Fritz von Weizsäcker (†59) : Er soll nicht weit von Vater Richard zur Ruhe gebettet werden

Vor über einer Woche wurde der Arzt Fritz von Weizsäcker (†) nach einem Vortrag erstochen. Nun veröffentlicht die Familie Details zu seiner Beisetzung.   

Fritz von Weizsäcker (†59) neben seiner Mutter Marianne

Fritz von Weizsäcker (†59) soll rund zwei Wochen nach seinem gewaltsamen Tod am kommenden Montag (2. Dezember) auf dem Waldfriedhof Dahlem in Berlin beigesetzt werden. Das verkündet die Familie in einer Todesanzeige für den verstorbenen Sohn von Richard von Weizsäcker (†94). Auch der Alt-Bundespräsident hat dort bereits am 11. Februar 2015 seine letzte Ruhe gefunden.

Der Friedhof liegt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf am Rand des Grunewaldes. Bekannte Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Gottfried Benn (1886-1956) oder die Schauspieler O.E. Hasse (1903-1978) und Harald Juhnke (1929-2005) wurden dort beerdigt.

Fritz von Weizsäcker wurde brutal erstochen

Familie, Freunde und Mitarbeiter von Fritz von Weizsäcker stehen derweil noch immer unter Schock. Wie aus dem Nichts, so scheint es, wurde der Arzt am 19. November aus dem Leben gerissen. Brutal niedergestochen von einem Mann, der von der Polizei zwar als psychisch belastet, aber nicht auffällig beschrieben wird.

Dabei brodelt es offenbar bereits seit dreißig Jahren in Gregor S., 57. Schon in den Neunzigern habe er Mordpläne gegen die Familie von Weizsäcker geschmiedet, soll er bei seiner Vernehmung offenbart haben. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet seine Motivation, den Sohn des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker des Lebens zu berauben, als eine "wahnbedingte allgemeine Abneigung des Beschuldigten gegen die Familie des Getöteten".

Altbundespräsident Richard von Weizsäcker (†94)

Richard von Weizsäcker: Job machte ihn zum Hass-Objekt

Dahinter steckt aber noch mehr. Gregor S. handelte offenbar nach einem Motiv, das bereits ein anderer unter anderem als Grund für gewalttätige Attacken auf den damaligen Bundespräsidenten angab. Horst Günter Roersch, 74, ehemaliger Deutscher Meister im Schwergewichtheben, warf Richard von Weizsäcker seine Tätigkeit in der Geschäftsführung bei dem Unternehmen Boehinger Ingelheim in den Sechzigerjahren vor.

Der Chemiekonzern soll damals das Entlaubungsprodukt "Agent Orange" im Auftrag der USA nach Vietnam geliefert haben. Der Giftstoff wurde großflächig versprüht und löste bei hunderttausend Bewohnern und rund zweihunderttausend US-Soldaten Krebserkrankungen und Fehlbildungen aus. 

Faustattacke auf den Altbundespräsidenten

Am 2. Dezember 1993 lauert Roersch dem damaligen Bundespräsidenten und seiner Frau Marianne von Weizsäcker, 87, vor dem Thalia Theater in Hamburg auf. Er sucht den Kontakt mit der Aufforderung "Auf ein Wort, bitte!", und schlägt dem Politiker unvermittelt ins Gesicht. Eine geplatzte Unterlippe, ein geprelltes Nasenbein, etwas Blut - Richard von Weizsäcker kommt damals mit dem Schrecken davon. Sein Sohn Fritz lässt für dieselbe Motivation 26 Jahre später sein Leben. 

Tat war geplant

Der 57-jährige Gregor S. aus dem rheinland-pfälzischen Andernach saß am 19. November als Zuhörer in einem Vortrag des Arztes in der Schlosspark-Klinik in Berlin-Charlottenburg. Plötzlich greift er den 59-Jährigen an und sticht mit einem Messer auf ihn ein. Ein privat anwesender Polizist, 33, soll noch dazwischen gegangen sein. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt. Von Weizsäcker erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen. Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass der Attentäter die Tat sorgfältig geplant habe.

Nach der Vernehmung des Angreifers geht die Generalstaatsanwaltschaft Berlin bei dem 57-Jährigen von einer "akuten psychischen Erkrankung" aus und teilte am gestrigen Mittwoch mit: "Der Unterbringungsbeschluss wegen Mordes und wegen versuchten Mordes ist soeben antragsgemäß erlassen worden. Der Beschuldigte wird heute in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht". Gregor S. ist zuvor offenbar noch nie polizeilich auffällig geworden. Nun hat er ein Leben auf dem Gewissen.

Verwendete Quellen: Generalstaatsanwaltschaft Berlin, BILD, Eigenrecherche

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