Freida Pinto: "Es war die Mühe wirklich wert"

Freida Pinto begeistert in ihrem neuen Film mit großartigen Tanzszenen. Welche Strapazen sie dafür auf sich nahm, wer sie zu Tränen rührte und wofür sie am liebsten gelobt wird, verrät die Schauspielerin im Gala-Interview

Freida Pinto

Die Nacht im Februar 2009, in der Danny Boyles "Slumdog Millionär" acht Oscars gewann, stellte das Leben von Freida Pinto völlig auf den Kopf. Von heute auf morgen war die indische Schauspielerin, Tochter eines Bankers und einer Schuldirektorin, weltberühmt. Hollywood überschüttete sie mit Angeboten, L’Oréal ernannte sie zur Markenbotschafterin.

Natürlich hätte sie damals nach L. A. ziehen können, doch sie blieb, ganz bodenständig, in ihrer Heimatstadt Mumbai. Ihrer Karriere hat das nicht geschadet: Beim diesjährigen Festival in Cannes wurde sie für das Drama "Wüstentänzer – Afshins verbotener Traum von Freiheit" gefeiert. Auch in Sachen Liebe ist Freida Pinto eher der beständige Typ. Bis heute ist sie mit Schauspielkollege Dev Patel glücklich, den sie beim "Slumdog Millionär"-Dreh kennenlernte.

Stefanie Giesinger

Sie freut sich über ihren neuen Look

Stefanie Giesinger
Zuletzt ist Stefanie Giesinger mit blonder Mähne in wechselnder Länge unterwegs gewesen, jetzt zeigt sie sich wieder ein bisschen verändert.
©Gala

Wie alles begann: "Slumdog Millionär"-Regisseur Danny Boyle mit seinen Stars Dev Patel und Freida Pinto.

Freida, die Tanzszenen in Ihrem aktuellen Film sind wirklich großartig …

Dankeschön! Ich habe ja auch ein Jahr lang täglich viele Stunden trainiert und mich mit Blasen, blauen Flecken und Rückenproblemen herumgeplagt. Es ging an die Grenze der Belastbarkeit. Oft dachte ich, ich werde ohnmächtig. Doch es war die Mühe wirklich wert.

Warum haben Sie die Strapazen auf sich genommen?

Erst mal reizte mich die Geschichte. Dass die indische und die iranische Kultur viel gemeinsam haben, hat meinen Wunsch noch verstärkt, die Figur der rätselhaften "Elaheh" zu spielen. Außerdem war ich sehr erstaunt, dass im Iran das Tanzen verboten ist. Dieses Land hatte doch über Jahrhunderte hinweg eine Hochkultur mit persischer Lyrik, Kunst, Medizin und Architektur! Heute aber werden den Menschen dort so viele elementare Freiheiten verwehrt.

Waren Sie zur Vorbereitung im Iran?

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Ich wäre gerne vor dem Drehstart hingereist, um noch ein besseres Gefühl für das Land und die Menschen zu bekommen. Aber es gab Schwierigkeiten mit meinem Visum, deshalb hat es nicht geklappt. Die Dreharbeiten fanden dann in Marokko statt – im Iran durften wir nicht drehen.

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Dazu fällt mir eine Geschichte des realen "Afshin" ein, auf dessen Leben der Film ja beruht. Als er in Paris seine Tanzausbildung beendet hatte, rief er "Azadi!", was so viel wie "Freiheit" bedeutet. Ich war zu Tränen gerührt, als ich davon hörte. Tanz ist eine universelle Kunst, für alle Menschen verständlich. Sie darf uns nicht genommen werden.

"Wüstentänzer" Der Film, inszeniert von dem britischen Regisseur Richard Raymond, erzählt die Geschichte des 1986 geborenen iranischen Tänzers Afshin Ghaffarian (Reece Ritchie). Weil das Tanzen in seinem Land verboten ist, gründet er im Untergrund eine Dance Company. Dabei lernt er die geheimnisvolle Elaheh (Freida Pinto) kennen. Als Afshin eine Aufführung plant, kommt ihm die Geheimpolizei auf die Spur. (Jetzt im Kino).

Durch den Überraschungserfolg "Slumdog Millionär" wurden Sie berühmt. Denken Sie manchmal noch über dieses Phänomen nach?

So was kann man nie völlig verstehen, aber gerade das macht den Zauber aus. Man muss im Leben nicht alles erklären können. Ein Gemälde musst du nicht analysieren – du liebst es einfach.

Wo immer über Sie gesprochen oder geschrieben wird, wird Ihre Schönheit herausgestellt. Schmeichelt Ihnen das?

Ehrlich gesagt bin ich nicht erpicht auf Komplimente zu meinem Aussehen. Mir bedeutet es viel mehr, wenn jemand von meiner Schauspielkunst beeindruckt ist.

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