Emma Watson: Das Leben nach Harry Potter

Zehn Jahre gab sie die Hermine, schaffte es damit in die Herzen der Kinogänger und auf die Liste der bestbezahlten Jungschauspieler. Jetzt ist der letzte Harry Potter in den Kinos. Der Weg der Emma Watson scheint vorgezeichnet. Doch so ist es nicht

Diese Emanzipation könnte man eigentlich als geglückt bezeichnen: Jetzt, da der letzte Teil des Welterfolgs Harry Potter in den Kinos gestartet ist, steht Emma Watson bereits für ein neues Filmprojekt vor der Kamera. Sie wird schon bald in "My Week with Marilyn" und "The Perks of Being a Wallflower" zu sehen sein.

Auch abseits der Filmsets ist sie längst nicht mehr auf Hermine angewiesen – schauspielerisch nicht, und erst recht nicht, was ihre sonstige Karriere angeht. Als Emma Watson sitzt sie bei Modeschauen in der ersten Reihe, sie ziert die Cover der Modemagazine, erst kürzlich wieder das der amerikanischen "Vogue". Sie ist das Gesicht von "Burberry" und "Lancôme", entwarf für das Label "People Tree" eine eigene, umweltbewusste Kollektion.

Sie selbst, das Mädchen, das in Paris und Oxford aufgewachsen ist und von ihrem Theaterlehrer zum Harry-Potter-Casting überredet worden war, entwickelte sich zu einer eigenständigen Marke im Showgeschäft: Wo Emma Watson draufsteht, ist zwar Hermine drin, aber nicht nur. Vieles bezieht sich dabei vor allem auf ihr Stilbewusstsein kombiniert mit dem Mut, dem eigenen Gespür zu folgen. Im vergangenen Jahr schnitt sie ihre Haare raspelkurz ab, schminkte sich die Augen tiefschwarz. Die Fashion-Gemeinde jauchzte.

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Collin Ulmen-Fernandes
Collien Ulmen-Fernandes spricht offen über ihre Angst um ihre Tochter.
©Gala

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Rupert Grint und Emma Watson
Emma Watson

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Schauspielerisch ist es eine Herausforderung, sich von Harry Potter zu lösen: "Hermine war mir selbst so ähnlich, ich musste dazu eigentlich nie irgendetwas recherchieren. Jetzt lerne ich erst, was es bedeutet, eine Schauspielerin zu sein", so Emma im selben Interview. Tatsächlich ist die Ähnlichkeit zwischen Hermine und Emma geradezu erschreckend.

Ebenso "neurotisch und intelligent" wie Hermine soll Emma auch im wirklichen Leben sein. Mit Bestnoten schloss sie die Schule ab, den Ruf des braven Mädchens kann sie auch mit Kurzhaarschnitt oder schulterfreien Kleidchen nicht abstreifen. Geradezu entsetzt verbreitete sich die Nachricht, Emma habe nach der New-York-Premiere von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2" in einem Strip-Club gefeiert. So etwas aber auch!

Doch womöglich ist das alles auch ein wenig schöner Schein. Zehn Jahre lang war sie vor der Kamera immer nur Hermine, kletterte von einer Gage von umgerechnet 450.000 Euro im ersten Harry-Potter-Film auf zweistellige Millionbeträge. Es kann nicht spurlos an einem Menschen vorübergehen, in so jungen Jahren derart im Rampenlicht zu stehen - mit ein und demselben Charakter.

So legte sie in einem Interview mit der amerikanischen Vogue auch offen: "Ich hatte keine Kontrolle über mein Leben. Ich habe komplett in einer Seifenblase gelebt. Sie haben mich gefunden und mich für die Rolle genommen. Und jetzt versuche ich verzweifelt, den Weg hinaus zu finden." Sie müsse herausfinden, wer sie selbst wirklich ist, so Emma weiter. Doch womöglich hat sie da tatsächlich noch Einiges vor sich.

Kinderstar aus gutem Haus mit Ambitionen ist sie gewesen, eine angesehene Schauspielerin will sie sein. Dies zu schaffen, ist Emma Watson angetreten. Dass sie dabei viel Ehrgeiz an den Tag legt, zeigt ihr unglaubliches Pensum: Von einem PR-Termin jettet sie zum nächsten und steht doch eigentlich gerade noch vor der Kamera.

Doch dann wäre da noch die Emma Watson abseits des Hollywood-Rummels. Die, die sich in eine Elite-Universität einschrieb, so tat als sei sie eine Studentin wie jede andere und dann völlig überfordert von der Autogrammjagd ihrer Komilitonen war. Ihr Studium an der renommierten Brown-Universität wird sie entgegen anderer Berichte zu Ende führen. Ganz normal. Und danach soll es weitergehen, dieses Mal in Oxford.

Auch diese Seite ihres Werdegangs zeigt, wie sehr Emma Watson doch noch auf der Suche ist, obwohl sie schon jetzt die Superlative des Schauspielgeschäfts erklommen hat: bestbezahlte, erfolgreichste, talentierste.

Wie ein Vollprofi hatte Emma Watson ihren Erfolg gemeistert, wie ein Vollprofi plant sie jetzt auch ihre Zukunft. Doch ihre eigenen kleinen Zweifel legen offen, was Co-Star Rupert Grint für sich wohl schon entdeckt hat: Er möchte nach Harry Potter erst einmal ein bisschen Jugend nachholen. Hauptziel: ein Kuss von seinem Schwarm Juliette Lewis. Manchmal tut ein wenig Banalität einfach nur gut. Wie es mit Emma Watson weitergehen wird, ist entgegen des ersten Eindrucks wohl doch nicht so vorhersehbar.

smb

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