VG-Wort Pixel

Franziska van Almsick Eine Klasse für sich

Franziska van Almsick
© Andreas Rentz / Getty Images
Franziska van Almsick und andere bekannte Frauen haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Der GALA verrät die Schwimmerin, worum es bei dem großen Projekt geht.

Aus dem Schwimmbecken auf den Rasen: Franziska van Almsick, 44, hat ein neues Projekt. Sie sitzt im Aufsichtsrat der Frauenmannschaft von Viktoria Berlin und will zusammen mit einem Team berühmter Frauen das Regionalliga-Team innerhalb der nächsten fünf Jahre in die Bundesliga bringen. Doch das ist längst nicht alles. Damit die Kickerinnen sich voll auf dieses Ziel konzentrieren können, bekommen sie ein Gehalt und sind damit auch in der Berufsgenossenschaft versichert. 

Franziska van Almsick: Frauenfußball soll sich nachhaltig verändern

Extrem ungewöhnlich für diese Spielklasse und eine kleine Revolution, die den Frauenfußball in Deutschland nachhaltig verändert und die Situation der Spielerinnen verbessert. "Es geht darum, gesehen zu werden", sagt van Almsick im Gespräch mit GALA und klingt fast ein bisschen wie Alice Schwarzer, 79. Über die sagt sie: "Als Frauen wären wir ohne sie heute nicht an diesem Punkt." Selbst sieht sie sich nicht als "Super- Emanze", spreche sich auch gegen eine Frauenquote aus. Aber: "Was mir fehlt, sind Spitzenpositionen, die mit der Familie vereinbar sind. Das ist das große Ziel, für das man nicht den Bulldozer rausholen, sondern dem man Zeit geben muss." Und für das man Geld braucht.

Franziska van Almsick wünscht sich starke Vorbilder

Sechs Gründerinnen und 87 Menschen, die Geld geben – darunter einige Männer – weiß die ehemalige Profischwimmerin an ihrer Seite. Ein Netzwerk von Frauen wie ZDF-Moderatorin Dunja Hayali und Comedian Carolin Kebekus mit den unterschiedlichsten Kompetenzen. Van Almsick: "Ein großes Miteinander mit viel Empathie. Es geht um die Sache und nicht, reich und berühmt zu werden." Der Mutter von zwei Söhnen ist es besonders wichtig, Sportlerinnen und Sportler wieder als Vorbilder zu etablieren. "Die Influencer haben das sportliche Ideal abgelöst. Da müssen wir uns wieder gesellschaftlich positionieren." Leistungsstärke, Fairness und die Bereitschaft, auf Ziele hinzuarbeiten, all das seien die positiven Eigenschaften, die den Kindern vorgelebt werden sollen. Und ein modernes Frauenbild. "Natürlich will ich meinen Söhnen all das mit auf den Weg geben, die zwei werden mal Gentlemen vor dem Herrn", sagt sie lachend. Die Spielerinnen von Viktoria Berlin wissen, welche Verantwortung auf ihren Füßen lastet. Glücklicherweise sind sie erfolgreich in die aktuelle Saison gestartet. Ganz vorne, da soll ihr Platz sein. Und das nicht nur in der Tabelle.

Gala

Mehr zum Thema

Gala entdecken