VG-Wort Pixel

Elyas M'Barek "Meine Frau hält mich am Boden"

Elyas M'Barek lächelt für die Fotograf:innen.
Elyas M'Barek
© Geisler-Fotopress | Robert Schmiegelt / Picture Alliance
Frisch verheiratet spricht Elyas M’Barek über Höhenflüge, Notlügen – und sagt, warum er neuerdings auf Meditation schwört.

Da zeigt sich einer von einer ganz anderen Seite! Lange Zeit machte Filmstar Elyas M'Barek, 40, aus seinem Liebesleben ein großes Geheimnis – bis er jetzt seine Freundin, US-Model Jessica Riso, 33, auf Ibiza heiratete und stolz Fotos der Hochzeitsfeier postete. Weiße Luftballons, Sternchen-Glitterkonfetti, ein zärtlicher Kuss unter freiem Himmel.

Auch beruflich geht der Teeniestar neue Wege. Im Kinofilm "Tausend Zeilen" spielt er einen Journalisten, der einem preisgekrönten Reporter-Kollegen dabei auf die Schliche kommt, wie er Geschichten frei erfindet. Der Film ist angelehnt an das Buch von Juan Moreno, der Claas Relotius vom Magazin "Der Spiegel" enttarnte.

Elyas M'Barek im großen GALA-Interview

GALA: Sie sagen, dass Ihnen der Film sehr wichtig ist. Warum?
Elyas M'Barek: Ich habe 2018 den Skandal mitbekommen und mich, wie viele andere wahrscheinlich auch, einfach betrogen gefühlt von dem Ausmaß all dieser Lügen. Und natürlich ist das ein toller Filmstoff. Eine tolle Heldengeschichte eines falschen Helden. Und von einem Zweiten, dem keiner glaubt.

Gibt es einen Unterschied zwischen "lügen" und "die Unwahrheit sagen“?
Nein, Lüge ist Lüge. Es gibt ja auch nicht "halb schwanger". (lacht)

Was ist mit flunkern? Haben Sie schon mal geflunkert?
Nein. Ich bin sehr ehrlich. Ich lüge nicht, ich flunkere nicht, und ich erfinde keine Notlügen. Dadurch kann es auch mal sehr unbequem werden. Aber wenn mich jemand fragt, dann bekommt er eine wahre Antwort – das erwarte ich auch von meinem Gegenüber. Ich glaube eh, es kommt immer alles zurück und jede Unwahrheit kommt auch irgendwann raus. Wenn man mein Vertrauen einmal missbraucht oder verspielt hat, dann ist es vorbei.

Haben Sie weitere Prinzipien?
Meiner Mutter war es immer sehr wichtig, ehrlich und höflich zu sein, sich selbst treu zu bleiben und sich nicht zu verstellen. Und was ich auch von meiner Mutter gelernt habe, ist, eine große Dankbarkeit zu empfinden für das, was ist im Leben.

Der Schauspieler verrät: Das erdet ihn

Sie sind einer der größten Filmstars in Deutschland. Haben Sie sich ans Berühmtsein gewöhnt?
Ja, aber das war eine Entwicklung. Ich musste anfangs meine Unsicherheit ablegen. Früher hat mich vieles nervös gemacht. Auch Interviewsituationen am roten Teppich, die große Aufmerksamkeit und dass alle Leute plötzlich etwas von einem wollen und auf offener Straße auch schnell mal körperlich werden.

Wie ist es heute?
Ich weiß mittlerweile, wie ich zur Ruhe komme und wie ich mit stressigen Situationen umgehe oder mich solchen Situationen einfach entziehe. Ich gehe deutlich gelassener mit ganz vielen Dingen um. Vieles ist die Aufregung auch gar nicht wert.

Und in welchen Momenten genießen Sie Ihren Promi-Bonus?
Im Restaurant – da öffnen sich dann schneller die Türen, einen guten Tisch zu bekommen und sehr zuvorkommend behandelt zu werden. Aber ich bezahle natürlich meine Rechnung. Ich lasse mir ungern Dinge schenken, weil es dann immer eine Erwartungshaltung gibt.

Würden Sie von sich sagen, dass Sie erwachsen geworden sind?
Ich bin heute auf jeden Fall deutlich geerdeter.

Früher hat man Ihnen hier und da einen Höhenflug attestiert ...
Habe ich so was ausgestrahlt? Ich glaube, dass keiner meiner Freunde jemals behaupten würde, dass ich zu irgendeinem Zeitpunkt einen Höhenflug hatte – im Gegenteil. Meine Freunde sagen, wie normal ich geblieben bin und wie wenig ich mich eigentlich verändert habe in all den Jahren.

Was hält Sie am Boden?
Meine Frau, meine Freunde, mein Umfeld. Ich brauche wenig Rummel. Ich fühle mich auch gar nicht so wohl, wenn ich im Mittelpunkt stehe. Das tue ich in meinem Beruf schon zu sehr.

Darum empfindet Elyas M'Barek das Altern als eine gute Sache

Auf jeden Fall haben Sie viel dazugelernt – Sie sind aus den Teeniestar-Schuhen rausgewachsen.
Ja, definitiv. Ich kann nicht mehr Rollen spielen, die ich vor 20 Jahren gespielt habe. Ich wäre irgendwo stehen geblieben, wenn ich jetzt immer noch "Türkisch für Anfänger" spielen würde. Jetzt bin ich 40, und ich genieße es, so viele Genres ausprobieren zu dürfen.

Hat die 40 etwas mit Ihnen gemacht?
Ich bin froh über alle Höhen und Tiefen, die ich bis hierhin erleben durfte, und für jeden Moment dankbar.

Mal ein Blick in die Zukunft: Wo sehen Sie sich mit 50?
Heute kann es so schnell gehen, dass man sich verliert und sich mit unwichtigen Dingen aufhält. Ich achte darauf, meinen inneren Kompass nicht zu verlieren. Ich habe das Gefühl: Je älter ich werde, desto gefestigter werde ich.

Wie meinen Sie das?
Gerade die letzte Zeit hat mir gezeigt, dass ich immer genauer weiß, was ich will. Ich war viele Jahre auf der Suche und habe sicherlich nicht immer die richtige Entscheidung getroffen. Wer kann das schon von sich sagen! Egal, ob ich vier Kinder, fünf Hunde und ein Haus mit Garten habe – das sind nur Äußerlichkeiten. Ich möchte mit 50 noch genauso zufrieden sein wie jetzt.

Wünschen Sie sich denn Kinder?
Ja, natürlich.

So kommt der "Tausend Zeilen"-Darsteller zur Ruhe

Woraus schöpfen Sie Kraft?
Ich habe die Meditation entdeckt. Ich dachte lange Zeit, das sei so ein esoterischer Quatsch, aber es ist super cool. Ich meditiere mittlerweile jeden Tag, und das ist mir auch wichtig.

Inwiefern?
Ich habe früher viel zu schnell gelebt. Heute setze ich mir meine Termine ganz anders, lasse und nehme mir mehr Zeit, lese auch mal ein Buch und mache mein Handy aus. Ich will nicht ständig erreichbar sein.

Sie sind oft auf Ibiza, haben dort auch gerade geheiratet. Könnten Sie sich vorstellen, Deutschland zu verlassen?
Nein. Ich habe dort einen Zweitwohnsitz und verbringe gerne den Sommer – und nicht nur den – auf der Insel. Ich liebe es, im Ausland zu sein, weil ich da viel anonymer leben kann. Aber ich mag auch München und Berlin, wo ich eben auch viel arbeite. Ich möchte gar nicht immer nur an einem Ort leben.

Was wäre Ihre Lieblingsschlagzeile für dieses Interview?
"Elyas M’Barek ist wie ein guter Käse: Je älter, desto besser." (lacht)

Gala

Mehr zum Thema

Gala entdecken