Frank Elstner: Der TV-Moderator ist an Parkinson erkrankt

Frank Elstner ist schwer krank: Er leidet an Parkinson, einer Erkrankung des Nervensystems. In einem ausführlichen Interview mit DIE ZEIT sprach der Show-Master über die Diagnose und die Auswirkungen auf sein Privat- und sein Berufsleben

Frank Elstner, 77, ist an Parkinson erkrankt. Das bekannte er  jetzt erstmals in einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. Wie er mit der Diagnose umgeht, mit der schweren Krankheit lebt, ohne ihr allzu viel Platz einzuräumen, darüber sprach der 77-Jährige mit den Autoren Christine Meffert und Sascha Chaimowicz.

Frank Elstner hatte schon länger Symptome

Die Diagnose habe er vor ziemlich genau drei Jahren, im April 2016, von einem Neurologen erhalten, erzählt Frank Elstner. "Scheiße, ich habe Parkinson", habe er zu einem Mitarbeiter gesagt, der ihn von der Praxis abgeholt hatte. Außer seinen besten Freunden und seiner Familie habe er allerdings niemandem von der Krankheit erzählt. 

Dabei wird schon seit 2017 über den Gesundheitszustand des gebürtigen Österreicher spekuliert. Auf Nachfrage von "BILD" dementierte der Show-König Ende September 2017 das Parkinson-Gerüchte. "Ich möchte dazu nichts sagen. Jedes Jahr schreibt man von einer anderen Krankheit, die ich angeblich hätte (...)." Doch er gab zu, dass seine Hände zittern würden. "Mir ist es zum ersten Mal vor drei Jahren aufgefallen, damals in der Sendung 'Menschen der Woche', als ich ein Glas Wasser getrunken habe." Er sei wegen eines Zitterns beim Arzt gewesen. "Die Diagnose Parkinson ist mir nicht gestellt worden“, stellte der ehemalige "Wetten, dass...!?"-Gastgeber damals klar. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Er sei bei vier Ärzten gewesen, erzählt Elstner der ZEIT. Einer habe ihm gesagt, er habe alles, nur kein Parkinson. "Dann fährt man nach Hause zu seiner Frau und sagt, Du, reg dich nicht auf, ich habe kein Parkinson." Auch ihm selbst habe dies Hoffnung gegeben, leider vergebens. Doch die Uneinigkeit der Ärzte sei es nicht gewesen, die ihn so lange über die Krankheit hätten schweigen lassen.

Darum behielt er die Diagnose für sich

Dass er seine Krankheit drei Jahre lang für sich behielt, dafür findet Frank Elstner einen klaren Grund: Er hätte schlichtweg nicht gewusst, warum er sich mit der Presse über seinen Gesundheitszustand hätte unterhalten sollen. Als Journalist hätte er jedoch gewusst, dass er die Krankheit eines Tages zugeben müsse. "Sie sehen ja selbst, dass ich ein bisschen zittere. Und dann hat mir auch mein Arzt gesagt, komm, Angriff ist die beste Verteidigung: Sag den Leuten, dass du es hast, und Ruhe", erklärt der Vater von fünf Kindern. Zudem sei er ein "Weltmeister im Verdrängen", habe schlichtweg nicht akzeptieren wollen, krank zu sein. So wollte er offenbar versuchen, Parkinson ein wenig von sich fernzuhalten: "Warum soll ich den jetzt reinlassen und sagen: Mach mit mir, was du willst?" 

Tragische Schicksalsschläge

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So lebt Frank Elstner mit Parkinson

Mittlerweile hat Frank Elstner gelernt, mit der Nervenerkrankung zu leben, erzählt der im Interview. Verhältnismäßig gut ginge es ihm aktuell. Beeinträchtigungen des Gedächtnisses oder Schluckbeschwerden etwa habe er bislang nicht. Doch er gesteht: "(...) wenn ich heute Morgen meine Pille nicht genommen hätte, würde ich jetzt mehr zittern. Wenn ich eine nehme, dann hält es wieder ein paar Stunden. Ich hoffe, dass das noch ein paar Jährchen so geht." Was ihm beim Umgang mit dem Symptomen hilft? Bewegung! Und dafür habe er einen ganz speziellen Mann an seiner Seite, erzählt der Moderator im Interview: "Man verliert einen Teil des Gleichgewichtsgefühls, man stolpert leichter, und dagegen kann man Bewegungsübungen machen. Mein engster Mitarbeiter ist Diplom-Sportlehrer und genau der richtige, um mit mir viermal die Woche zu trainieren. Bewegung hat einen sehr großen Einfluss auf den Verlauf dieser Krankheit. Und grüner Tee, hat mir ein Arzt gesagt."

Er macht weiter 

Mit dem Fernsehen aufhören will die Show-Legende trotz der Erkrankung nicht. Am 25. April startet seine neue Talkshow "Wetten, das war's..?" auf YouTube. Frank Elstner hofft, dass im Umgang mit seiner Krankheit eine gewisse Natürlichkeit Einzug halten wird. "Dann zittere ich halt", witzelt er. 

Verwendete Quelle: DIE ZEIT, BILD

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