Gleichstellung der Homo-Ehe?: Das sagen die Promis dazu

Irland sagt "Ja" zur Homo-Ehe - auch die deutschen Promis zeigen sich offen, aufgeschlossen und wünschen sich, dass sich Homosexuelle auf der ganzen Welt das Jawort geben dürfen

Alfred Biolek

Nicht der Norm entsprechend, anders, eine Bedrohung - noch immer wird die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern längst nicht auf der ganzen Welt gesetzlich anerkannt. In vielen Ländern (Russland, Iran, Marokko, Algerien,...) droht Homosexuellen sogar eine strafrechtliche Verfolgung, Gefängnis oder gar der Tod.

Irland sagt "Ja" zur Homo-Ehe

Daniela Büchner

Ihr bester Freund Markus Simons verrät, wie es ihr geht

Jens und Daniela Büchner mit Markus Simons
Der Tod von Jens Büchner jährt sich im November zum ersten Mal. Seine Ehefrau Daniela Büchner lebt nach wie vor in Trauer um ihren geliebten Mann.
©Gala

In Deutschland gibt es einen rechtlichen Rahmen, aber (noch) keine vollwertige Homo-Ehe. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen hier nur eine sogenannte eingetragene Lebenspartnerschaft schließen, die im Vergleich zur Zivilehe mit den gleichen Pflichten, aber mit weniger Rechten ausgestattet ist. Das irische Volk hatte sich in einer Abstimmung aber nun komplett für die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern ausgesprochen, was der Vatikan als "Niederlage für die Menschheit" bezeichnete. Daher kam das Thema natürlich auch hierzulande zu vielen Diskussionen und Debatten - GALA hat bei den Promis nachgefragt.

Auch Promi-Deutschland ist für die Homo-Ehe

Viele deutsche Promis empfinden die Aussage von Seiten des Vatikans als unfassbar und sprechen sich dafür aus, dass auch in Deutschland Homosexuelle die gleichen Rechte wie Heterosexuelle zugesprochen werden sollten.

Doris Schröder-Köpf, 51, die Integrationsbeauftragte im niedersächsischen Landtag, ist der Meinung, dass man keine Unterschiede machen dürfe, wenn sich zwei Menschen lieben. "Ich bin für eine völlige Gleichstellung. Wenn sich zwei Menschen entscheiden, in guten und in schlechten Zeiten Verantwortung füreinander zu übernehmen, sollte der Staat sich darüber freuen – unabhängig vom Geschlecht der Beteiligten. Und wenn die beiden Menschen sich so sehr lieben, dass sie dann auch noch Verantwortung für ein Kind übernehmen wollen, kann sich die ganze Gesellschaft freuen."

Auch Musiker Patrick Lindner, 54, der mit seinem Lebensgefährten Peter Schäfer glücklich ist, versteht den Sinn nicht, wieso man Homosexuellen Rechte verweigert. "Es gibt doch ein Grundgesetz in dem festgelegt ist, das alle Menschen in unserem Land gleich zu behandeln sind, warum denn bitte in diesem Fall nicht, Ehe hin Ehe her... Was ist denn "Normal" und was ist "Unnormal" oder wie man es benennen mag? Wer bestimmt das denn? Die Homosexuellen stellen sicher eine Minderheit dar, aber deswegen sind sie doch noch lange nicht "Abnormal"... Liebe, Vertrauen, Glück, Schmerz, all das was auch zu einer Ehe gehört, das empfinden wir doch genauso wie jeder andere. Warum muss man sich heute immer noch über seine Sexualität definieren." Weiter glaubt der Schlagerstar, dass die Gesellschaft zur Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Ehe reif sei. "Ich bin seit Jahren mit einem wunderbaren Mann zusammen den ich sehr schätze, verehre und auch liebe, wir sind eine Familie, er, sein Sohn, mein Sohn und meine Wenigkeit, wir leben dieses Familienleben aus voller Überzeugung, nach heutigem Gesetz könnte ich seinen Sohn adoptieren, aber er meinen nicht und da sind wir doch schon wieder beim Thema das ein adoptiertes Kind wieder benachteiligt ist. Es muss eine Gleichstellung geben, dann können wir uns das durchaus vorstellen zu heiraten, denn Familie ist da wo Liebe Wohnt. Und nicht das wo Frau Merkel ein Problem mit hat."

Ja zur Homo Ehe! Was sagt ihr? Hier könnt ihr...

Gepostet von Patrick Lindner am Dienstag, 26. Mai 2015

Die TV-Legende Alfred Biolek, 80, steht zu seiner Homosexualität. Mitte der 60er-Jahre verliebte sich der Talkmaster ("Boulevard Bio") das erste Mal in einen Mann und hätte sich damals vermutlich gefreut, wenn er zumindest die Möglichkeit gehabt hätte, seinem Partner das Jawort geben zu können. "Früher hätte ich mir eine Ehe auch vorstellen können. Aber jetzt, mit fast 81 Jahren, habe ich zum Heiraten keine Lust mehr", meinte er im Gespräch mit GALA. An dem guten Beispiel der Iren sollten sollten wir uns laut der Fernseh-Ikone eine Scheibe abschneiden. "In Deutschland wäre die 'Homo-Ehe' auch an der Zeit, das müsste jetzt endlich möglich sein. Ich bin sehr beeindruckt, dass gerade die Iren das hingekriegt haben – von ihnen hätte man das doch am wenigsten erwartet."

Politikerin Katja Suding, die seit März 2011 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und darin Vorsitzende der FDP-Fraktion ist, fordert ebenfalls gleiches Recht für alle. "Weg mit der Ungleichheit. Öffnen wir die Ehe für alle Paare. Liebe, Respekt, Verantwortung und Fürsorge – als christliche Werte – lassen sich nicht in hetero- oder homosexuell unterscheiden. Immer wenn zwei erwachsene Menschen Verantwortung füreinander übernehmen wollen, sollen sie es in einer Ehe tun können. Unser gesellschaftliches Klima ist dem politischen hier weit voraus. Niemand will zudem dem Wert der Ehe zwischen Frau und Mann eine Absage erteilen, nur sollten wir das bei gleichgeschlechtlichen Paaren auch nicht tun."

Was im konservativen Irland geht, verweigert die SPD mit Verweis auf den Koalitionspartner. Ein Armutszeugnis.

Gepostet von Katja Suding am Sonntag, 24. Mai 2015

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