Donald Trump: Wirbel um seine Steuererklärung

Seit Monaten weigert sich Donald Trump standhaft, seine Steuerunterlagen öffentlich zu machen. Das hat jetzt ein US-Sender für ihn übernommen - und gibt exklusiv Einsicht in seine finanziellen Verhältnisse

In den USA gehört es zum guten Ton, als US-Präsident Einsicht in seine finanziellen Verhältnisse zu gewähren. Wie in vielen anderen Angelegenheiten geht Donald Trump, 70, auch hier seinen eigenen Weg und ist bisher nicht bereit, seine Steuerunterlagen zugänglich zu machen. Kritiker sehen sich dadurch bestätigt, dass der Unternehmer etwas Hochbrisantes zu verbergen hat. Etwas, dass ihn vielleicht sogar sein Amt kosten könnte. Jetzt bringt ein überraschend aufgetauchtes Papier Licht ins Dunkle.

Soviel Steuern zahlte Donald Trump

Dem US-Sender MSNBC liegen zwei entscheidende Seiten der Steuererklärung von Trump aus dem Jahr 2005 vor. Es soll sich um das sogenannte "1040-Formular“ handeln, das einen Teil der Einkommenssteuererklärung in den USA ausmacht. Demnach hat der Republikaner 150 Millionen Dollar eingenommen und 38 Millionen Dollar Steuern an die Behörden abgeführt. Das Weiße Haus geht in die Offensive: Es bestätigt die Zahlen, verurteilte ihre Veröffentlichung aber gleichzeitig als "illegal". Die Papiere erhielt die TV-Station von US-Journalist und Pulitzer-Preis-Gewinner David Cay Johnston.

Der Präsident soll bei seinen Finanzen getrickst haben

Die explosiven Unterlagen sind nach ihrer Entdeckung stundenlang von Steuerexperten untersucht worden - mit einem Ergebnis, das kein gutes Licht auf Trump wirft. "Er hat prozentual so viele Steuern gezahlt, wie ein Ehepaar, das rund 400.000 Dollar im Jahr verdient. Dabei hat er 2005 400.000 Dollar am Tag verdient", sagt Johnston bei MSNBC. Der Vorwurf: Der Milliardär könnte mit Hilfe von Tricks in eine niedrigere Steuerklasse gelangt sein. 

War die Veröffentlichung eiskalte Berechnung? 

Eric Trump und Donald Trump

Donald Trump

Familienzoff? Er hat den Kontakt zu Sohn Eric abgebrochen

Dass die Unterlagen nach monatelangen Querelen plötzlich auftauchen verwundert. Johnsten behauptet, das brisante Dokument in seinem Briefkasten gefunden zu haben. Wer sie dort deponiert habe - unklar. Doch der Autor hat einen Verdacht. "Es könne durchaus sein, dass er die Dokumente verschickt hat. Er war in den vergangenen Jahren immer wieder für Leaks verantwortlich", sagt er auf MSNBC. Wie gewohnt nutzt der mächtigste Mann der Welt seinen Lieblingskanal Twitter, um auf diese Anschuldigung zu reagieren. "Glaubt irgendjemand, dass ein Reporter, von dem niemand je gehört hat, zu seinem Briefkasten gegangen ist und meine Steuerunterlagen gefunden hat? FAKE NEWS", poltert er in gewohnter Manier. 


Was hat Trump zu verbergen?

In den USA ist es seit 40 Jahren üblich, dass Anwärter für das Amt des US-Präsidenten ihre Steuererklärung öffentlichen machen. Damit soll dem Volk ein Bild von der wirtschaftlichen Situation und möglichen finanziellen Abhängigkeiten des Kandidaten gegeben werden. Zwar sind die Politiker gesetzlich nicht gezwungen, dies zu tun. Es gilt jedoch als anständig. Dass Trump es bisher nicht tut, heizt Spekulationen an: Was hat er zu verbergen? Geschäftsbeziehungen ins umstrittene Russland zum Beispiel, die ihn als Präsident in arge Bedrängnis bringen könnten? Andere spekulieren, Trump könne 20 Jahre lang überhaupt keine Steuern gezahlt oder weit weniger Millionen auf dem Konto haben, als er behauptet. Mit dem aktuellen Leak konnten diese Fragen zwar auch nicht geklärt werden. Doch das könnte sich schnell ändern: Angeblich sollen Johnston noch mehr Seiten von Donald Trumps Steuererklärung vorliegen. 

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