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Georgina Chapman So kämpft Weinsteins Frau um ihren Ruf

Georgina Chapman
Georgina Chapman
© Reuters
Harvey Weinsteins Noch-Gattin kämpft! Um ihre Firma. Ihren Ruf. Und die Gunst der Stars

Noch vor einem Jahr hätte Georgina Chapman, 41, die ganze Klaviatur der Mode-PR bedient. Eine Show, Interviews, Prominente, die ihre Roben tragen … Dieses Mal aber fällt der Launch ihrer Kollektion unspektakulär aus: Lookbooks werden an die Redaktionen geschickt, ein paar Treffen mit Moderedakteurinnen vereinbart. Dabei ist allein die Tatsache, dass es eine neue Marchesa-Kollektion gibt, eine Sensation. Denn genauso gut hätte die Firma von Chapman und ihrer Freundin Keren Craig, 41, untergehen können in dem Strudel um Harvey Weinstein, 65, Chapmans Ehemann.

Drastische Umsatzverluste

Seitdem der sich nach über 50 Anschuldigungen, er hätte Frauen sexuell belästigt, komplett zurückgezogen hat, ist auch das Label seiner Gattin vom Untergang bedroht. Zahlen muss Marchesa als Privatfirma nicht offenlegen, doch Insider meinen, der Umsatz sei um "mindestens 25 Prozent" zurückgegangen. Der Grund: Weinstein, gegen den die Staatsanwaltschaft aktuell in zwei Fällen ermittelt, soll das Unternehmen seiner Frau zuvor massiv unterstützt haben. Als Investor, aber auch als mächtiger TV-Mogul, der seine Stars dazu trieb, auf dem Red Carpet Marchesa zu tragen. Aktuell reiht sich Jessica Chastain in die Riege der Bedrängten ein. "Ich hatte einen heftigen Streit mit ihm, nachdem ich mich geweigert habe, Marchesa zu tragen", sagte die Schauspielerin kürzlich im "Wall Street Journal".

2004 gründeten die Freundinnen Georgina Chapman (r.) und Keren Craig die Modefirma Marchesa. Innerhalb kurzer Zeit wuchs der prominente Kundenstamm
2004 gründeten die Freundinnen Georgina Chapman (r.) und Keren Craig die Modefirma Marchesa. Innerhalb kurzer Zeit wuchs der prominente Kundenstamm
© Reuters

Sie demonstrieren Frauen-Power

Für Georgina Chapman kommt jede weitere dieser Enthüllungen unpassend. Denn bei Marchesa setzt sie jetzt konsequent auf die Solidarität der Frauen, seitdem sie ihr Unternehmen umstrukturiert hat. Und der Name ihre Noch-Gatten ist da nur hinderlich. Als Investor ist Weinstein raus, und die Scheidung steht kurz bevor. Kraftvoll versuchen Chapman und Craig, die Herausforderung anzunehmen und Frauen-Power zu demonstrieren. Seht her, wir können das auch ohne männlichen Förderer! – so die Botschaft hinter der neuen Kollektion, die von hawaiianischen Gärten inspiriert und sehr feminin ist: dramatische Silhouetten, verspielte Details, opulente Stoffe.

Wird sich die Marke erholen?

Dr. Caroline Heldman, Direktorin des "Gender in Media"-Instituts von Hollywood-Star Geena Davis, hält das für erfolgversprechend: "Wir sollten Chapman und ihre Marke unterstützen. Sie hat ihren Mann verlassen und sich distanziert. Aus feministischer Sicht verdient das Anerkennung." Noch gelten die roten Teppiche allerdings als Marchesa-freie Zone. Immerhin zeigt das Mode-Magazin "Vogue" aktuell 42 Fotos der neuen Kreationen. Auch Rob Greenspan, Fashion-Experte aus Los Angeles, glaubt: "Die Marke wird noch etwas zu leiden haben, aber sobald sich die Wogen geglättet haben, wird Marchesa ein Comeback feiern. Die Marke hat viele Fans, der Style gefällt den Frauen." Eine gewisse Durststrecke könnte Chapman finanziell durchhalten: Angeblich wird sie nach der Scheidung zwölf Millionen Dollar kassieren.

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Gala

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