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Ferdinand von Habsburg Er wäre der nächste Kaiser von Österreich

Ferdinand von Habsburg
Ferdinand von Habsburg
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In seiner Heimat gibt es zwar keine Monarchie mehr - trotzdem strebt Ferdinand von Habsburg die Krone an: Er will die Formel-1-Spitze erobern - unbedingt. GALA traf Sissis coolen Nachkommen als erstes deutsches Magazin
GALA-Redakteurin Martina Ochs hat mit Ferdinand von Habsburg das erste deutsche Interview geführt.
GALA-Redakteurin Martina Ochs hat mit Ferdinand von Habsburg das erste deutsche Interview geführt.
© Gala

Die legendärste Adlige aller Zeiten gehört zu seiner Familie. Sisi! Natürlich kennt Ferdinand von Habsburg die Verfilmungen mit Romy Schneider. Mit der zuckersüß verklärten Variante seiner Familiengeschichte kann er jedoch wenig anfangen – eher mit der Bully-Herbig-Parodie: "Mein absoluter Liebling ist die Comic-Version "Lissi und der wilde Kaiser". Darüber amüsieren mein Vater und ich uns immer sehr", sagt der 18-Jährige und lacht.

Entspannt wirkt er, locker und gut drauf, als GALA ihn in einem Hotel am Wiener Flughafen trifft. "Ich nehme den Sessel, da sitze ich wie auf einem Thron", witzelt er, als es an die Verteilung der Sitzplätze in der Lounge geht. Dass er einer der einst wichtigsten Herrscher-Dynastien überhaupt entstammt, merkt man dem Teenie in Shirt und kurzen Hosen nicht an. Wäre die Monarchie in Österreich 1918 nicht abgeschafft worden, könnte Ferdinand Zvonimir Maria Balthus Keith Michael Otto Antal Bahnam Leonhard Habsburg-Lothringen nach seinem Vater den Thron als Kaiser von Österreich besteigen.König von Ungarn, Böhmen und Kroatien wäre er laut Geschichtsschreibung zudem.

Kein Gentleman-Driver

Ob er manchmal von dieser Rolle träumt? "Nein. Es steht ja nicht als Option da, deshalb muss ich da auch nicht darüber nachdenken und Energie reinstecken." Stattdessen investiert er all seine Reserven in seinen eigenen Traum: Er will Profi-Rennfahrer werden. Kein Gentleman-Driver wie etliche andere Adlige – nein, Ferdinand will in die Königsklasse, die Formel 1. Die ersten Schritte in diese Richtung hat er früh gemacht. Im Alter von acht Jahren packte ihn in einer Indoorhalle das Rennfieber – ein paar Runden drehen, schon war’s passiert.

Seine Eltern, die schillernde Society-Lady und Kunst-Mäzenin Francesca von Habsburg und sein Vater Karl von Habsburg, kauften ihm kurz darauf einen eigenen Rennkart. Sie hofften wohl, das Faible des einzigen Sohnes und Erben würde sich irgendwann von selbst erledigen. Falsch! Ferdinand gewann etliche Preise, wurde unter anderem ungarischer Kartmeister, wechselte in die Rennliga und startet heute in der Formel Renault 2.0.

Der Sport ist nicht seine einzige Liebe

Das erinnert an Michael Schumachers Sohn Mick, der in Deutschland ähnlich gute Leistungen einfährt. Zwar sind Ferdinands Eltern seine Hauptsponsoren, er wird aber bereits auch von einigen Unternehmen unterstützt. Einen Führerschein besitzt er noch nicht – es hakte bei der Theorie –, aber eine Rennlizenz. "Wenn ich ins Auto steige, lächle ich. Rennfahren ist mein Job. Ich liebe es über alles. Ich habe schon mit zehn Jahren gespürt, dass dieser Sport genau das Richtige für mich ist", sagt der Habsburger. "Ich bin mir sicher, dass diese Begeisterung ein Leben lang halten wird."

Trotzdem ist der Sport nicht seine einzige Liebe – er pflegt auch eine Beziehung, hat eine Freundin. "Dafür werde ich immer Zeit haben." Für einen Teenie wirkt er erstaunlich reflektiert, wählt seine Worte sorgfältig. Gute Adelsschule und Erziehung eben. Angst? "Überhaupt nicht. Ich denke nur daran, wie schnell ich fahren kann, bis ich anstoße." Trotzdem betet er hin und wieder direkt vor dem Start. "Das beruhigt mich."

Immer 100 Prozent geben

Am liebsten würde Ferdinand irgendwann im Team Williams landen. "Aber ich würde natürlich jeden Job in jedem Team annehmen." Bevor Ferdinand von Habsburg sich dem Rennfahren komplett widmen konnte, musste er erst die leidige Schule abschließen. Ganz glatt lief sein letztes Jahr an der Wiener Danube International School, die er erst vor wenigen Wochen beendete, nicht. Fast 50 Prozent Fehlzeiten leistete er sich, der Grund: zwei Monate Trainingslager in Neuseeland. Als er immer weiter trainieren wollte, statt zur Schule zu gehen, sprach sein Vater ein Machtwort. "Er hat gesagt: Nix da. Aus! Ich danke ihm sehr dafür, dass er mich zurückgezwungen hat."

Ferdinand legte einen guten Abschluss hin, bei seiner letzten Prüfung sogar mit Bestnote, obwohl er den Stift schon nach einer Dreiviertelstunde fallen ließ – wegen eines Rennens. "Ich bin sehr ehrgeizig", sagt er, "und wurde dazu erzogen, immer 100 Prozent zu geben." Ob er später einmal studieren wird, hält er sich offen. Den Doppeladler, das traditionelle Symbol seiner Dynastie, trägt er als Emblem auf seinem Rennhelm. Der Adler wurde extra umdesignt: "Ich wollte meinen eigenen haben. Ich schaue damit in Respekt auf die Geschichte meiner Familie zurück, schreibe sie aber gleichzeitig neu weiter."

Dass dies gelingen wird, glaubt man ihm sofort.

Gala

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