Dr. Conrad Murray Die Luft wird dünner

Die neuesten Aussagen seiner drei Freundinnen verschlechtern die Chancen des ehemaligen Jackson-Leibarztes weiter. Pharmazeut Tim Lopez berichtete von großen Propofol-Bestellungen

Bereits in der zweiten Prozesswoche sieht sich der Angeklagte Dr. Conrad Murray einer erdrückenden Beweislast gegenüber gestellt. Drei Lebensgefährtinnen des Arztes gaben vor Gericht zu Protokoll, am 25. Juni 2009 mit Murray telefoniert oder Kurzmitteilungen von diesem empfangen zu haben. Zusätzlich bezeugte der Pharmazeut Tim Lopez, große Bestellungen des Betäubungsmittels Propofol an den Jackson-Leibarzt versandt zu haben.

Michelle Bella, eine von drei Freundinnen Conrad Murrays, hat nach eigener Aussage am Todestag Jacksons um 8.35 Uhr Ortszeit eine Kurzmittelung von Murray erhalten. Auch die Kellnerin Sade Anding, mit der der Arzt ein Verhältnis pflegte, gab zu Protokoll, um 11.51 Uhr des 25. Juni 2009 mit Murray telefoniert zu haben. Sechs Minuten lang habe sie ihm von ihrem Tag erzählt, ehe sie feststellte, dass Murray ihr nicht mehr antworte. Erst zu diesem Zeitpunkt, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, habe Conrad Murray den Atemstillstand seines Patienten bemerkt. Die Verteidigung des Angeklagten behauptete bis zuletzt, Dr. Murray habe lediglich für zwei Minuten den Raum verlassen. In dieser Zeit, so die Anwälte, hätte Michael Jackson sich selbst Propofol verabreicht und zusätzlich acht Tabletten des Beruhigungsmittels Lorazepam geschluckt.

"Ich fragte 'Hallo, hallo, bist du da?'", erinnerte sich Sade Anding an das Telefonat. "Dann hörte ich Stimmengemurmel und Husten – aber niemand antwortete". Drei Minuten später habe sie das Gespräch beendet. Nicole Alvarez, mit der Murray zum Zeitpunkt seiner Tätigkeit für den Popstar zusammenlebte, wurde von ihm auf dem Weg ins Krankenhaus angerufen. "Er sagte mir, er sei auf dem Weg ins Krankenhaus mit Mr. Jackson, aber ich solle mir keine Sorgen machen", bezeugte die 29-Jährige. Desweiteren gab sie zu, privat Medikamentenlieferungen für Murray in ihrer Wohnung in Santa Monica angenommen zu haben, obwohl dieser lediglich in Texas und Nevada seine Praxen betreibe.

Nach Aussage des Pharmazeuten Tim Lopez hat Dr. Conrad Murray bei ihm über Monate immer größere Mengen des nachweislich für den Tod Jacksons verantwortlichen Betäubungsmittels Propofol bestellt. "Er bat mich speziell um Preise und Verfügbarkeiten von Propofol", gab Lopez zu Protokoll. 255 Fläschchen des starken Betäubungsmittels soll Murray bei Lopez’ Firma bestellt haben. Versandadresse der Lieferungen war die Wohnung von Nicole Alvarez.

kst

gala.de

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