Dr. Conrad Murray: Er hätte Jacko retten können

Im Prozess gegen Dr. Conrad Murray belasten zwei weitere Mediziner den ehemaligen Jackson-Leibarzt schwer. Angeblich hätte dieser den "King of Pop" durch einfachste Handgriffe retten können

Dr. Conrad Murray hat wahrlich nicht mehr viel zu lachen. Versteinert und angespannt sitzt er auf der Anklagebank, ganz so, als sähe er sein Schicksal bereits besiegelt. Es könnte eine schmerzhafte Niederlage werden für den Mann, der nach Ansicht der Staatsanwaltschaft und Michael Jacksons Familie für den Tod des Popstars verantwortlich ist. Auch in der vergangenen Prozesswoche belasteten zwei angesehene Mediziner den Angeklagten Murray schwer.

Michael Jackson (†)

Remember the Time

25. Juni 2019  10 Jahre ist es her, dass Michael Jackson mit nur 50 Jahren an einer akuten Narkosemittelvergiftung verstarb.   Wieder kontrovers diskutiert wird das Leben und Schaffen des "King of Pop" seit Erscheinen des Dokumentarfilms "Leaving Neverland" im Januar 2019, der Missbrauchsvorwürfe bekräftigt.  Dabei stellt sich immer wieder die Frage, ob Kunst und Künstler, Werk und Musiker voneinander zu trennen sind.
Juni 2009: Am 25. Juni 2009 stirbt Michael Jackson im Alter von 50 Jahren. Die ganze Welt trauert um den "King of Pop".
05. März 2009
Auf der Neverland-Ranch, die einem riesigem Rummelplatz gleichte, wollte Michael Jackson Kindern eine Kindheit ermöglichen, die

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Nachdem bereits am 12. Oktober der Kardiologe Dr. Alon Steinberg dem Angeklagten schwere Fehler und "grobe Nachlässigkeiten" seiner ärztlichen Pflichten vorwarf, äußerte sich am gestrigen Mittwoch (19. Oktober) der Anästhesist und Propofol-Experte Dr. Steven Shafer als vermutlich letzter Zeuge der Anklage. Der Mediziner unterstützte die Anschuldigungen seines Kollegen, ging aber noch einen entscheidenden Schritt weiter: Mangelndes medizinisches Equipment und das Versäumnis Murrays, angemessene Aufzeichnungen über die Behandlung Michael Jacksons mit dem Narkosemittel anzufertigen, seien neben einer schweren Störung des Arzt-Patienten-Verhältnisses die ausschlaggebenden Faktoren. Dies berichtet der "Daily Telegraph".

"'Ja' zu sagen ist nicht die Aufgabe eines Mediziners. Ein kompetenter Arzt hätte gewusst, dass man das nicht tut", sagte Dr. Shafer vor Gericht aus. Murray habe eher wie ein Angestellter des Popstars gehandelt als wie ein Mediziner, der die Forderungen seines Patienten nach Propofol als Einschlafhilfe hätte abweisen müssen. Die mehrminütige Abwesenheit des Leibarztes in den letzten Stunden vor Jacksons Tod sei nach Ansicht Dr. Shafers unverantwortlich, da "ein Arzt nicht gleichzeitig multitasken und angemessen auf einen betäubten Patienten Acht geben kann." Weiterhin gab der Anästhesist an, Michael Jackson hätte höchstwahrscheinlich gerettet werden können, und zwar durch ein einfaches Anheben des Kinns. Demnach hätte Conrad Murray diese simple Maßnahme sofort durchführen müssen als er feststellte, dass sein Patient nicht mehr atmete. Vermutlich habe die Zunge den Hals und damit die Atemwege blockiert.

Am Freitag werden Conrad Murrays Verteidiger mit der Befragung ihrer Zeugen beginnen. Insgesamt 15 Personen sollen in den Zeugenstand gerufen werden, darunter Polizisten, Charakter-Zeugen und Randy Phillips, der Chef von AEG Live und Organisator der geplanten Comeback-Tour des "King of Pop". Wie CNN berichtet, sprach sich am Dienstag (18. Oktober) die Mutter des verstorbenen Weltstars, Katherine Jackson, gegen eine Berufung von Jacksons ältestem Sohn Prince Michael als Zeugen aus. Eine mögliche Aussage des 14-Jährigen gewann an Relevanz, als dieser eine Behauptung Murrays als Lüge bezeichnet hatte. Der Leibarzt hatte im Polizeiverhör angegeben, sich in der Notaufnahme um die Kinder des Verstorbenen gekümmert zu haben.

kst

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