein Wunder, dass es ihm schon wieder merklich besser geht. Die Diagnose nach dem Unfall: Trümmerbruch. "Das ist nicht nur einmal gebrochen, sondern an mehreren Stellen total zerbrochen. Jetzt haben die einen Schnitt von 40 cm. Und inzwischen ist das ein sehr wertvolles Bein. Da sind fast ein Kilo Titan. Das sind richtige Brückenkonstruktionen," berichtet Wallraff. Sein Leben hat sich verändert, realisiert der 76-Jährige: "Ich habe eine neue Zugehörigkeit. Ich gehöre zu den Menschen, die es mit Handicaps, mit Behinderungen doch in einigem im Leben schwieriger haben."

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"Du hast jetzt noch eine Chance"

Wallraff setzt neue Prioritäten. Freunde, mit denen er seit Jahren keinen Kontakt mehr gehabt habe, seien plötzlich wieder in sein Leben getreten. Mit seinen Kindern habe er "die besten Gespräche seit Jahren," freut sich der Journalist. Der Unfall sei eine letzte Warnung gewesen. "Du hast jetzt noch eine Chance. Was du alles versaubeutelt hast - auch im Privaten. Und was du dir - und auch anderen zugemutet hast. Du musst dein Leben ändern. Dass schoss mir durch den Kopf und so sehe ich das auch bis heute," gesteht Wallraff.

Mehr als 50 Jahre Investigativjournalismus

Seit mehr als 50 Jahren arbeitet Günter Wallraff als Journalist und Autor. Bekannt wurde er vor allem durch seine Enthüllungsreportagen, für die er sich zumeist unter falscher Identität in Unternehmen oder Großkonzerne einschleust, deren Methoden oder Arbeitsbedingungen er kritisch beleuchtet. 

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Verwendete Quelle: RTL



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