Glenn Close Schlechtes Gewissen

Glenn Close
© Reuters
Mit sieben Jahren zeigte die Schwester von Glenn Close erste Anzeichen für eine bipolare Störung, diagnostiziert wurde die Krankheit aber erst viel später. In einem Interview sprach die Schauspielerin darüber - und erklärte auch, dass sie sich schuldig fühlt

Für die Oscar-nominierte Glenn Close läuft es beruflich seit Jahrzehnten gut - privat musste sie jedoch immer wieder schwere Krisen durchstehen. Besonders ihre Schwester Jessie machte der Schauspielerin lange Sorgen. Das jüngste von vier Kindern aus der Familie Close litt unter Depressionen, war alkoholabhängig und unternahm mehrfach Suizidversuche. Ein Zustand, der fälschlicherweise lange nicht therapiert wurde, wie Glenn Close heute sagt. "Als meine Schwester Jessie sieben war, rieb sie manchmal einen Finger so lange zwischen Daumen und Zeigefinger, bis er blutig und verkrustet war. Rückblickend war das ein Zeichen dafür, dass etwas falsch lief", so Close im Gespräch mit "telegraph.co.uk".

Glenn Close mit ihrer Schwester Jessie Close, die an einer bipolaren Störung leidet. Beide machen sich in der Stiftung "Bring Change 2 Mind" für Menschen mit psychischen Erkrankungen stark.
Glenn Close mit ihrer Schwester Jessie Close, die an einer bipolaren Störung leidet. Beide machen sich in der Stiftung "Bring Change 2 Mind" für Menschen mit psychischen Erkrankungen stark.
© youtube.com/user/BringChange2Mind

Erst mit 47 Jahren wurde bei Jessie eine bipolare Störung diagnostiziert. Dass die Krankheit, die auch unter der Bezeichnung manisch-depressive Erkrankung bekannt ist und unter anderem starke Stimmungsschwankungen zur Folge haben kann, erst so spät entdeckt wurde, bezeichnet Close heute als Tragödie. "Keiner in unserer Familie hatte eine Ahnung davon. Ich schäme mich, dass ich dem Ganzen damals nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt habe".

Dennoch haben Jessie und Glenn Close heute ein enges Verhältnis zueinander. Gemeinsam machen sie sich in der von Glenn Close gegründeten Organisation "Bring Change 2 Mind " für Menschen mit psychischen Erkrankungen stark, stehen für Werbespots zusammen vor der Kamera.

Für Aufklärung sorgen neben den Close-Schwestern auch viele Hollywoodstars. In der Vergangenheit haben sich Comedian Russell Brand, die Schauspielerin Catherine Zeta-Jones und der Disney-Star Demi Lovato öffentlich zu ihrer bipolaren Störung geäußert.

aze

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