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Gil Ofarim "Eine tolle Frau" hat ihn zum nachhaltigen Leben bewegt

Gil Ofarim
© Ina Bohnsack
Gil Ofarim zeigt im GALA-Interview, dass ein nachhaltiges Leben ganz einfach umzusetzen ist. Der Auslöser für ihn hatte mit der Begegnung einer "tollen Frau" zu tun, die ihn zum Umdenken bewegte.

Beim Thema Nachhaltigkeit muss Gil Ofarim, 39, direkt an die Begegnung mit einer Frau denken, die er "total toll fand". Eine bestimmte Situation auf einem Date brachte den Musiker dann zum Umdenken.

Heute hat er etliche Tipps und Tricks für ein grüneres Leben und gegen Ressourcenverschwendung parat, die sich ganz einfach im Alltag integrieren lassen. Und wenn der Familienvater mal nicht artig ist, melden sich seine zwei Kinder Leonard, 6, und Anouk, 4, zu Wort – denn die sind ganz schön "streng mit mir", gesteht er.

Das Interview wurde vor den Ereignissen in Leipzig geführt.

Gil Ofarim: Durch ein Date mit einer tollen Frau hat er begonnen, nachhaltiger zu leben

GALA: Gab es irgendwann einen ausschlaggebenden Grund für dich, nachhaltiger zu leben?
Gil Ofarim: Vor vielen Jahren hatte ich mal ein Date mit einer Frau, die ich total toll fand. Wir waren im Englischen Garten in München spazieren und sie hat ihre Zigarette nicht einfach weggeschnippt, was ich damals immer gemacht habe. Sie hat sie auf dem Boden ausgedrückt und zurück in die Verpackung gesteckt. Das fand ich super und nahm mir ein Beispiel daran. Ich habe dann auch aufgehört, Müll aus dem Fenster zu schmeißen.

Du hast Müll aus dem Fenster geschmissen?!

Das ist heute unvorstellbar, ich weiß! Diese Dummheit habe ich als Teenager gemacht.

Aber keiner kann mir erzählen, dass er das nicht vielleicht auch schon mal gemacht hat oder jemanden kennt. (lacht)

Denkst du über das Thema Nachhaltigkeit anders, seitdem du Vater geworden bist?
Ich habe mir als Vater angefangen, Gedanken zu machen, was für eine Welt ich meinen Kindern hinterlassen und was ich ihnen vorleben will? Da hat sich bei mir viel verändert. Mein Sohn wurde vor wenigen Tagen eingeschult. In den Bildungseinrichtungen wird heute viel mehr gemacht als damals noch.

Den Kindern wird dort ein stärkeres Bewusstsein für die Umwelt beigebracht. Sie lernen, was passiert, wenn Plastik in den Meeren landet. Das ist großartig! Meine Kinder werden niemals, wenn sie ein Bonbon essen, die Verpackung achtlos auf den Boden werfen. Sie sind auch streng mit mir! (lacht)

Auch Gil Ofarims zwei kleinen Kindern ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig – sogar so sehr, dass sie auch mal streng mit ihrem Papa sein müssen.
Auch Gil Ofarims zwei kleinen Kindern ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig – sogar so sehr, dass sie auch mal streng mit ihrem Papa sein müssen.
© Ina Bohnsack

Was machen du und deine Kinder, um im Alltag nachhaltiger zu leben?

  • Wir sortieren Flaschen, wir schmeißen nicht alles in den Restmüll, sondern sortieren aus wie zum Beispiel Kunststoff und entsorgen Dinge auf dem Wertstoffhof.
  • Leider rauche ich seit zwei Jahren wieder, und zwar E-Zigaretten. Die Filter sind ebenfalls aus Kunststoff, die ich auch nicht im normalen Hausmüll entsorge.
  • Kartons werfen wir nicht weg, sondern benutzen sie als Spielzeug und basteln daraus Autos oder U-Boote.
  • Übrig gebliebenes Essen frieren wir ein oder essen es am nächsten Tag.

Es sind zwar kleine Dinge, aber wenn jeder seinen Beitrag leistet, können wir als Masse viel bewegen.

Was passiert mit deinen alten Sachen wie Handys, Möbel, Klamotten?
Solange mein Handy funktioniert, benutze ich es und kaufe mir nicht jedes neue Modell. Wenn ich mir doch ein Neues hole, versuche ich das Alte zu verkaufen. Aussortierte Kleidung bekommen meine Freunde. Ich schenke wahnsinnig gerne.

Spielsachen, die die Kids nicht mehr benutzen, haben wir zusammen zu einer Unterkunft für Geflüchtete gebracht. So haben meine Kinder gesehen, dass Spielzeug besitzen nichts Selbstverständliches ist.

Diese Sache nervt Gil Ofarim total

Was nervt dich und würdest du gerne ändern, wenn du könntest?
Egal was du kaufst: Es ist in Plastik mit Plastik verpackt. Sogar Obst und Gemüse, was absolut nicht sein muss. Da würde ich mir wünschen, dass Menschen versuchen, so etwas nicht mehr zu kaufen. Jetzt spinne ich mal rum: Wenn alle das machen würden, dann würde die Industrie die Produktion doch nach wenigen Wochen einstellen? Konsumenten haben viel Macht, was einem oft gar nicht bewusst ist.

In welchem Bereich wärst du gern nachhaltiger, bist es bis jetzt aber noch nicht mangels Alternativen?
Ein schwieriges Thema ist das Fliegen. Manchmal muss ich wegen der Arbeit in kurzer Zeit zum Beispiel von Hamburg nach München reisen. Natürlich könnte ich die Strecke auch mit der Bahn zurücklegen, aber manchmal ist das einfach nicht möglich und dann muss ich fliegen – aber mit schlechtem Gewissen.

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Du setzt dich mit "Lightcycle" gegen die Verschwendung von Ressourcen durch beispielsweise falsches Entsorgen von Lampen ein. Welche Tipps hast du gegen Ressourcenverschwendung?

  • Anstatt jedes Kleidungsstück – vor allem bei Kindern – oder Möbelstück neu zu kaufen, öfter mal in Secondhand-Läden oder -Websites schauen.
  • Alte Kleidung, die man noch mag oder kaputtes Kinderspielzeug kann man reparieren.
  • Und gute Kleidung, die man aussortiert hat, nicht wegschmeißen, sondern lieber auf dem Flohmarkt weiterverkaufen.
  • Außerdem sollte man weniger online bestellen, um der Menge an Verpackungsmüll vorzubeugen.

Wie können andere am einfachsten ein grüneres und nachhaltigeres Leben beginnen umzusetzen?

Beim nächsten Einkauf einen Jute-Beutel mitnehmen und keine Plastik- oder Papiertüte vor Ort kaufen. Leitungswasser trinken, anstatt Wasser oder andere zuckerhaltige Getränke zu kaufen. Und Sparlampen verwenden.

Gil Ofarim engagiert sich zusammen mit "Lightcycle", Deutschlands führendem Rücknahmesystem für Beleuchtung, gegen die Verschwendung von Ressourcen durch falsches Entsorgen von LED- und Energiesparlampen. Unter der Sammelstellensuche finden Verbraucher:innen eine Sammelstelle in ihrer Nähe.

Verwendete Quellen: eigenes Interview, youtube.com

jse Gala


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