Erol Sander im GALA-Interview: "Es grenzte an eine Hexenjagd"

Erol Sander spricht zum ersten Mal über die schlimmste Zeit seines Lebens: die bösen Vorwürfe seiner Frau und sein stilles Leiden. Doch im GALA-Interview sagt der TV-Star auch, wie es für ihn jetzt weitergehen kann

Erol Sander im GALA-Interview

Er ist oft spazieren gegangen in letzter Zeit. Den Kopf durchlüften, die Gedanken sortieren. Erol Sander, 49, hat die schwerste Zeit seines Lebens hinter sich. Die Trennung von seiner Frau Caroline Goddet, 43, im Juni vorigen Jahres gipfelt in einem Rosenkrieg, die Mutter seiner Söhne, 15 und sieben Jahre alt, zeigte ihn zweimal an. Sie selbst hat mit dem Beauty- Doc Mark Posselt, 43, eine neue Liebe gefunden. Während sie an die Öffentlichkeit ging, kam von seiner Seite nur eines: Schweigen. Bis jetzt.

Bei unserem Interview schlendern wir mit Erol Sander in der Nähe von München durch den Dachauer Schlossgarten. Sander will zurückschauen – und nach vorn. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen häuslicher Gewalt wurde Anfang Januar eingestellt. Den Strafbefehl wegen unerlaubten Besitzes von Marihuana akzeptierte er, allein deshalb, um wegen seiner Kinder einen Prozess vor den Augen der Öffentlichkeit zu vermeiden. Eigentlich könnte er sich nun endlich wieder auf den Alltag konzentrieren. Wirklich erleichtert wirkt Sander aber nicht. Während er spricht, blitzen immer wieder Tränen in seinen Augen.

Jana Ina + Giovanni Zarrella

Ihr Sohn kommt ins Teenager-Alter

Giovanni und Jana Ina Zarrella
Jana Ina und Giovanni Zarrella sind echte Familienmenschen. Dem Model wäre es am liebsten, wenn die zwei gemeinsamen Kinder nicht weiter wachsen. Im GALA-Interview erklärt Jana Ina, wie sich das Familienleben mit einem angehenden Teenager verändert.
©Gala

Herr Sander, wie konnte es zu diesem Rosenkrieg kommen?

Darüber habe ich die letzten sieben Monate nachgedacht. Es war alles so surreal. Ich konnte die haltlosen Anschuldigungen nicht fassen, befand mich über Wochen in einer Art Delirium. Nächtelang habe ich kein Auge zugemacht. Wenn man dann vor Erschöpfung einschläft, denkt man: "Hoffentlich war es nur ein böser Scherz und morgen ist alles vorbei."

Das Verfahren wegen häuslicher Gewalt wurde eingestellt.

Hätte sich für die Staatsanwaltschaft auch nur der kleinste Hauch eines Verdachtes bestätigt, wären wir heute zumindest in einem Prozess. Ich habe meine Frau weder geschlagen, gestoßen noch bedroht oder Stalking betrieben, wie es geschrieben wurde. Dazu wurden die engsten Menschen aus unserem Umfeld befragt. Im Nachhinein denke ich, das hätte jedem anderen Mann auch passieren können. Das Leben ist halt nicht immer eine Schmonzette mit Happy End.

(Sanders Anwalt Simon Bergmann: "Die Ermittlungsbeamten hatten Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Anzeigeerstatterin und haben bei ihr einen hohen Belastungseifer festgestellt“)

Ihre Frau beschreibt Sie als aufbrausend und zornig. Wie impulsiv sind Sie?

Caroline hat korsisches Blut, ich habe türkische Wurzeln. Wir waren ein Paar mit Temperament und Emotionen, das war’s. Das hat unsere Liebe so stark und abwechslungsreich gemacht. Natürlich gab es mal Streit, aber nicht in der Form, wie es mir vorgeworfen wurde. In jeder Familie gibt es Diskussionen. Und das ist auch gut so, sonst wird es langweilig, man hat sich nichts mehr zu sagen, und die Liebe erlischt. Unser Motto lautete: Niemals mit Diskussionen oder nicht liebevollen Worten ins Bett gehen. Wenn wir nicht zusammengepasst hätten, wäre die Beziehung längst auseinandergegangen. Wenn sich die Schienen eines Gleises nur um Millimeter verschieben, sind sie nach fünf Jahren schon einen Kilometer auseinander und der Zug fällt von den Gleisen. Ist er bei uns aber nicht. 21 Jahre lang. Auch ich habe mich wochenlang gefragt: Was haben wir falsch gemacht? Was hätte man besser machen können?

Haben Sie nichts geahnt?

Nein. Absolut nicht.

Nach einer Party Ende Mai 2017 soll es laut Ihrer Frau zum Eklat gekommen sein.

Wir waren am 27. Mai auf einer Geburtstagsparty und hatten danach einen Streit. Aber ich habe meine Frau nicht aufs Sofa geschubst und bedroht. Für mich war bis zum 2. Juni die Welt in Ordnung. Ich bin für mehrere Tage zu Auftritten in Dresden und Proben in Bad Hersfeld gefahren, habe die Kinder und meine Frau geküsst und bye-bye gesagt. Ich hatte keine Ahnung, dass ich meine Söhne monatelang nicht sehen werde. Caro und ich haben danach sogar telefoniert. Wir waren zu diesem Zeitpunkt nicht getrennt.

(Fünf Tage später erstattete Caroline Goddet Anzeige wegen häuslicher Gewalt; Anm. d. Red.)

Warum haben Sie in den vergangenen Monaten geschwiegen?

Zum Schutz meiner Familie und insbesondere meiner Kinder. Ich werde auch nur dieses eine Interview geben.

Hätten all die Ereignisse verhindert werden können?

Ich hätte mir gewünscht, dass mich ein Familienmitglied anruft und sagt: "Erol, pass auf, eure Ehe kriselt – ihr müsst etwas dagegen tun." Da kam aber nichts. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass 21 Jahre Beziehung einfach so weggeworfen werden. Wir haben immer gesagt, wir sind wie zwei Wale, die nebeneinander durch die Weltmeere gleiten, pour toujours, für immer. Als liebender Mann ist es normal, dass man nach der Anzeige gerne mit seiner Frau persönlich gesprochen hätte, um einen Konsens zu finden. Aber das konnte nicht stattfinden.

Fühlen Sie sich jetzt befreit?

Bei unserer Trennung gibt es kein Happy End, keinen Gewinner. Eine Familie ist kaputtgegangen.

Haben Sie Ihren Söhnen die Situation erklärt?

Zu meinem Jüngsten habe ich gesagt: "Schatzl, mach dir keine Sorgen. Mama und Papa werden einen Weg finden, wie wir alle gemeinsam Freunde sein können." Ich möchte hier nicht ins Detail gehen, das ist zu privat. Nur so viel: Ich sehe jetzt Elyas regelmäßig, einmal die Woche.

Für Wirbel sorgte auch die zweite Anzeige. Obwohl nur Marihuana- Anhaftungen gefunden wurden und alle Drogentests negativ ausgefallen sind, haben Sie den Strafbefehl angenommen.

In einem Prozess könnte ich meine Unschuld beweisen, doch als öffentliche Person in ein solches Verfahren hineinzugehen ist langwierig und schmutzig, das will ich Familie und Freunden nicht antun. Dann zahle ich eben 25.200 Euro Strafe und bin halt vorbestraft. Ich habe kein Geständnis abgelegt, ich akzeptiere dieses Urteil lediglich.

Siebzehn Jahre lang waren Erol Sander und die gebürtige Französin Caroline Goddet verheiratet. Jetzt läuft die Scheidung

Viele hätten da sicher Rache-Gedanken.

Das ist bei mir nicht der Fall. Caroline ist die Mutter meiner Kinder, es wird immer einen Platz bei uns für sie geben. Sie hatte nur nicht mehr die Bereitschaft, füreinander da zu sein – ich schon. Sie möchte mit einer anderen Person einen neuen Lebensabschnitt beginnen, dann muss man das als Mann akzeptieren. Am Anfang tut das natürlich weh. Man muss aber auch irgendwann zur Erkenntnis gelangen: Wenn jemand einen anderen Partner fürs Leben gefunden hat, muss man das als gehörnter Dritter akzeptieren. Ein offenes und ehrliches Wort wäre allerdings der richtige Weg gewesen.

Was halten Sie vom neuen Freund Ihrer Frau?

Dazu kann ich nichts sagen, das muss Caro für sich entscheiden, und es geht auch nur sie etwas an. Das ist ihre Privatsphäre. Mich interessieren nur meine Kinder, dass sie eine vernünftige Erziehung erhalten. Kinder brauchen beide Elternteile, schlussendlich haben wir beide das Sorgerecht, und so wird es bleiben.

Wie haben Ihre Kollegen und Auftraggeber reagiert?

Ob sich das hält, was ich mir jahrzehntelang hart aufgebaut habe, wird sich zeigen. Meine Produzenten und der Sender stehen hinter mir: Ab März drehe ich zwei neue Folgen für die "Mordkommission Istanbul". Mein Kooperationsvertrag mit VW wurde übrigens nicht gekündigt, sondern ruhen gelassen. Im November ist er ausgelaufen.

Ein Nachgeschmack bleibt oft.

Man darf nicht vergessen: Bis die Schuld nicht bewiesen ist, bist du per Gesetz unschuldig. Ich wurde über Monate diffamiert, das grenzte an eine Hexenjagd. Wenn Caro vom Blitz getroffen wird, glauben einige, ich habe im Himmel angerufen. Ich habe oft an die Frauen und Männer gedacht, die unschuldig im Gefängnis sitzen. Im Vergleich dazu geht es mir echt noch gut. Ich hatte die richtigen Personen um mich, als ich starr vor Schock war. Ich habe mir überlegt, für Menschen, die diese Unterstützung nicht haben, eine Stiftung zu gründen.

Welcher Vorwurf hat Sie besonders getroffen?

Die Behauptung, ich hätte die angebliche Anlage zu unkontrollierten Wutausbrüchen von meinem Vater geerbt. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich zwei Jahre alt war. Ich war 13, als mein Vater starb, und habe ihn selbst nicht richtig gekannt, Caroline schon gar nicht. Nur meine Mama dürfte sich ein Urteil über ihn erlauben. Sie spricht noch heute sehr liebevoll über ihn. Ich habe mir immer einen Vater gewünscht. Deshalb habe ich versucht, meinen Kindern der Vater zu sein, den ich nie hatte.

"Momentan bin ich rastlos, ich wohne bei einem Schulfreund"

Wie fühlt es sich an, wenn die Leute über einen tuscheln?

Das ist das Schlimmste. Ich habe so etwas nie direkt mitbekommen, aber man ist irgendwo und denkt: Die Leute haben so viel Mist über mich gelesen – und ich kann es ihnen nicht erklären. Ich habe mich machtlos gefühlt. Verwunderlich war auch, dass Menschen etwas über mich gesagt haben, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe. Da dachte ich mir: Hallo, was geht hier ab?

Wurden Sie auf der Straße von der Seite angeredet?

Im Gegenteil. Ich habe viel Post von Menschen bekommen, die das Gleiche erlebt haben. Es haben mich sogar zwei Psychologinnen angeschrieben, die meine Frau analysiert und damit voll ins Schwarze getroffen haben.

Wer hat Sie unterstützt?

Ich habe mir von meiner Familie, Freunden, Kollegen und von meiner Psychologin Rat geholt. Ohne sie hätte ich die schwere Zeit nicht so überstanden. Bei all diesen fantastischen Menschen möchte ich mich herzlich bedanken. Es tut gut, mit jemand Unabhängigem zu sprechen. Jemand, der verschwiegen ist. Man muss nicht alles Private in die Welt tragen.

Wo ist heute Ihr Zuhause?

Momentan bin ich noch rastlos. Ich wohne bei einem Schulfreund in München. Er hat eine Patchwork-Familie mit vier Kindern und eine liebe Oma mit Hund – da ist immer Rambazamba, das lenkt ab. Bei meiner Geschäftspartnerin in Weimar habe ich auch eine Wohnung. Ich habe es sogar geschafft, ihre zwei verwöhnten Katzen endlich zu erziehen. (schmunzelt) Den Rest der Zeit verbringe ich bei meiner Schwester und meinen zwei Nichten in Kitzbühel. Aber meine Familie, meine Kinder, mein Zuhause fehlen mir, das kann mir keiner ersetzen. Für mich war das alles ein großer Bruch. In so einer Situation braucht man viel Aufmerksamkeit, Liebe und Zuneigung. Und Leute, die einen auffangen, man ist ja verloren. Mein Beruf hat mir auch sehr geholfen. Für meine Theaterrolle als Mr. Craddock in "Miss Marple: Ein Mord wird angekündigt" musste ich mich darauf konzentrieren, ganze Riemen an Texten zu lernen.

Wie geht es nun weiter?

Im Sommer werden wir die Scheidung vollziehen. Dann steht für beide ein neuer Abschnitt mit getrennten Wegen an. Eine Ehe kann auseinandergehen, aber Eltern bleibt man ein Leben lang.
Deshalb sollten die Elternteile im Sinne der Kinder an einem Strang ziehen. Die kleinen Seelen dürfen an der Trennung nicht kaputtgehen. Wer seine Kinder liebt, beschützt sie und hält sie aus Auseinandersetzungen heraus. Ich werde meine Kinder immer beschützen, genauso wie meine Frau. Ich denke, gemeinsam werden wir es schaffen.

Sie sind jetzt Single. Lernen Sie neue Frauen kennen?

Das ist das Letzte, woran ich gerade denke, auch wenn ich ein Mann bin. (schmunzelt) Mental bin ich noch nicht für eine neue Beziehung bereit, zurzeit sind meine Gedanken ausschließlich bei meinen Jungs, deren Zukunft und Glück.

Glauben Sie noch an die Liebe?

Es gibt einen Satz, den ich sehr mag: Liebe ist wie Porzellan: eine gute Konsistenz, herrlich anzusehen und zu genießen – aber auch sehr zerbrechlich.

Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche