George Michael: Wird er wieder singen können?

George Michael liegt mit einer schweren Lungenentzündung in einem Wiener Krankenhaus. Ob er seine Stimme wiederfindet, weiß momentan niemand

Seine samtige Stimme geht unter die Haut

und erfüllt mit ihrem unvergleichlichen Timbre auch den hintersten Winkel der Frankfurter Festhalle. Gänsehaut de luxe. George Michael braucht keine aufwendige Show, keine Outfitwechsel im Minutentakt. Er reißt die Fans durch pures Können und Präsenz zu Begeisterungsstürmen hin. Eine Tatsache, die durch seine Drogeneskapaden der vergangenen Jahre gerne mal in Vergessenheit geriet. Auch beim letzten Deutschland-Gig seiner "Symphonika"-Tour in Frankfurt am 19. November hatten viele Konzertbesucher deshalb spätestens bei Songs wie "Praying For Time" Tränen in den Augen. Nichts deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass George Michaels außergewöhnliche Stimme nun auf unbestimmte Zeit nicht mehr zu hören sein wird.

Seit Dienstag vergangener Woche wird George Michael in einem Wiener Krankenhaus wegen einer schweren Lungenentzündung behandelt. Nur wenige Informationen über seinen Gesundheitszustand dringen an die Öffentlichkeit: Michaels Managerin Connie Filippello gab auf "Gala"-Nachfrage keinen Kommentar ab, dem Krankenhaus wurde eine Nachrichtensperre auferlegt. Was man weiß: Der Notarzt erteilte dem Sänger im Wiener Hotel "Imperial" zunächst ein Auftrittsverbot - drei Stunden vor seinem Konzert in der Stadthalle. Erste Diagnose: Atemwegs-Entzündung. Das war am Montag. Bereits am nächsten Tag wurde er auf die Intensivstation des Rudolfiner-Krankenhauses eingeliefert, kurz darauf ins Wiener Allgemeine Krankenhaus verlegt. Er leide an einer besonders schweren Lungenentzündung, sei in "lebensbedrohlichem Zustand" gewesen und in ein künstliches Koma versetzt worden. Inzwischen liege der Popstar in einem Spezialbett auf der Intensivstation, werde mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine beatmet, heißt es.

Privater Einblick bei den Kaulitzs

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Bill und Tom Kaulitz
Bill und Tom Kaulitz zeigen erstmals ihre Mutter im Video.
©Gala

Auf den bisherigen Stationen seiner "Symphonica"-Tour, hier Mitte November in Mailand, sprühte George Michael vor Elan.

"George Michael spricht auf die Therapie an. Vom derzeitigen Standpunkt her kann der Zeitpunkt bis zu seiner Wiederherstellung nicht bestimmt werden. Aber er wird nicht fähig sein, den Rest seiner Tournee zu absolvieren. Abseits der medizinischen Behandlung sind absolute Ruhe und Zurückhaltung unumgänglich", zitiert Michaels Management die behandelnden Ärzte Christoph Zielinski, Chef der Medizinischen Universitätsklinik I am Wiener AKH, und Thomas Staudinger von der Intensivstation der Klinik. Die ausstehenden 14 Konzerte der insgesamt 59 Auftritte umfassenden Tour durch 15 Länder wurden zunächst einmal ausgesetzt. Wie lange Michael noch behandelt werden muss, ist unklar. Experten gehen davon aus, dass der 48-Jährige möglicherweise bis Weihnachten im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, das als eines der besten Europas gilt, behandelt wird. Hat sich George Michael zu viel zugemutet? Bereits vor einem Monat musste er in London ein Konzert wegen eines fieberhaften Infekts absagen, stand aber nach nur einem Tag Pause wieder auf der Bühne, obwohl er sich laut eines Twitter-Eintrags "wie tot" fühlte. Ein großer Fehler, wie Hans-Peter Hauber, Leiter des Bereichs Pneumologie in der Hamburger Asklepios Klinik in Altona, gegenüber "Gala" erklärt: "Es ist sehr wichtig, einen viralen Infekt komplett auszukurieren. Da er es nicht getan hat, hat George Michael das Risiko erhöht, an einer Lungenentzündung zu erkranken - gerade weil er als Sänger das Atemsystem sehr beansprucht."

Neue große Liebe: Mit dem libanesischen Hairstylisten Fadi Fawaz turtelte George Michael Mitte November verliebt in Venedig. Jetzt besuchte der den Sänger im AKH in Wien.

Dass er Marihuana-Konsument ist - noch Mitte November wurde er beim Rauchen gesichtet -, verschlimmert seine Disposition zusätzlich. "Menschen, die Schadstoffe inhalieren, haben ein höheres Risiko, sich eine AtemwegsInfektion zuzuziehen, da das Immunsystem geschwächt wird", so Hauber. Was George Michaels Gesangszukunft angeht, gibt der Spezialist eine relativ positive Prognose ab: "Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass die Krankheit nach einigen Monaten komplett auskuriert ist. Es besteht durchaus Hoffnung, dass George Michael seine Stimme nicht verlieren wird und auch wieder auf Tour gehen kann, wenn er seine Lungenentzündung übersteht." Noch ein Trost für den Sänger: In diesen schweren Stunden ist er nicht allein. Sein langjähriger Partner Kenny Goss, von dem er sich vor zwei Jahren trennte, wacht ebenso an seinem Krankenbett wie sein neuer Freund, der Star-Hairstylist Fadi Fawaz. Der erklärte am Sonntag der britischen Presse: "Es geht ihm schon viel besser, wir sind sehr glücklich." Sandra Reitz Mitarbeit: Alexander Nebe

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