Ex-"Sturm der Liebe"-Schauspielerin Mona Seefried: "Ja, ich kenne Existenzängste"

Mona Seefried gehörte fast 13 Jahre zur Stammbesetzung der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe. Im Mai 2018 war sie zum letzten Mal als Charlotte Saalfeld auf dem Bildschirm zu sehen. Mit GALA spricht die Schauspielerin über ihre Zeit nach der Serie,  Altersarmut von Schauspielern und die Schattenseiten des Showbiz' 

Mona Seefried ist seit langem im Schauspiel-Geschäft; spielte sich zuletzt als Charlotte Saalfeld in der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe" ins Herz der Zuschauer

Ihr letzter Drehtag bei "Sturm der Liebe" ist jetzt eine Weile her. Sind Sie noch glücklich mit Ihrer Entscheidung, die Serie verlassen zu haben?

Es war richtig, nach so langer Zeit wieder ein neues Kapitel in meinem Leben zu beginnen. Ich möchte die Zeit bei "Sturm der Liebe" nicht missen, das waren wunderbare Jahre, aber jetzt ist Zeit für etwas Neues. Die Kollegen, mit denen ich Freundschaft geschlossen habe, sehe ich jetzt nicht mehr so oft. Wir sind aber nach wie vor in Kontakt.

Haben Sie sich die letzte Folge mit "Charlotte Saalfeld" angeschaut?

Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ich habe es mir nicht angesehen. Nach dem Dreh habe ich mit Charlotte abgeschlossen und ich bin ein Mensch, der nach vorne schaut und nicht zurück. Das liegt einfach in meiner Natur.

Montags bis Freitags ein voller Drehkalender – das gehört jetzt der Vergangenheit an. Wie verbringen Sie heute Ihre Tage?

Ich kann mich endlich Sachen widmen, zu denen ich vorher keine Zeit hatte. Ich gehe jetzt regelmäßig zum Bikram Hot Yoga – das tut mir sehr gut und es macht auch Spaß. 

Nach "Sturm der Liebe" hat Mona Seefried mehr Zeit für ihr Privatleben. Spaziergänge in der Natur mit Hund Finni und Yoga-Stunden gehören dazu.

Der Ausstieg aus einer Serie bedeutet, dass man kein festes Engagement mehr hat und auf neue Job-Anfragen warten muss. Vielleicht gibt es sogar eine Zeit hat, in der man Leerlauf hat. Wie erleben Sie das aktuell?

Genauso. Ich habe vor vielen Jahrzehnten mit meinem Beruf begonnen und da war das - und ist es bis heute - ganz normal. Von einer Produktion zur nächsten – beim "Sturm der Liebe“ hatte man zwar diese "Sorgen" nicht, aber dafür konnte man fast nichts anderes drehen, weil man soviel zu tun hatte. 

Sie sitzen im Stiftungsrat der "IVQS Stiftung“, die sich gegen Altersarmut bei Schauspielerin einsetzt. Wie kam es zu Ihrem Engagement?

Ein gute Freund hat mich darauf angesprochen, dieses Projekt erklärt und schon war ich mit von der Partie. Das ist ein ganz wichtiges Thema! Unter Kollegen ist man immer füreinander da. Da ist ein ungeschriebenes Gesetz.

Hand aufs Herz: Wie hart ist es in Deutschland, im Schauspiel-Business zu überleben?

Schwierige Frage... Ich glaube, wenn du gut bist und das mehrfach unter Beweis gestellt hast, kannst du überleben. Was es schwer macht, dass es immer einen – ich nenne es mal so – Stammbesetzung gibt, die in den großen TV-Filmen und -Serien eingesetzt wird. Aus der Sicht der Produzenten auch verständlich. Es braucht viel Zeit, wenn man, so wie ich [bei "Sturm der Liebe"], für "ein paar Jahre" besetzt gewesen ist, da wieder Fuß zu fassen. Ich hab das Glück, wieder entdeckt zu werden, aber es braucht schon seine Zeit und ich hab noch Kapazitäten frei (lacht). 

"Sturm der Liebe"-Star Mona Seefried

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Kennen Sie selbst auch Existenzängste?

Oh ja, diese Ängste kenne ich. Anfang war ich alleinerziehende Mutter und das war nicht einfach. Damals wie heute – geht wo eine Tür zu, geht woanders eine auf. Und seit über 25 Jahren bin ich mit dem besten Mann verheiratet. 

Mona Seefried und Ehemann Peter E. Funck sind seit 1992 verheiratet.

Warum werden Schauspieler, Ihrer Meinung nach, so schlecht bezahlt?

Also seitdem ich in dieser Branche arbeite, heißt es, dass die Produktion sparen muss. Wir Schauspieler werden vielleicht gar nicht so schlecht bezahlt, müssen aber auf sämtliche Verwertungsrechte verzichten. Bei Gastauftritten in Fernsehshows ist an Gage gar nicht mehr zu denken, weil es ja Promotion ist. Das stimmt, aber wenn es gute Gäste sind, schalten auch mehr Menschen ein und das kommt ja auch wieder der Sendung zu Gute. Ich nehme es so, wie es ist, aber nachdenken darf ich darüber nicht.

Sie sind seit vielen Jahren Schauspielerin. Wenn Sie an Ihre Anfänge denken: Was hat sich seit damals geändert in der Branche?

Ganz ehrlich: der Respekt. Du hast mit Menschen zusammen gearbeitet, die übers Theater, die Branche und auch über einen selbst Bescheid gewusst haben. Heute habe ich manchmal das Gefühl, wie  - verzeihen Sie den Ausdruck – Vieh von der Garderobe in die Maske und dann auf Set geführt zu werden. Alles ist unter Zeitdruck und wenn man noch schnell einen Schluck zu trinken möchte, bekommt man manchmal einen Blick zugeworfen, der einem sagt 'Man, ist die zickig.'

Würden Sie einem jungen Menschen mit dem Wunsch, Schauspieler zu werden, zu- oder abraten?

Meine Tochter hat diesen Wunsch gehabt und ich habe sie machen lassen. Der Erfolg gibt ihr Recht. Sie ist im Oktober / November mit "Die Brücken am Fluss" erfolgreich in Deutschland auf Tour gewesen, ist zum wiederholten Male am Gärtnerplatz Theater in München engagiert. Wenn man als junger Mensch diesen Beruf erlernen will, muss man, wie in vielen anderen Berufen auch, Disziplin und Fleiss haben. Sonst wird das nichts mit dem Erfolg. A bisserl Glück gehört auch dazu (lacht). 

Mona Seefried (r.) mit ihrer Tochter - und Schauspielerin - Laura Schneiderhan 

Wird man Sie bald auf dem Bildschirm sehen? 

Ich habe das große Glück, in zwei Filmen unter der Regie von Johannes Fabrick mitzuspielen – der eine wird, glaube ich, noch vor Weihnachten gezeigt. "Winterherz – Tod in einer kalten Nacht" und der andere folgt dann nächstes Jahr. Am 19. Dezember bin ich in einem Special von "Hubert und Staller" mit dabei. Das hat auch sehr viel Spass gemacht – auch da waren tolle Kollegen! 

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