Dr. Conrad Murray: Höchststrafe für Jackos Leibarzt

Nachdem die Jury ihn der fahrlässigen Tötung von Michael Jackson schuldig gesprochen hat, verhängte der Richter nun eine vierjährige Haftstrafe gegen Conrad Murray. Die Fans sind unzufrieden

Conrad Murray

Einer der brisantesten Prozesse des vergangenen Jahres kam am Dienstag (29. November) mit der Verkündung des Strafmaßes zu einem spektakulären Ende. Dr. Conrad Murray, ehemaliger Leibarzt von Michael Jackson und von der Jury für schuldig am Tod des Sängers befunden, muss für vier Jahre ins Gefängnis.

Dies berichtet der amerikanische Onlinedienst "tmz.com". Der Richter Michael Pastor verhängte damit die höchstmögliche Strafe - und wandte sich mit scharfen Worten an den Angeklagten. "Michael Jackson war ein Experiment für Dr. Murray", sagte er. Pastor zeigte sich erbost, ehe er Murray verurteilte. Vor allem die Tatsache, dass der einstige Leibarzt von Jackson bis heute keinerlei Schuldgefühle oder Bedauern zeige, stimme ihn sehr nachdenklich.

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Conrad Murray selbst lehnte es erneut ab, vor Gericht ein Statement abzugeben. Bereits während der Beweisaufnahme und des Schlussplädoyers hatte der 58-Jährige eine Aussage verweigert.

"Einige meinen, Dr. Murray ist ein Heiliger, andere halten ihn für den Teufel. Die Wahrheit ist: Er ist keines von beiden, er ist ein Mensch. Aber als solcher ist er verantwortlich für den Tod eines anderen Menschen," sagte der Richter.

Absitzen wird Conrad Murray von seinen vier Jahren Haft zur Entrüstung vieler Jackson-Fans jedoch nur knapp die Hälfte. 46 bereits eingesessene Tage werden ihm vom Strafmaß abgezogen, desweiteren regelt ein neues kalifornisches Gesetz bei Fällen wie der fahrlässigen Tötung eine Umwandlung von Haftstrafen in Hausarreste. Grund sind die permanent überfüllten Gefängnisse des Bundesstaates.

Große Unzufriedenheit herrschte nach der Verkündung der Strafe auch bei Jacksons Familienmitgliedern. "Vier Jahre sind nicht genug für das Leben eines Menschen. Das wird mir meinen Sohn nicht zurückbringen, aber wenigstens bekam er die Höchststrafe. Ich glaube die Jury war sehr, sehr fair und ich danke ihnen", sagte Katherine Jackson, die Mutter des Verstorbenen, dem TV-Sender "KTLA".

Der sechswöchige Prozess gewährte tiefe Einblicke in die letzten Wochen im Leben des "King of Pop". Etliche Fachmediziner, Zeugen und Beweismittel wurden hinzugezogen, ehe die zwölfköpfige Jury Murray am 7. November für schuldig erklärte.

Ob der Haftstrafe eine Entschädigungzahlung von knapp 75 Millionen Euro an die "Michael Jackson Estate" folgt, wurde am Dienstag nicht entschieden. Die Veranstalter der geplatzten "This is it"-Tour forderten diese Summe als Ausgleich für die geschätzten verlorengegangenen Einnahmen.

kst

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