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Graciano "Rocky" Rocchigiani (†) Boxer stirbt bei Verkehrsunfall

Graciano "Rocky" Rocchigiani (†): Boxer stirbt bei Verkehrsunfall
© Getty Images
Graciano "Rocky" Rocchigiani ist im Alter von 54 Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen 

Traurige Nachricht für die Sportwelt: Graciano "Rocky" Rocchigiani ist tot. Das berichtet die "BILD"-Zeitung. Der Ex-IBF-Weltmeister im Supermittelgewicht ist am Dienstag (02. Oktober) in Italien tödlich verunglückt. 

Rockys Eltern bestätigen den Tod

Die Mutter des Boxers sagt zu den Umständen des Todes: "Ja, es stimmt leider, mein Sohn ist auf Sizilien von einem Auto überfahren worden.“ Und weiter: "Wir haben es heute Vormittag von der Polizei erfahren. Wir wissen nicht genau, was passiert ist. Es wurde uns nur gesagt, dass er von einem Auto überfahren wurde." 

Nach "BILD"-Informationen soll sich das Unglück auf einer vierspurigen Landstraße auf Sizilien ereignet haben. Rocchigiani soll dort aus noch unbekanntem Grund zu Fuß unterwegs gewesen sein und um 23.30 Uhr von einem Auto erfasst worden sein. Der Fahrer soll ein 29-jähriger Mann gewesen sein. Angeblich war Graciano Rocchigiani  sofort tot.

Boxer war glücklich 

Wie Rockys Eltern ebenfalls berichten, hatte die Liebe den 54-Jährigen nach Italien verschlagen. "Er war so glücklich dort unten. Er lebte dort mit seiner Freundin und zwei kleinen Kindern." Der Boxer war zuvor einmal verheiratet gewesen. Er und Christine Roccigiani trennten 2001 nach sechs Jahren Ehe. 

Graciano "Rocky" Rocchigiani: Sein Leben, seine Erfolge, seine Niederlagen

Geboren wurde Roccigiani am 29. Dezember 1963 in Duisburg-Rheinhausen. 1982 errang er seinen ersten wichtigen Titel: Deutscher Meister im Halbschwergewicht. 1983 folgte der erste Kampf als Profi, 1988 gewann Roccigiani dann den IBF-Weltmeistertitel im Supermittelgewicht. Die Sport-Karriere ging steil bergauf: Drei mal verteidigte Roccigiani seinen Titel. Dann allerdings legte er ihn ab, um wieder im Halbschwergewicht zu boxen. 1991 wurde er in dieser Gewichtsklasse Europameister. 

Für viele unvergessen: Die beiden Kämpfe gegen "Sir" Henry Maske 1995, die "Rüpel" Rocky unter großem medialen Aufsehen zweimal verlor. Die TV-Übertragung des Box-Spektakels zwischen den ungleichen Kontrahenten zogen damals bis zu 19 Millionen Deutsche vor die Bildschirme. 

Am 21. März 1998 holte Roccigiani den Weltmeistertitel im Halbschwergewicht des WBC. Es folgten weitere Ring-Begegnungen gegen unter anderem Dariusz "Tiger" Michalczewski. Seinen letzten Kampf bestritt Rocky am 10. Mai 2003 gegen Thomas Ulrich. Eine Niederlage. Nach 48 Profikämpfe (41 Siege, 19 davon durch K.o.) beendete Rocky daraufhin seine Karriere. 

Das Leben nach dem Boxring: Höhen und Tiefen

2007 veröffentlichte Rocchigiani seine Autobiographie "Rocky – Meine 15 Runden", leitete außerdem im Duisburger Stadtteil Neudorf sein eigenes Box-Trainingscenter mit dem Namen "Rocky’s Gym". 2010 schloss das Zentrum. 2012 offenbart der Sportler, von Hartz IV zu leben. Der Ruhm vergangener Tage  - er war verblast. Im Februar 2016 wies sich der damals 52-Jährige selbst in eine Brandenburger Entzugsklinik ein, um seine Alkoholprobleme zu bekämpfen. Mit 16 Jahren bin ich ja schon durch die Kneipen gezogen, später kamen dann echte Exzesse dazu. Ich habe mein ganzes Leben mit Vollgas gelebt, habe geraucht, gesoffen, gehurt", sagte er Ende Dezember 2013 in einem Interview mit der "Welt am Sonntag". 2015 wagte Rocky einen Neuanfang mit einem Boxstall in Berlin. Sein Bruder Ralf Roccigiani wurde Trainer.

Rocchigiani kam mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt und musste Freiheitsstrafen verbüßen, darunter wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, aber auch wiederholten Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis.

jre

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