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Donald Trump Wird er jetzt zu Fall gebracht?

Bringt die ehemalige Kommunikationsdirektorin von Donald Trump den US-Präsidenten nun zu Fall?
Bringt die ehemalige Kommunikationsdirektorin von Donald Trump den US-Präsidenten nun zu Fall?
© Getty Images
Donald Trump hat eine starke Gegnerin. Omarosa Manigault hörte ihn über Jahre ab. Ein Bericht über Freundschaft, Verrat und Geltungssucht

Genauso hat Omarosa Manigault, 44, sich das vorgestellt: Die US-Zeitungen sind voll von ihren Enthüllungen, die Talkshows reißen sich um ihren Besuch und wollen die Schauergeschichten über ihren ehemaligen Arbeitgeber Donald Trump, 72, hören, die sie in ihrem Buch "Unhinged" ("Gestört") aufgeschrieben hat.

Begehrt Donald Trump seine Tochter Ivanka?

Unglücklich? Manigault behauptet, Melania Trump ersehne die Scheidung von Donald. Die ließ jetzt ausrichten, sie habe Manigault kaum gekannt
Unglücklich? Manigault behauptet, Melania Trump ersehne die Scheidung von Donald. Die ließ jetzt ausrichten, sie habe Manigault kaum gekannt
© Getty Images

Manigault genießt die Aufmerksamkeit sichtlich: In einem pinkfarbenen Kleid mit gewagtem Ausschnitt nennt sie den US-Präsidenten bei "Entertainment Tonight" "sehr dement" und behauptet, dass "in Trumps Welt jeder lügt." Von Januar bis Dezember 2017 war Omarosa Manigault Trumps Kommunikationsdirektorin für öffentliche Beteiligung und zwischenstaatliche Angelegenheiten – bis sein Stabschef John Kelly sie feuerte. Detailliert beschreibt Manigault nun in ihrem Buch, dass der Präsident und die First Lady getrennte Leben führen. Melania Trump, 46, "zähle die Minuten", bis ihr Ehemann nicht mehr im Amt sei und sie sich endlich scheiden lassen könne. Manigault behauptet außerdem: "Donald Trump begehrt seine Tochter Ivanka." Einmal habe er sogar ein Meeting unterbrochen, um Ivanka Trumps, 36, engen Rock zu bewundern, als diese den Raum betrat. Klatschgeschichten ohne politische Brisanz. 

Omarosa Manigault hörte den US-Präsidenten heimlich ab

Skandalös ist vor allem, dass Omarosa Marigault, in zweiter Ehe mit einem Pastor verheiratet, heimlich Gespräche aufgenommen hat. Diese Tonbänder veröffentlicht sie nun parallel zum Erscheinen des Buches, darunter ein Telefonat mit Trumps Schwiegertochter Lara vom Dezember 2017. Lara bot der gerade gefeuerten Manigault einen Job in der Trump-Wiederwahlkampagne 2020 an, wenn sie ab sofort nur noch positiv über ihn spricht. Dafür solle es 15000 Dollar monatlich geben. Schweigegeld? Selbst das Entlassungsgespräch mit Stabschef John Kelly im Dezember 2017 (auch hier wurde ihr gedroht) zeichnete sie auf, obwohl im abhörsicheren "Situation Room" des Weißen Hauses jeder vorm Betreten sein Smartphone abgeben muss. 

Omarosa Manigault ist Donald Trump gefährlich ähnlich 

Skandalbuch: Omarosa Manigault stellt Donald Trump in "Unhinged" (ca. 20,50 Euro, Simon + Schuster) an den Pranger
Skandalbuch: Omarosa Manigault stellt Donald Trump in "Unhinged" (ca. 20,50 Euro, Simon + Schuster) an den Pranger
© Getty Images

Blinde Rache einer geschassten Frau? So wertet Trumps Anhängerschaft Manigaults Enthüllungen. Und glaubt, dass schon in wenigen Wochen niemand mehr über sie spricht. Tatsächlich aber könnte Omarosa Manigault dem Präsidenten aus einem anderen Grund gefährlich werden: Sie ist aus dem gleichen Holz geschnitzt wie er, polarisiert und inszeniert gern Skandale. Über ihre Arbeitsweise im Weißen Haus sagte ein einstiger Kollege der US-News-Seite Axion.com: "Ich habe mir bei ihr vor Angst in die Hose gemacht." Mehr noch: Für einen Großteil der US-Öffentlichkeit ist Manigault eine Reizfigur, und zwar schon lange. Seit 20 Jahren drängt die Geschäftsfrau in die Öffentlichkeit. Schon in den Neunzigern arbeitete sie im Weißen Haus, damals für Vize-Präsident Al Gore, Demokrat. Auch hier wurde sie gefeuert. 

Doppeltes Spiel: Omarosa Manigault stellt Donald Trump heute als Rassisten dar. Auf die Frage, warum sie dann überhaupt für ihn gearbeitet habe, sagt sie ausweichend, sie habe einen "blinden Fleck" gehabt. Tatsächlich machte sie über Jahre Mitschnitte in vertraulichen Situationen
Doppeltes Spiel: Omarosa Manigault stellt Donald Trump heute als Rassisten dar. Auf die Frage, warum sie dann überhaupt für ihn gearbeitet habe, sagt sie ausweichend, sie habe einen "blinden Fleck" gehabt. Tatsächlich machte sie über Jahre Mitschnitte in vertraulichen Situationen
© Getty Images

Früher vergötterte Trump seine ehemalige Angestellte

Also schlug Manigault einen anderen Weg Richtung Ruhm ein. 2004 nahm sie bei "The Apprentice" teil, seinerzeit die Unternehmer-Casting-Show von Donald Trump. Manigault fiel schnell unangenehm auf, sorgte für ein aggressives Klima, beschuldigte Kandidaten und Moderatoren rassistischer Bemerkungen. Das Publikum hasste Manigault, Trump hingegen vergötterte sie. Und ahnte nicht, dass sie schon damals seine respektlosen Tiraden über Afro-Amerikaner und Frauen aufzeichnete, mit denen sie heute hausieren geht. Dennoch unterstütze sie ihn 2016 im Wahlkampf (kurz zuvor war sie noch im Team von Hillary Clinton), und er belohnte sie mit einem Posten im Weißen Haus. 

Auf Twitter rastete der Präsident aus

Auf die Enthüllungen reagierte der Präsident vorige Woche gewohnt ausfallend. Via Twitter poltert er, Manigault sei "ein Hund" und "bösartig". Um ihre Unglaubwürdigkeit zu belegen, verbreitete er ein Video von 2017, in dem Manigault Trump in den höchsten Tönen lobte. Erst Freunde, dann Feinde, das kommt vor, in der Politik wie im Leben. Doch in diesem Fall ärgert den Präsidenten, der Manigault seit 14 Jahren kennt, wohl vor allem, dass er ihre kriminelle Energie unterschätzt hat: Ihr ist jedes Mittel recht, um in die Schlagzeilen zu kommen. Sie schlägt Donald Trump mit seinen eigenen Waffen.

Gala

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