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Eva Löbau + Stephan Grossmann "Manchmal sind wir wie ein altes Ehepaar"

"Familie Bundschuh im Weihnachtschaos": Hadi (Stephan Grossmann) und Rose (Eva Löbau) halten sich in den Armen.
"Familie Bundschuh im Weihnachtschaos": Hadi (Stephan Grossmann) und Rose (Eva Löbau) halten sich in den Armen.
© ZDF / VOLKER ROLOFF
Alle Jahre wieder stehen Eva Löbau und Stephan Grossmann als "Rose und Hadi Schultze" für die ZDF-Reihe "Familie Bundschuh" vor der Kamera. 
Es ist eine Premiere: Eva Löbau, 48, und Stephan Grossmann, 49, geben ihr erstes gemeinsames Interview. Und das, obwohl sie seit über fünf Jahren als Ehepaar Schultze im ZDF-Weihnachtsklassiker "Familie Bundschuh" verheiratet sind. 

Eva Löbau + Stephan Grossmann über Konflikte am Set

Eva Löbau und Stephan Grossmann sind "meistens" auch privat befreundet, manchmal verhalten sie sich sogar wie ein altes Ehepaar. Und in einer guten Ehe kracht es eben auch von Zeit zur Zeit: "Eva ist beim Drehen genauso penibel [wie ich], manchmal sogar etwas streng", verrät Stephan Grossmann im Gespräch mit GALA. "Konflikte entstehen oft schon rein wegen unserer unterschiedlichen Körpergröße: Ich bin sehr klein und Stephan sehr groß", erklärt Eva Löbau. Trotzdem sind die beiden ein tolles Duo – vor und hinter der Kamera.
GALA: Haben Sie schon mal ein gemeinsames Interview gegeben?
Stephan Grossmann:
Nein, das ist eine Premiere für das Ehepaar "Hadi und Rose Schultze". (lacht)
Wie war es, das erste Mal als "Ehepaar Schultze" vor der Kamera zu stehen?
Eva Löbau: Ich komme aus einem sehr christlichen Haushalt, deswegen konnte ich mich gut in Rose einfühlen. Ich glaub, ich habe Rose als Pietistin angefangen und bin im Laufe der Serie zur Katholikin geworden, wie man den Sinnesfreuden von ihr entnehmen kann. (lacht) Aber ich selbst habe auch eine sehr fürsorgliche Ader, die Rose manchmal schon etwas ähnelt. Ich spiele nicht mich selbst – Aber das muss ich wohl nicht extra betonen. Und: Ich hätte nie gedacht, für die "Bundschuhs" so regelmäßig vor der Kamera zu stehen.
Stephan Grossmann: Es ist ein Glücksfall, dass Eva und ich aufeinandergetroffen sind! Wir haben uns als "Ehepaar Schultze" von Anfang an perfekt ergänzt und konnten uns so richtig fallen lassen. Die Rolle "Hadi" in "Familie Bundschuh" ist  für mich auch immer eine besondere Herausforderung. Am Ende des Tages weiß ich manchmal nicht mehr, wer ist Stephan, wer ist "Hadi". Muss ich jetzt noch ein Kügelchen nehmen oder rufen diese aufgrund "Laktoseintoleranz" Verdauungsprobleme hervor. Aber im Ernst: Mit Respekt und sehr viel Liebe für meinen "Hadi" nähere ich mich jedes Mal der Königsklasse Komödie!
Eva Löbau: Wenn wir "Hadi und Rose" spielen, nehmen wir die Charaktere sehr ernst, wir wollen den Ängsten und Nöten des Paares gerecht werden. Aus ihrem Ringen um Würde entsteht die Komik.

"Alle in dieser Serie sind doch total egoistisch"

Gibt es nach fünf Jahren "Familie Bundschuh" mittlerweile Parallelen zwischen Ihrer Privatperson und Ihrer Rolle?
Stephan Grossmann:
Manchmal bekomme ich schon Angst, dass sich die hypochondrischen Seiten von "Hans-Dieter" in meiner Persönlichkeit widerspiegeln könnten. Denn seine Ängste, Sorgen und Nöten tragen wir ja alle irgendwie in uns. Und die Situation an Weihnachten kennt ja wohl auch jeder, in jeder Familie gibt es Verwandte, die keiner zu Hause haben will. Trotzdem kann man sie nicht vor die Tür setzen. Aber dann ist mir "Hans-Dieter" wieder auch sehr nahe, vor allem, wenn es um Empathie geht…
Eva Löbau: Empathie?! Wofür?!
Stephan Grossmann: Naja, für das Baby… "Hans-Dieter" setzt sich ja für das Kind ganz schön ein und stellt seine Bedürfnisse extrem zurück.
Frau Löbau, Sie gucken nicht sonderlich begeistert.
Eva Löbau:
Naja, alle in dieser Serie sind doch total egoistisch, inklusive Rose. Die einzige Ausnahme ist vielleicht Gundula (gespielt von Andrea Sawatzki, 57). Aber eigentlich steckt für Rose ein ganz ernstes Thema in dieser neuen Folge: Sie hat eine Kindbettdepression.
Stephan Grossmann:(schmunzelt) Aber da fange ich dich ja wieder auf.
Eva Löbau: Du fängst mich auf? Naja… (lacht)
"Familie Bundschuh im Weihnachtschaos": Rose (Eva Löbau, l.) und ihr Mann Hadi (Stephan Grossmann, r.) haben eine komplizierte Familiensituation.
"Familie Bundschuh im Weihnachtschaos": Rose (Eva Löbau, l.) und ihr Mann Hadi (Stephan Grossmann, r.) haben eine komplizierte Familiensituation.
© ZDF/VOLKER ROLOFF
Sind Sie auch privat befreundet?
Stephan Grossmann:
Meistens. (lacht)
Eva Löbau: Wir verabreden uns privat nicht, aber immer, wenn wir uns sehen, freuen wir uns.
Was schätzen Sie am jeweils anderen am meisten und was bringt Sie auf die Palme?
Eva Löbau:
Ich schätze Stephans schauspielerischen Instinkt und seine Genauigkeit im Spiel sehr. Und genau das nervt mich auch manchmal.
Stephan Grossmann: Du bist doch genauso! Eva ist beim Drehen genauso penibel, manchmal sogar etwas streng. (lacht)
Eva Löbau: Ja, manchmal sind wir wie ein altes Ehepaar.

Eva Löbau: "Wir Kleinen wollen eben nicht unterschätzt werden"

In welchen Momenten werden Sie denn streng, Frau Löbau?
Eva Löbau:
Er behauptet das. Ich bin nicht streng. Vielleicht bin ich manchmal etwas unerbittlich. (lacht) Wann bin ich denn fies zu dir, Stephan?
Stephan Grossmann: Wenn du ein Ziel verfolgst und mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist.
Eva Löbau: Konflikte entstehen oft schon rein wegen unserer unterschiedlichen Körpergröße: Ich bin sehr klein und Stephan sehr groß. Uns beide in ein Bild zu bekommen, ist schwer. Da fühle ich mich manchmal rein körperlich zur Seite gedrängt. Ich weiß natürlich, dass große Menschen darunter leiden, überschätzt zu werden. Sie werden öfter grob angefasst. Dabei sind sie genauso sensibel wie Kleine. Und wir Kleinen wollen eben nicht unterschätzt werden.
Bei "Familie Bundschuh" dreht sich alles um Weihnachten, meistens geht mindestens die Hälfte schief. Haben Sie auch schon mal ein Weihnachtsfest erlebt, das gründlich daneben ging?
Eva Löbau:
Nein. Ich habe Weihnachten als Kind immer sehr genossen, mehr als meinen Geburtstag. In meiner Familie gab es aber auch keine steifen Weihnachtstraditionen und wir mussten nicht zig Verwandte besuchen, weil wir zu den meisten gar keinen engen Kontakt hatten. Das bereue ich aber mittlerweile manchmal.
Stephan Grossmann: Ich kann mich an ein ziemlich schräges Weihnachtsfest erinnern: Ich bin in Dresden aufgewachsen und an Weihnachten kam immer ein riesengroßes West-Paket an, auf das wir uns schon das ganze Jahr über gefreut haben. Und an diesem besagten Heiligabend war ich mit meiner Mutti wie immer in der Kirche und mein Bruder und mein Vater haben das Paket in dieser Zeit zu Hause ausgepackt, weil sie sich nicht mehr beherrschen konnten. Als wir dann ganz feierlich nach Hause kamen, waren wir entsetzt, dass das Paket schon geöffnet war.
Und was war drin?
Stephan Grossmann:
Ein Computerspiel. (lacht) Dieses Weihnachtsfest ging so richtig in die Hose.

Stephan Grossmann: "Ich habe einen weißen Kunst-Weihnachtsbaum"

Wie feiern Sie heute?
Stephan Grossmann:
Ganz besinnlich, ohne viele Geschenke. Wir haben doch schon alles.
Eva Löbau: Ich mache meinen Liebsten trotzdem gerne Geschenke, mir macht das großen Spaß. Aber ich feiere nur mit wenigen. Das ist vielleicht mein Glück, dass ich aus einer doch eher zerrütteten Familie komme: Den Stress, ein riesiges Fest zu organisieren, habe ich nie.
Stephan Grossmann: Ich genieße es zum Beispiel auch sehr, wenn ich Weihnachten arbeiten müsste, also drehen oder Theater spielen. Das ist für mich alles andere als schlimm.
Feste Traditionen, wie das gleiche Essen oder den immer gleichen Ablauf, gibt es also nicht?
Eva Löbau:
Nein.
Stephan Grossmann: Bei mir leider auch nicht. Ich bin eigentlich ein großer Fan von Traditionen.
Eva Löbau: Die einzige Tradition ist vielleicht, dass ich in der Adventszeit faste, also auf Alkohol und Süßigkeiten verzichte. Ich bin sehr katholisch aufgewachsen, da wurde vor Weihnachten gefastet. Kekse gab es erst an Heiligabend. Einen Weihnachtsbaum habe ich aber nie. Ich verziere stattdessen meine Zimmerpflanze mit nicht-weihnachtlichem Kram, den ich bei mir in der Wohnung finde. Was sich so ansammelt übers Jahr. (lacht)
Haben Sie einen Weihnachtsbaum, Herr Grossmann?
Stephan Grossmann
: Ja, einen weißen Kunst-Weihnachtsbaum mit türkisfarbenen Kugeln und wunderschönem Licht.
Eva Löbau: Bitte was?!
Stephan Grossmann: Ja Eva, ich mag es gemütlich. (lacht)Das brauche ich an Weihnachten.
"Familie Bundschuh im Weihnachtschaos" sehen Sie am Montag, 21. Dezember, um 20:15 Uhr im ZDF.
Verwendete Quellen:eigenes Interview
Gala


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