Gérard Depardieu Flucht in Putins Arme

Gerard Depardieu mit Putin
Gerard Depardieu mit Putin
© Reuters
Schauspieler Gérard Depardieu hat es wirklich getan: Er traf Wladimir Putin, nahm seinen russischen Pass entgegen und kehrt Frankreich als Steuerflüchtling den Rücken

Adieu Frankreich. Gérard Depardieu, 64, ist offiziell russischer Staatsbürger: Der französische Filmstar ist am Donnerstag (3. Januar) von Präsident Wladimir Putin eingebürgert worden. Anreisen musste er dafür nicht, der Kreml vermeldete auf seiner Website, dass PutinDepardieu per Erlass die Staatsbürgerschaft verliehen habe. Am Freitag kursierte dann ein offener Brief Depardieus, in dem er die Einbürgerung annahm und seine Liebe zu Russland bekundete.

Am Samstag schließlich reiste der Mann, den viele bisher für den Franzosen schlechthin hielten, an die Schwarzmeerküste, ins russiche Sotschi, und traf sich mit Putin. Im Rahmen eines privaten Besuchs des Schauspielers in Russland sei dieser am Abend für ein "kurzes Treffen" mit Staatschef Wladimir Putin in dessen Residenz zusammengekommen, berichtete Putins Sprecher Dmitri Peskow der Presse am Sonntag. Das russische Fernsehen war dabei und zeigte Bilder einer Umarmung zwischen beiden Männern. "Der Präsident hat mit Herrn Depardieu über dessen weitere künstlerischen Pläne und eine Reihe weiterer Fragen gesprochen", sagte Peskow auch. Nach dem Treffen sei Depardieu dann sein neuer Pass ausgehändigt worden, angeblich nicht von Putin selbst.

Gérard Depardieu zeigt sich am 6. Januar 2013 in russischer Tracht und mit neuem Pass.
Gérard Depardieu zeigt sich am 6. Januar 2013 in russischer Tracht und mit neuem Pass.
© Reuters

Es gibt Bilder, die vom Sonntag (6. Januar) stammen und die in der Stadt Saransk 700 Kilometer südöstlich von Moskau aufgenommen sein sollen. Auf denen trägt Gérard Depardieu ein Trachtenhemd im russischen Stil und hält seinen neuen Pass in die Kamera.

Im Streit mit Frankreichs Regierung um hohe Steuern für Reiche und Pläne für weitere Steuererhöhungen hatte Gérard Depardieu zunächst seinen Abschied aus Frankreich verkündet und ein Haus in Belgien gekauft, um weniger Abgaben zahlen zu müssen. Während die französische Regierung Jahreseinkommen, die über einer Million Euro liegen, mit einen Steuersatz von 75 Prozent besteuern möchte, gilt im Reichenmekka Russland ein Einheitssteuersatz von 13 Prozent. In Frankreich herrscht große Empörung über Depardieus Steuerflucht.

Das kann fast nicht mehr dadurch getoppt werden, dass eine weitere Schauspielikone Frankreichs nun auch laut über eine Abwanderung nach Russland nachdenkt. Filmstar Brigitte Bardot geht es jedoch nicht um Steuern. Die blonde Tierrechtsaktivistin will so ein Zeichen gegen den mangelhaften Tierschutz in ihrem Heimatland setzen, heißt es.

cfu

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