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Eva Padberg Für die Kinder Kambodschas

Eva Padberg
© Johanna Brinckman für Gala
Wo böse Geister im Wasser wohnen: "Gala" begleitete Unicef-Botschafterin Eva Padberg exklusiv in ein trauriges Land, das sein Lächeln nicht verlernt hat

Eva Padberg hat ihre Komfortzone verlassen. Die feuchte Hitze in Phnom Phen betäubt die Sinne. Man kennt sie daheim höchstens aus dem Dampfbad. Und den beißenden Gestank von Abfall und Exkrementen allenfalls, wenn im Hochsommer kurz der Müllwagen vorbeifährt. Für die Kinder hier, im Slum Stung Meanchey in Kambodschas Hauptstadt, ist das Alltag. Aus den Bretterverschlägen kläffen Hunde und schreien Babys. Davor spielen Kleinkinder im Schmutz. Es wimmelt von Fliegen. Man möchte sich wegbeamen.

Doch das Top-Model bleibt. Statt hastig das Programm einer prominenten Charity-Botschafterin abzuspulen, das man erwartet hätte – mit Slumkind auf dem Arm betroffen in die Kamera gucken, winken und dann ganz schnell wieder ab in den klimatisierten Jeep und Hände desinfizieren –, nimmt Eva sich Zeit. Hört den Menschen zu, macht sich immer wieder Notizen. Sie schreibt an einem Blog, auch damit unterstützt sie das Unicef-Projekt "Wasser wirkt", das sich für sauberes Trinkwasser einsetzt. In Kambodscha ein rares Gut.

Lernen fürs Leben: Eva Padberg in der Grundschule Kar h Kul. Unicef hat hier Latrinen gebaut, für die das Wasser aus dem Brunnen genutzt wird.
Lernen fürs Leben: Eva Padberg in der Grundschule Kar h Kul. Unicef hat hier Latrinen gebaut, für die das Wasser aus dem Brunnen genutzt wird.
© Johanna Brinckman für Gala

Die Schwangeren und Mütter in der von Unicef errichteten Gesundheitsstation lächeln die große blonde Frau an, schüchtern und erwartungsvoll. "Die Menschen hier scheinen die schlimme Vergangenheit mit Fassung zu tragen", sagt Eva. "Aber unter der Oberfläche ist eine tiefe Traurigkeit." Sie selbst scheint ihren Umgang damit gefunden zu haben: "Betroffenheitsgesten sind nicht mein Ding. Ich versuche, mir nicht anmerken zu lassen, wenn ich sehr berührt von einzelnen Schicksalen bin. Ich möchte ja nicht zusätzlich schlechte Laune verbreiten."

Tatsächlich vergisst man in keiner Sekunde, in einem zerrissenen Land unterwegs zu sein, das immer noch unter seiner blutigen Vergangenheit leidet. Auch wenn durch Phnom Pen, "Lexus-City" genannt, Luxuslimousinen brausen und schicke Restaurants zum Dinner bitten. Einige der früheren Killing Fields, auf denen unter dem Schreckensherrscher Pol Pot Mitte der Siebzigerjahre Tausende hingemetzelt wurden, liegen als brache Plätze mitten in der Stadt. Anderthalb Millionen Menschen starben, fast ein Viertel der Bevölkerung.

Heute ist nahezu die Hälfte der Kambodschaner unter 14. Überall trifft man auf lächelnde Menschen, trotzdem. "Nhor Nhoem", sagt Unicef-Mitarbeiter Bona Khoy, der die Projektreise als Fotograf und Dolmetscher begleitet, als wir im Wagen durch eine karge Siedlung aus Stelzenhäusern schaukeln. "Lächeln." Er ist 53 Jahre alt, unter Pol Pot musste er in einem Arbeitslager schuften. Weil es nichts gab als ein paar Löffel Reisbrei, starb er damals fast. Seine Schwester und sein Bruder wurden ermordet, erzählt er unter Tränen. Er ist einer der wenigen, die gelernt haben, über ihr unfassbares Leid zu sprechen. "Sonst wirst du verrückt", sagt er.

Den kompletten Artikel finden Sie in der aktuellen Gala. Sie ist ab Donnerstag, 21. März, am Kiosk erhältlich.


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