Donald Trump ist US-Präsident: Was bisher geschah

Im Wahlkampf gegen Hillary Clinton hetzte und polterte er, besonders gegen Minderheiten. In einem ersten großen Interview zeigt sich der US-Präsident Donald Trump nun plötzlich besänftigt und enthüllt seine ersten Pläne

Donald Trump, 70, ist der designierte US-Präsident. Der republikanische Präsidentschaftskandidat hat sich, was für viele völlig überraschend kam, gegen seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton durchsetzen können und soll in Zukunft die Vereinigten Staaten von Amerika regieren. Während seines Wahlkampfs sorgte er immer wieder für Aufregung. Rassistische Ausfälle, sexistische Bemerkungen gegen Frauen, persönliche Beleidigungen gegen Hillary Clinton, 69, - Trump ließ nichts aus und schaffte es dennoch. Jetzt hat Donald Trump dem Sender "CBS" sein erstes große Interview nach seinem Sieg gegeben - und plötzlich zeigt er sich viel sanfter, als noch im Wahlkampf. Schauen wir uns an, was Trump im Wahlkampf versprach und wie er jetzt zurückrudert.

Versprechen: "Ich bringe Hillary Clinton ins Gefängnis!"

Hillary Clinton war von 2009-2013 die US-Außemninisterin. In dieser Zeit verschickte sie über einen privaten E-Mail-Server streng geheime Nachrichten, was eigentlich verboten ist. Das FBI warf ihr vor, extrem leichtsinnig gehandelt zu haben und nahm Ermittlungen gegen sie auf. Donald Trump nannte Hillary Clinton im Wahlkampf stets "crooked Hillary", was man am ehesten mit "betrügerische Hillary" übersetzen kann. Er sprach davon, die Demokratin in das Gefängnis zu bringen, sobald er Präsident würde.

Was Trump jetzt sagt:

Kaum ist der Wahlkampf vorbei, ist Hillary Clinton eine "sehr starke und kluge Frau" und er habe ein "reizendes" Telefonat mit ihr geführt. Auch ihr Ehemann Bill Clinton sei "sehr, sehr nett".

Versprechen: "Ich baue eine Mauer um Mexiko und Ausländer müssen raus!"

Donald Trump kündigte an, er wolle eine zementierte Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, um so die Grenze zu sichern. Und: Mexiko würde selbst für die Mauer zahlen! Einwanderer würden des Landes verwiesen werden.

Was Trump jetzt sagt:

Fairerweise muss man sagen, dass Trump schon im Wahlkamp zurückruderte. In Arizona erklärte er, dass der Fokus darin liegen würde, "kriminelle Ausländer" abzuschieben. Alle anderen würden mit "großer Würde" behandelt werden. Der höchst umstrittenen Mauer an der mexikanischen Grenze bleibt Trump treu - zumindest teilweise. Aus einer "Stahlmauer" soll jetzt abschnittsweise etwa ein Zaun werden.

Versprechen: "Die Homo-Ehe gehört sich nicht!"

Allerdings: Hier schienen sich Donald Trump und Donald Trump nie ganz einig. Er sprach sich zwar mehrfach gegen die Homo-Ehe aus, wurde allerdings auch schon einmal anderweitig zitiert. "Es kann keine Diskriminierung gegen Homosexuelle geben!", sagte er 2011 gegenüber "CBN". Im nächsten Satz sprach er sich aber wieder gegen die Homo-Ehe aus.

Was Trump jetzt sagt:

"Diese Frage ist entschieden, das ist jetzt das Recht. Für mich ist das okay", sagt er. Es hätte ohnehin schwierig werden können, sich gegen das Gesetz zu stellen. Erst im letzten Jahr wurde die Homo-Ehe durch das Oberste Gericht der USA legalisiert.

Versprechen: "Frauen, die abtreiben, sollen bestraft werden!"

Auch hier stolperte Trump schon im Wahlkampf über seine eigenen Aussagen. Mal sollten Frauen bestraft werden, mal sollte das Gesetz so bleiben, wie es ist. In den Vereinigten Staaten sind Abtreibungen bis zur 24. Schwangerschaftswoche, also solange, bis der Fötus außerhalb der Gebärmutter nicht lebensfähig wäre, legal.

Was Trump jetzt sagt:

Trump bleibt dabei, dass er "pro life", also gegen Abtreibungen ist. Er wird als US-Präsident einen Richter ernennen müssen, der der Entscheidungsträger in dieser Frage sein müsste. Auch dieser soll laut Trump "pro life" sein. Jedoch: Sollten Abtreibungen illegal werden, könnten die Bundesstaaten dennoch über eine Legalisiering entscheiden. "Na ja, sie (die schwangeren Frauen – Anm. d. Red.) müssten dann wahrscheinlich in einen anderen Bundesstaat gehen", sagt Trump.

Trump, bekannterweise Millionär, hat außerdem angekündigt, auf sein Gehalt zu verzichten.

Der Familienclan hinter US-Präsident Donald Trump

Die First Family und ihre Mitglieder

Der Trump-Clan: (v. l.) Eric Trump und seine Frau Lara, Donald Trump hinter Sohn Barron, Melania Trump, Vanessa Haydon und Ehemann Donald Trump Jr. mit ihren Kindern Kia Trump und Donald Trump III, Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner und Tiffany Trump.
Dürfen wir vorstellen: Donald Trump, der neu ernannte mächtigste Mann der Welt. Seine Milliarden verdienter er im Immobiliengeschäft und der Unterhaltungsbranche. Mit Fernsehsendungen wie "The Apprentice" erhöhte er seine Popularität und gehört heute zu den bekanntesten Geschäftsleuten der Vereinigten Staaten.
Donald Trumps Frau Melania wuchs in Slowenien auf, modelte sich über Mailand, Paris und New York bis in Donals Herz. Die beiden lernten sich 1998 auf einer Party während der Fashion Week in New York kennen und heirateten 2005. Melania Trump hielt sich beim Wahlkampf ihres Mannes eher zurück - überließ Donalds Tochter Ivanka die politische Bühne.
Donald Trump Jr. ist Trumps ältester Sohn. Er studierte Finanzen und Immobilen an der Universität von Pennsylvania und ist mittlerweile - gemeinsam mit seinen Geschwistern Ivanka und Eric - Vizepräsident der Trump Organisation. Mit seiner Frau, dem Model Vanessa hat er fünf Kinder.

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