Dr. Conrad Murray: Schuldig, aber reich

Im Prozess gegen Michael Jacksons Leibarzt Dr. Conrad Murray wurde das Urteil gesprochen. Am Ende hatte auch der Richter keine Gnade mit dem Arzt. Doch ob Murray wirklich ins Gefängnis wandert, ist ungewiss

Conrad Murray

Nach knapp sechs Wochen, 49 Zeugenaussagen und zum Teil beschämenden Enthüllungen aus dem Privatleben von Michael Jackson ist der Prozess gegen seinen Arzt Conrad Murray nun mit dem Richterspruch beendet.

Am Dienstag (7. November) gegen 13 Uhr Ortszeit teilten die Geschworenen dem Gericht von Los Angeles ihr Ergebnis mit: Zehn Stunden hatten sie letzte Woche beraten, nun befanden sie ihn einstimmig der fahrlässigen Tötung an Michael Jackson schuldig. Am 25. Juni 2009 hat er dem Popstar die Überdosis des Narkotikums Propofol verabreicht, die dem Sänger das Leben nahm.

Michael Jackson (†)

Remember the Time

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Es war der Moment, auf den nicht nur die hunderte Fans vor dem Gerichtsgebäude gewartet hatten. Im Verhandlungssaal ließen sich die Schwester Jacksons LaToya und eine Freundin der Familie zu einem Freudenruf hinreißen. "Guilty", schuldig - auf dieses Urteil hatten sie zwei Jahre gewartet. Die Damen wurden umgehend zur Ruhe ermahnt.

Denn im Anschluss an die Juryvorsitzende ergriff nun Richter Michael Pastor das Wort. Denn nun ging es um die Frage, was mit Murray geschehen sollte bis das Strafmaß festgesetzt wird. Die Verteidigung plädierte auf Freilassung auf Kaution, begründete sie damit, dass Murray keinem der Verhandlungstage ferngeblieben war.

Doch das sah der Richter anders. Murray sei eine Gefahr für die Öffentlichkeit, urteilte er. Und nun, da er schuldig gesprochen sei, gebe es keine Garantie, dass er auch weiterhin zu Gerichtsterminen erscheinen würde. Sobald Richter Pastor diese Worte gesprochen hatte, schritten auch schon die Sheriffs zur Tat. Sie legten Dr. Conrad Murray umgehend Handschellen an. So blieb er mit versteinerter Miene sitzen, der große Mann, der einst das Leben des größten Popstars aller Zeiten in seinen Händen hatte - und dafür rund 170.000 Euro im Monat kassierte. Bis zur Straßmaßverkündung bleibt Murray nun in Gewahrsam. Ihm drohen bis zu vier Jahre Haft.

Vor dem Gerichtsgebäude hatten sich Anhänger des Arztes, aber auch hunderte von Michael Jackson-Fans versammelt, die das Urteil mit Freudenrufen wie "Sperrt ihn ein!" und "Werft den Schlüssel weg" feierten.

Ob der Arzt jedoch tatsächlich eine Haftstrafe absitzen wird, ist trotz des Schuldspruches unsicher. Denn in Kalifornien sind die Gefängnisse hoffnungslos überfüllt. Die Folge: Viele Freiheitsstrafen werden in Hausarrest umgewandelt - vor allem bei "dafür geeigneten Verurteilten". Eine von diesen war kürzlich Lindsay Lohan, die statt 30 Tagen nur vier Stunden hinter Gittern verbringen musste.

Wie "Tmz" berichtet, rechnen Insider auch für Conrad Murray mit einer solchen Umwandlung der Strafe. Zudem hat seine Verteidigung bereits angekündigt, Berufung einzulegen. Und auch sonst sieht die Zukunft für einen der fahrlässigen Tötung verurteilten Arzt eigentlich sehr rosig aus: Denn schon jetzt winken ihm lukrative Buchdeals und Anfragen für Interviews.

smb

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