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Emily Ratajkowski Über Schwangerschaft, Geschlechterrollen und Vorurteile

Emily Ratajkowski
© Getty Images
Emily Ratajkowski erwartet ihr erstes Kind. In ihrer Vogue-Kolumne berichtet sie von dem Einfluss anderer, übermannenden Gedanken, Einsamkeit und die Angst davor, einen Jungen zu bekommen.

Emily Ratajkowski, 29, sieht sich angesichts ihrer ersten Schwangerschaft mit unzähligen neuen Gefühlen und Gedanken konfrontiert. Oft geschürt von den Erwartungen und Meinungen anderer, spricht sie jetzt offen über ihre Sorgen und Ängste.

Emily Ratajkowski will das Geschlecht ihres Babys nicht wissen

"Wenn mein Mann und ich Freunden erzählen, dass ich schwanger bin, ist die erste Frage nach 'Herzlichen Glückwunsch' fast immer: 'Wisst ihr schon, was es wird?'", mit diesen Worten leitet das Model ihren aufrichtigen Artikel über ihre Schwangerschaft ein. Eine Frage, die für die 29-Jährige zwar verständlich ist, dennoch hinterfragt wird. Ihr ginge es viel weniger darum, ob ein Junge oder ein Mädchen in ihr wächst, sondern darum, was für ein Mensch sein Leben in ihrem Körper beginnt. "Wer wird diese Person sein? Was für Menschen werden wir als Eltern werden?", sind die kreisenden Gedanken von Ratajkowski. 

Es sind diese Überlegungen des Models, die für den Entschluss sorgten, das Geschlecht ihres Kindes nicht zu erfahren. Denn es spiele keine Rolle. Sie möchte ihrem ungeborenen Kind keine geschlechterspezifischen Meinungen oder Rollenbilder aufzwingen. Zwar habe sich Emily Ratajkowski immer mit einem Mädchen in ihrem Arm gesehen, dennoch glaub sie daran, einen Jungen in sich zu tragen.

Emily Ratajkowski: "Ich trage einen Jungen in mir."

Es sei ihre Intuition, ihr - im wortwörtlichen Sinne - Bauchgefühl, dass sie zur Überzeugung bringt, sie bekomme einen Jungen. Und das, obwohl sie Angst davor hat.

"Trotz meiner Befürchtungen, einen Jungen zu bekommen, als ich meine beste Freundin anrief, um ihr zu sagen, dass ich schwanger bin, waren wir uns beide sofort über unseren Instinkt einig: Ich trage einen Jungen in mir." 

Weshalb die Frau von Sebastian Bear-McClard, 33, Angst davor hat, einen Jungen in die Welt zu setzen? Sie hätte viele traumatische Erlebnisse mit weißen Männern gehabt. Männer, die ihre Machtposition ausnutzen. Die einen Anspruch auf den Körper einer Frau stellen. Die ihre Privilegien als selbstverständlich erachten. "Ich habe schreckliche Angst davor, aus Versehen die Sorglosigkeit und den Mangel an Bewusstsein zu kultivieren, die für Männer so bequem sind."

Doch auch ein Mädchen würde ihr Sorgen bereiten. Ratajkowski spricht aus eigener Erfahrung; auf was für erdrückte Schönheitsideale, extremen Meinungen von Männern und Beschränkungen auf den weiblichen Körper, Mädchen schon in jungen Jahren stoßen. "Ich denke darüber nach, wie Frauen sich ständig miteinander vergleichen und akrobatische Berechnungen im Kopf anstellen." 

Emily Ratakwoski über Einsamkeit in ihrem Körper

Natürlich stehe ihr Mann ihr bei all diesen Gedanken zur Seite. Des Öfteren fiele der Satz: "Wir sind schwanger." Eine Aussage, die Emily Ratajkowski zwar süß finde, aber unzutreffend. "Die Schwangerschaft ist von Natur aus einsam; es ist etwas, das eine Frau von sich aus tut, in ihrem Körper, ganz gleich, wie ihre Umstände sind", erklärt sie in der Kolumne. Und weiter: "Obwohl ich einen liebevollen Partner und viele Freundinnen habe, die bereit sind, die düsteren Details ihrer Schwangerschaft mitzuteilen, bin ich bei dieser Erfahrung letztlich allein mit meinem Körper." 

Und auch wenn die 29-Jährige Sorgen und Zweifel äußert, sich Gedanken über das Geschlecht macht und sich in der Schwangerschaft alleine fühlt - die unbekümmerten Tage würden überwiegen. "Ich bin völlig und unbestreitbar hilflos, wenn es um fast alles rund um meine Schwangerschaft geht. Aber ich bin überraschend unbekümmert. Anstatt Angst zu haben, spüre ich ein neues Gefühl des Friedens." Eine Mischung aus Zukunftssorgen, freudiger Erwartung und Hilflosigkeit, in der sich wohl viele Frauen wiederkennen und froh darüber sind, solch ehrliche Worte darüber zu lesen.

Verwendete Quellen: Vogue, Instagram

jna Gala

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