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Frank Elstner So geht es ihm heute mit seiner Parkinson-Erkrankung

Frank Elstner
© Christian Augustin / Getty Images
TV-Legende Frank Elstner leidet seit mehreren Jahren an Parkinson. In einem Interview erzählt er nun, wie es ihm mit der Erkrankung geht und warum Selbstmitleid für ihn nicht infrage kommt.

Frank Elstner, 79, ist eines der bekanntesten Gesichter Deutschlands. Als Moderator und und Entwickler von TV-Shows wie "Wetten, daß ...?" prägte er die Fernsehlandschaft. Inzwischen hat er sich aus der Öffentlichkeit größtenteils zurückgezogen und kämpft gegen seine Parkinson-Erkrankung, die 2016 bei ihm diagnostiziert wurde. In einem Interview spricht er jetzt über seinen Alltag mit der Erkrankung und erklärt, warum er mit Selbstmitleid nichts anfangen kann. 

Frank Elstner: "Ich habe geglaubt, ich habe kein Parkinson"

In dem ARD-Talk "3nach9" offenbart Frank Elstner, dass er schon Jahre vor seiner Diagnose typische Symptome bemerkt habe. Wenn er mit Gästen seiner Sendung anstoßen wollte, habe er das Glas mit beiden Händen festhalten müssen, um nicht zu zittern. Daraufhin habe er ärztlichen Rat gesucht, allerdings hätten seine Hausärztin sowie andere Mediziner:innen sein Zittern jahrelang als Nervosität abgetan. "Ich habe einfach geglaubt, ich habe kein Parkinson", sagt Elstner. Erst als er in einem Universitätsklinikum "auf den Kopf gestellt" wurde und an Professor Dr. Jens Volkmann, der ebenfalls im ARD-Talk zu Gast ist, geriet, bekam er die richtige Diagnose.

Seitdem ist er mit Medikamenten, aber auch in Bezug auf seine Lebenshaltung eingestellt. "Seither weiß ich, man kann als Parkinson-Kranker zwar nicht geheilt werden oder die Krankheit nicht auf einmal vergessen, aber man kann helfen, dass sie sich nicht ganz so schnell schrecklich weiterentwickelt", erklärt der ehemalige Showmaster. Dazu gehöre Sport, eine gesunde Ernährung und vor allem eine positive Denkweise. Für Letzteres rufe er sich schon morgens Volkmanns Worte ins Gedächtnis: "Du hast doch nur ein Parkinsöhnchen." 

Als Judith Rakers nach seinen Symptomen fragt, erzählt Frank Elstner, dass er sehr unruhige Beine hatte, was vor allem nachts problematisch war: "Das ist ein schreckliches Gefühl. Du kannst nicht schlafen und wackelst mit den Beinen herum." Außerdem habe er hin und wieder "geboxt", was dazu führte, dass er im Laufe von etwa zwei Jahren mehrere Nachttischlampen "kaputtgehauen" habe. Seitdem haben er und seine Frau Britta zwei Schlafzimmer. Sie versuchen zwar die Nachtruhe meist gemeinsam zu genießen, doch manchmal müssen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden: "Wenn ich das Gefühl habe ich bin zu unruhig, ziehe ich mich lieber zurück. Ich habe keine Lust zum Verbrecher zu werden, weil ich dieses blöde Parkinson habe." Denn es könne vorkommen, dass Parkinson-Kranke ihre Partner:innen würgen.

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"Selbstmitleid ist das Schlimmste"

In seinem Alltag mache er viel Sport, da dieser ihm helfe – Britta habe ihm auch einen Boxsack geschenkt. "Der Erfolg bei mir ist, dass ich seit 2016 Parkinson bestätigt habe, aber immer noch das Gefühl habe, ich ticke noch richtig“, sagt der 79-Jährige. Die Erkrankung habe ihm zudem einmal mehr verdeutlich, dass Selbstmitleid für ihn keine Option sei. "Ich habe sehr früh in meinem Leben Momente erlebt, wo ich mich geschämt habe für Menschen, die sich im Selbstmitleid ergehen."

Sobald mitleidige Gedanken wie "Warum gerade ich?" in ihm aufkeimen, kämpfe er sofort gegen diese an und unternimmt zum Beispiel etwas mit seiner Familie. Außerdem habe er bereits vor mehreren Jahren seine Leidenschaft entdeckt – die Arbeit an Filmen über bedrohte Tierarten: "Das lenkt dich so ab, dann hast du alles, bloß keine Krankheit mehr."

Verwendete Quelle: 3nach9

sti Gala


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