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Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär "Klar, benutze ich Insta-Filter"

Dorothee Bär posiert für die Fotograf:innen.
Dorothee Bär
© Picture Alliance
Bunte Emojis, politischer Schlagabtausch oder Online-Späße mit Markus Söder – Dorothee Bär liebt ihr Handy. Bei ihren Kindern ist sie strenger.

Sie nutzt begeistert die vielen Funktionen ihres Smartphones und freut sich über neue Apps, die das Leben leichter oder unterhaltsamer machen – CSU Politikerin Dorothee Bär, 44, ist ein "Digital Native", aufgewachsen mit Computern und Handys, ohne Berührungsängste. Gerade weil sie so gut Bescheid weiß, hat sie bei ihren Kindern allerdings klare Regeln aufgestellt. Bär ist Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn. GALA traf die Bundestagsabgeordnete gemeinsam mit ihrer ältesten Tochter Emilia, 16, auf einem Event in Berlin.

Dorothee Bär im großen GALA-Interview

GALA: Ist Ihre Tochter in den sozialen Netzwerken aktiv?
Dorothee Bär: Emilia war auf Instagram, hat ihren Account allerdings gerade wieder von sich aus gelöscht.

Dorothee Bär mit ihrer Tochter Emilia auf dem roten Teppich.
Dorothee Bär und ihre Tochter Emilia besuchen auch gerne gemeinsam Veranstaltungen.
© Franziska Krug / Getty Images

Worauf achten Sie als Mutter beim Thema Handynutzung?
Das Wichtigste ist für mich, nicht nur die Kinder stark zu machen, sondern auch die Eltern. Oft denken Eltern noch: "Ach, wenn die Kinder in ihrem Zimmer sind, kann nichts passieren." Das ist natürlich ein Trugschluss.

Smartphones gibt es in ihrer Familie erst ab einem gewissen Alter

Ab wann sollten Kinder ein Smartphone bekommen?
Das muss jede Familie für sich entscheiden.

Wie händeln Sie es in Ihrer Familie?
Wir haben entschieden, dass keines unserer Kinder in der Grundschule ein Handy braucht. Sie laufen in die Schule, laufen wieder heim, werden zu allen Sportaktivitäten gebracht. Die Kinder sind in einem geschützten Bereich, müssen uns Eltern nicht erreichen. Aber ich gebe zu, es ist nicht leicht, das durchzuhalten. Bestes Beispiel: Eine Freundin meiner Tochter hatte gleich in der ersten Klasse ein Handy.

Ihr Sohn ist jetzt zehn.
Und hat sein erstes Handy bekommen – mit allen Jugendschutz-Einstellungen. Das heißt, alles, was er runterladen will, erscheint bei mir auf dem Handy und muss von mir freigegeben werden. Das schaue ich mir genau an.

Was gehörte zu den letzten Downloads?
Eine Art Online-Kreuzworträtsel. Das spielen wir jeden Tag, auch wenn ich in Berlin bin, und hat einen schönen Lerneffekt – für beide. (lacht)

Medienkompetenz bei Kindern: So klappt es schon bei den ganz Kleinen

Sie waren knapp vier Jahre Digitalisierungsbeauftragte der Bundesregierung. Wo müssen wir besser werden?
Ich wünsche mir in Kitas ein Tablet pro Gruppe. Das ist kein Ersatz, sondern ein zusätzliches Lernmittel. Ich bin der festen Überzeugung, dass man durch digitale Medien für bestimmte Lerntypen auch mehr erreichen kann. Wir müssen unsere Kinder fit machen im Umgang mit allen Medien, das ist eine ganz große Aufgabe.

Die Bundestagsabgeordnete spricht über ihre Handynutzung

Sie selbst sind stark in den sozialen Medien aktiv. Was macht Ihnen dort besonderen Spaß?
Manchmal ist zwischen den vielen Dramen ja auch etwas Nettes und Lustiges dabei. Wie manche Politiker satirisch gewürdigt werden, ist mitunter schon witzig. Oder wenn ich als Hardcore FC Bayern Fan mit dem Nürnberg Fan Markus Söder herumwitzele.

Könnten Sie denn noch ohne? Haben Sie schon mal über Digital Detox nachgedacht?
Nein, mich stört an diesem Begriff auch, dass er suggeriert, dass alles in diesem Zusammenhang toxisch sei. Für mich ist mein Smartphone Kommunikation. Mein Kalender ist dort genauso wie Vorbereitungen für Sitzungen und Vorträge oder die Fotos meiner Kinder. Auch Facetime mit meinen Kindern ist nicht "toxisch", sondern ein großes Glück für mich.

Unsere Kommunikation verflacht also nicht dadurch?
Jede Zeit hat ihre Medien und Formen der Kommunikation. Wir tun uns häufig schwer mit neuen Entwicklungen. Ich hoffe aber weiter, dass wir mehr Offenheit gegenüber Technologien an den Tag legen.

Hat Ihre Tochter schon mal, inspiriert durch TikTok & Co., falschen Vorbildern nachgeeifert?
Nein. Ich glaube, die meisten Teenager sind da viel klüger, als wir es in dem Alter waren. Diese Generation weiß genau, dass häufig Filter verwendet werden.

Benutzen Sie Filter?
Nicht immer, ich werde ja andauernd fotografiert. Aber klar, ich habe auch schon Insta und Snapchat Filter genutzt. Die sind ja auch teilweise sehr witzig.

Gala

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