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Enie van de Meiklokjes im Interview "Wir müssen Kindern auf Augenhöhe begegnen"

Enie van de Mejklokjes
Enie van de Mejklokjes
© PR
Moderatorin Enie van de Meiklokjes ist Aktionsbotschafterin für eine Initiative von Pampers und UNICEF. Gemeinsam kämpfen sie gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen

GALA: Sie waren fünf Tage mit Pampers für UNICEF in Kenia unterwegs. Was haben Sie dort erlebt?
Enie van de Meiklokjes
: Ich habe Sachen erlebt, die keiner erlebt, wenn er als Tourist in dieses Land kommt. Wir sind in Ecken gekommen, in die Touristen wohl nicht gehen würden, weil sie zu abgelegen sind.

Das Verrückte ist: Auf der einen Seite ist die Landschaft wunderschön, weit und breit ist nichts zu sehen – und auf einmal begegnet dir ein Dorf, in dem Menschen nur für sich wohnen. Dort gibt es nichts: keine Krankenstation, keinen Supermarkt, einfach nichts. Sie haben dort nur ihre Hütten und Felder. Für alles, was sie sonst brauchen, müssen sie zu Fuß kilometerweit laufen.

Was haben diese Erlebnisse mit Ihnen gemacht?
Van de Meiklokjes:
In mir hat sich ein ganz großer Respekt dafür entwickelt, wie die Menschen dort ihr Leben meistern. Die Menschen dort leben mit der Natur im Einklang. Sie leben dort auf eine ganz besondere Art natürlicher als wir das hier bei uns tun. Das hat mich beeindruckt.

Wo haben Sie Ihre Rolle und Aufgabe gesehen, wenn Sie die Menschen besucht haben?
Van de Meiklokjes:
Ich war ein lustiges Bindeglied zwischen Pampers, UNICEF und den Menschen dort. Vor allem für die vielen freiwilligen Helfer dort war es aufregend und toll mal zu erzählen, wie sie ihr Aufklärungsprogramm gegen die Krankheit Tetanus aufgebaut haben. Davon zu berichten hat sie mit viel Stolz erfüllt, glaube ich.

Die Intiative von Pampers und UNICEF war der Grund für Ihre Reise. Gemeinsam kämpfen Sie gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen. Vor Ort werden die Frauen über Impfungen aufgeklärt und geimpft. Wie läuft das vor Ort ab?
Van de Meiklokjes:
Wirhabeneinige Frauen besucht und mit ihnen einfach über ihre Familie, ihre Kinder gesprochen. Dabei entstanden ganz tolle Gespräche, die man sich so gar nicht ausdenken kann.

Welches Gespräch ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Van de Meiklokjes:
Für eine Frau war es unverständlich, dass ich keine Kuh habe, kein Haus und Garten oder ein Feld, auf dem ich etwas anbauen kann. Es war für beide Seiten interessant, uns über unseren Alltag auszutauschen und zu erkennen, dass Menschen auf der anderen Erdhalbkugel so ganz anders leben als man es gewohnt ist.

Enie van de Mejklokjes im Gespräch mit Frauen. 
Enie van de Mejklokjes im Gespräch mit Frauen. 
© PR

Wie reagieren die Frauen auf die Aufklärung über die Krankheit Tetanus?
Van de Meiklokjes:
Die Aufklärung in Kenia, wie auch in anderen Entwicklungsländern, muss ganz von vorne anfangen: Viele Frauen wissen gar nicht, dass es eine Krankheit wie Tetanus gibt, mit der sich ihre Babys und sie anstecken können, wenn bei der Geburt keine sterilen Bedingungen herrschen. Für viele ist das ganz neu. Aber dank der tollen Arbeit von UNICEF und der vielen freiwilligen Helfer, die geduldig erklären, ist der Tag des Impfens für sie dann ganz besonders und wichtig und viele wirken, als seien sie richtig stolz.

Woran machen Sie das fest?
Van de Meiklokjes:
Zu den Terminen erschienen jedes Mal ganz viele Frauen mit ihren kleinen Kindern und auch einige Männer. Da es in den meisten Stationen nur eine oder zwei Mitarbeiterinnen gibt, die die Impfungen vornehmen, führt das zu Wartezeiten, in denen sich die Frauen miteinander unterhalten und austauschen. Es war auch etwas Besonderes, als dann mal etwas Rothaariges dazwischen war. (lacht)

Was konnten Sie von der Reise mitnehmen?
Van de Meiklokjes:
Wie wichtig die Hilfe dort vor Ort ist und, dass dieses Projekt ein nachhaltiges ist. Es wird nicht nur in der Zeit geholfen, in der ich selbst vor Ort bin, sondern langfristig. Die Impfungen sind etwas Langfristiges. Wir können belegen, dass sie helfen und für die Menschen einen Mehrwert haben. Das ist mir bei Hilfsaktionen immer wichtig.

Zudem stützt das Projekt auch den zweiten wichtigen Pfeiler der Initiative: die freiwilligen Helfer. Das Geld wird nicht nur in den Impfstoff investiert, sondern zusätzlich in die Ausbildung der Helfer. Es ist einfach ein gutes Projekt.

Enie hält einer Frau bei einer Tetanus-Imfpung die Hand. 
Enie hält einer Frau bei einer Tetanus-Imfpung die Hand. 
© PR

In Deutschland sind sie als TV-Moderatorin bekannt. In Kenia kennt sie vermutlich niemand. Wie haben Sie sich vorgestellt?
Van de Meiklokjes:
Ich habe mich nicht groß vorgestellt. Wir haben nicht darüber gesprochen, welche Jobs wir haben. Berufe in dem Sinne, wie wir sie haben, kennen sie nicht. Das wurde ich gar nicht gefragt. Mich haben sie allerlei andere Dinge gefragt. Im Durchschnitt haben die Frauen dort etwa fünf Kinder. So viele habe ich nicht. Sie fanden es verrückt, wie alt ich bin oder wie ich lebe. Ich habe ihnen versucht zu erklären, dass ich kein Haus habe, sondern nur eine Etage in einem Haus. Das konnten sie kaum verstehen. Ich bräuchte doch einen Garten erklärten sie mir dann.

Sie haben seit eineinhalb Jahren Kinder. Kinderrechte waren für Sie schon immer ein Thema. War das Mutterwerden für Sie noch ein weiterer Anreiz, sich mit dem Thema zu beschäftigen?
Van de Meiklokjes:
Ich hatte eine total tolle Kindheit und ich denke, alle Kinder dieser Welt haben ein Recht auf eine tolle Kindheit. Das ist für viele keine Selbstverständlichkeit, auch hier in Deutschland nicht und ich finde, dass es wichtig ist, sich zu informieren und dann entsprechend der eigenen Möglichkeiten einzusetzen.

Sie hatten eine schöne Kindheit, wie Sie sagen. Welche Werte sind Ihnen im Umgang mit Kindern wichtig?
Van de Meiklokjes:
Liebe, Spaß und Spiel, sage ich immer. Kinder brauchen viel Aufmerksamkeit, aber nicht zu viel. Erwachsene müssen vor diesen kleinen Wesen Respekt haben. Das hat dann eine wechselseitige Wirkung: Wenn wir Respekt vor Kindern haben, haben sie ihn auch vor uns. Man darf niemals auf Kinder herabsehen. Wir müssen Ihnen auf Augenhöhe begegnen. Ich habe das im Kindergarten und in der Schule so erlebt und glaube daher daran, dass Kinder zum Beispiel besser hören, wenn man  sie für voll nimmt. Wir müssen sie ernst nehmen.

Von Oktober bis Dezember 2018 macht sich Pampers für UNICEF mit der Aktion "1 Packung = 1 lebensrettende Impfdosis" im Kampf gegen Tetanus bei Müttern und Neugeborenen stark.

jkr


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