Franziska Weisz + Wotan Wilke Möhring: Zum Verhör, bitte! Doppelinterview mit dem "Tatort"-Dreamteam

Franziska Weisz und Wotan Wilke Möhring gehören zu den beliebtesten "Tatort"-Teams. Im GALA-Interview sprechen sie über Knöllchen, Moral und Küsse am Set

Fürs GALA-Shooting mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz schlossen die Beamten der Bundespolizei eine Gewahrsamszelle auf. Möhrings Kommentar: "Bei mir zu Hause ist es gemütlicher"

Bundespolizei-Inspektion Hamburg. Zwei TV-Kommissare begegnen echten Kollegen. 

Wotan Wilke Möhring & Franziska Weisz über den "Tatort"

Die Begrüßung ist freundlich, geradezu herzlich. Überall Schulterklopfen. Die echten Polizisten sind hier alle "Tatort"-Fans, wie der Dienststellenleiter GALA verrät. Nach einer Tasse Kaffee in großer Runde entführen wir Wotan Wilke Möhring, 51, und Franziska Weisz, 38, in eine der kargen Gewahrsamszellen. Hier lenkt nichts und niemand ab.

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©Gala

GALA: Wann hatten Sie beide zuletzt mit der Polizei zu tun?

WOTAN WILKE MÖHRING: Also, ich bin schon beim Falschparken erwischt und erkannt worden. Da wurde ich dann auch mal nach einem Autogramm gefragt. Das Knöllchen musste ich trotzdem zahlen. Wäre ja auch ulkig, wenn nicht.

FRANZISKA WEISZ: Wenn ich unterwegs bin und Polizisten sehe, bleibe ich oft stehen. Ich schaue mir genau an, wie sie sich bewegen, wie sie die Waffe tragen, wo am Gürtel die Handschellen angebracht sind. Man lernt ja nie aus. Es ist eigentlich erstaunlich, dass ich noch keine Verwarnung wegen Dumm-Rumstehens und Glotzens bekommen habe. 

Beide Stars kamen auf Umwegen zum Traumberuf Schauspieler: Franziska Weisz studierte zunächst Internationale Beziehungen und Medien in London, Möhring arbeitete früher als Elektriker, Model und Türsteher 

GALA: Hat sich denn Ihr Verständnis für den Polizeiberuf verändert, seit Sie selbst als "Tatort"- Kommissare ermitteln?

WEISZ: Auf jeden Fall nimmt man manches noch viel deutlicher wahr. Wenn zum Beispiel an der Ausrüstung der Polizei gespart wird, kann sie ihre Aufgaben nicht umfassend erfüllen. Und klar, dass sich die Menschen in brenzligen Situationen alleingelassen fühlen, wenn die Polizei nicht schnell genug am Tatort eintrifft oder ähnliches.

MÖHRING: Ich spiele diese Rolle schon mehr als fünf Jahre, da schärft sich der Blick auf die Polizeiarbeit. Leute, die sich außerhalb des Gesetzes bewegen, haben eine Freiheit, die wir als Gesetzestreue gar nicht haben können. Und leider ist es ja so, dass immer erst etwas passieren muss, bevor die Polizei kommen kann. Sie kann auch bei Kriminellen nicht einfach reinmarschieren und jemanden auf Verdacht festnehmen. Das ist die Krux. Wir müssen die Bösen mit unseren Regeln zur Strecke bringen – da komme ich manchmal mit der eigenen Moral an Grenzen.

GALA: "Treibjagd" ist Ihr fünfter gemeinsamer "Tatort". Wie hat sich die Beziehung zwischen Ihren Figuren entwickelt?

MÖHRING: Wir – also Falke und Grosz – duzen uns jetzt.

WEISZ: Ja, ich habe dir das Du angeboten. Das ist echt eine schöne Entwicklung, weil wir jetzt viel mehr auf Augenhöhe arbeiten.

GALA: Wie weit geht die Nähe? Ein Kuss stand noch nicht im Drehbuch – kommt der noch? 

MÖHRING: Ein Kuss würde unsere schöne Zusammenarbeit gerade stören, das wäre irgendwie zu platt. Er würde, wie manchmal im wahren Leben auch, alles durcheinanderbringen. 

WEISZ: Richtig. 

GALA: Sind Sie privat miteinander befreundet? 

WEISZ: Ja, wir sind Freunde geworden. 

MÖHRING: Wir verbringen gerne Zeit miteinander. Am Set und sonst auch. 

GALA: In "Treibjagd" geht es darum, was Hetze und Hasskommentare in den Sozialen Netzwerken anrichten können. Wurden Sie damit im wahren Leben schon konfrontiert?

MÖHRING: Ja, einmal schon. Ich bin ja Fußballfan, BVB, und ich habe mal einen Kommentar gepostet, der nicht jedem gefiel. Das hat einen Shitstorm ausgelöst, da kochte emotional was hoch. Irgendwann war es aber auch wieder vorbei. 

WEISZ: Ich habe bislang nur nette Kommentare bekommen.

Unser TV-Tipp: die "Tatort"-Folge "Treibjagd" mit Franziska Weisz und Wotan Wilke Möhring (Das Erste, 18. November, 20.15 Uhr). Es geht es um einen Mord und eine Hetzjagd im Internet 

GALA: Empfinden Sie die Sozialen Netzwerke als Fluch oder Segen? 

WEISZ: Beides. Wenn man rumstänkern will, ist die Hemmschwelle auf der digitalen Ebene viel niedriger, als wenn man jemandem direkt in die Augen guckt. 

MÖHRING: Sehe ich genauso. Man muss mit dieser Form der Medien verantwortungsvoll umgehen. 

GALA: Herr Möhring, via Instagram lassen Sie die Öffentlichkeit an Ihrem Leben teilhaben. Wo ziehen Sie die Grenze? 

MÖHRING: Instagram ist für mich eine Art buntes Bilderbuch, das ich Freunden und treuen Fans gerne öffne. Grundsätzlich bleiben meine Kinder aus allem raus. Ab und zu sind sie mal von hinten in spaßiger Urlaubsatmosphäre zu sehen. Mehr nicht. Sie haben auch noch kein eigenes Handy. 

GALA: Dürfen Ihre Kinder ins Internet? 

MÖHRING: Nur sehr dosiert. Die Welt da draußen sollen sie nicht über digitale Medien begreifen lernen. 

GALA: Dürfen sie "Tatort" gucken? 

MÖHRING: Nein. Ich finde, das ist zu harter Tobak. 

Seit 2013 spielt Wotan Wilke Möhring den "Tatort"-Kommissar Thorsten Falke. Seit 2015 ermittelt an seiner Seite die Wienerin Franziska Weisz als Kommissarin Julia Grosz 

GALA: Im Tatort sind Sie Teamplayer. Im privaten Umfeld auch? 

MÖHRING: Natürlich. Ohne Team geht nix. Wir sind ja soziale Wesen. Wichtigste Säulen sind meine Freundin und meine Familie, auch wenn oft nicht so viel Zeit da ist, wie jeder Einzelne verdienen würde. Teamgeist ist wichtig. Ich bin mit diesem Bewusstsein aufgewachsen und will das jetzt so an meine Kinder weitergeben.  

WEISZ: Mein Mann und ich sind ein klasse Team. Und ganz wunderbare Freunde habe ich auch. 

GALA: Ihre Partner sind vom Fach: Ihre Freundin Cosima Lohse, Herr Möhring, kommt auch aus der Filmbranche, und die Mutter Ihrer drei Kinder ist Kamerafrau. Und Ihr Ehemann Felix Herzogenrath wiederum, Frau Weisz, ist Regisseur. Wie beeinflusst das alles Ihr Beziehungsleben? 

MÖHRING: Es ist von Vorteil, wenn der Partner weiß, wie die Filmwelt funktioniert. Ich glaube, bei unserem Beruf vereinfacht das vieles, weil wir oft unterwegs und nicht erreichbar sind. 

WEISZ: Sehe ich auch so. Und wenn man mal einen Drehtag vergeigt hat und unzufrieden nach Hause kommt, ist da möglicherweise mehr Verständnis für einen traurigen oder schlecht gelaunten Partner. 

GALA: Herr Möhring, verheiratet waren Sie noch nie... 

MÖHRING: ...und ich bin übrigens auch der Einzige in meiner Familie, der nicht verheiratet ist. 

GALA: Mit knapp über 50 könnte jetzt doch der Zeitpunkt gekommen sein? 

MÖHRING: Ich würde nie nie sagen. Aber Heiraten ist gerade kein Thema. 

GALA: Wie sieht bei Ihnen die Familienplanung aus, Frau Weisz? Wünschen Sie sich Kinder? 

WEISZ: Ja, ich wünsche mir eine Familie. Das kann aber noch etwas warten. 

GALA: Wenn Sie sich so umschauen: Was läuft derzeit gut und was läuft schief in unserem Land? 

WEISZ: Schief läuft, dass wir uns leider einreden lassen, alles würde schieflaufen. Einiges läuft doch auch gut. Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit, kein Austritt aus sinnvollen UN-Abkommen, oder dass die Wähler der Volksparteien eben nicht nur nach rechts, sondern mehr noch zu den Grünen abwandern. Ich hoffe ja, dass uns Frau Merkel noch ein paar Jahre als Kanzlerin erhalten bleibt. 

MÖHRING: Andererseits ist es auch immer gut, den Weg für etwas Neues freizumachen.

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Sie lösen "Hauptkommissar Steier" in Frankfurt ab: Margarita Broich alias "Hauptkommissarin Anna Janneke" und Wolfram Koch alias "Hauptkommissar Paul Brix" ermitteln am 17. Mai 2015 zum ersten Mal in der ARD. Es gibt viel zu tun für die neuen Frankfurter Kommissare.

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