Gina-Lisa Lohfink: Kostet sie Heiko Maas den Job?

Neuer Wirbel im Fall Gina-Lisa Lohfink: Weil sich der Justizminister für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts einsetzte, soll er nach Willen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gehen

Gina-Lisa Lohfink, Heiko Maas

Der "Fall Gina-Lisa Lohfink" ist vorerst entschieden: Weil sie nach Meinung der Justiz zwei Männer zu Unrecht der Vergewaltigung beschuldigt hat, soll die ehemalige "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin 20.000 Euro wegen Falschverdächtigung zahlen. Nun schlägt der Fall auch in der Politik Wellen.

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Justizminister Heiko Maas soll zurücktreten

Wie das Magazin "Focus" berichtet, soll Heiko Maas, 49, wegen des Falls massiv in der Kritik von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, 73, stehen. Der soll in einer internen Sitzung des Präsidiums gesagt haben: "Ein anständiger Minister müsste da zurücktreten." Doch warum der Wirbel?

Mischte sich Heiko Maas in den Fall Gina-Lisa Lohfink ein?

Der Justizminister hatte sich Mitte Juni, also in zeitlichem Zusammenhang zum Fall Lohfink, für ein härteres Sexualstrafrecht ausgesprochen. Der "Bild am Sonntag" sagte er damals: "Die Verschärfung des Sexualstrafrechts darf nicht länger blockiert werden. Die Reform ist dringend notwendig, um eklatante Schutzlücken zu schließen. Für eine praxistaugliche 'Nein heißt Nein'-Lösung sind wir offen."

Brachte dieser Satz Wolfgang Schäuble in Rage?

Die Verschärfung des Sexualstrafrechts darf nicht länger blockiert werden. Wir müssen Frauen besser vor sexualisierter...

Gepostet von Heiko Maas am Samstag, 11. Juni 2016

"Nein heißt Nein" - eine Aufforderung, die zu einer Art Schlachtruf im Fall Lohfink wurde. Denn in einem Video, das die Blodine beim Sex mit den zwei der Vergewaltigung beschuldigten Männern zeigt, sagt sie mehrmals: "Nein, hör' auf."

Schäuble wirft Maas jetzt eine Einmischung in ein Strafverfahren vor. Denn: Es wird im "BamS"-Interview nicht ganz klar, ob sich Maas allgemein oder konkret bezogen auf den Fall des Models äußerte. Maas' Ministeriumssprecherin erklärte damals jedenfalls, er äußere sich nicht zu Einzelfällen.

Und: Schon kurz nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln hatte sich Maas für härtere Gesetze stark gemacht. Ein neuer Entwurf Ende April war Frauenverbänden jedoch nicht konsequent genug. Ihre Forderung: Das "Nein" eines Opfers müsse ausreichen, damit der Straftatbestand der Vergewaltigung erfüllt würde. Demgegenüber hatte sich Maas zunächst zurückhaltend gezeigt, er sei aber "offen für weitere Verschärfungen des Gesetzes".

Dies bekräftigte er in dem Interview im Juni - was Schäuble im Hinblick auf Gina-Lisa Lohfink zu missfallen schien.

Gina-Lisa Lohfink

Verrückte Performance-Aktion

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