VG-Wort Pixel

Donald Trump Enge Mitarbeiterin Hope Hicks verlässt das Weiße Haus

Hope Hicks verlässt "The Trump White House"
Hope Hicks verlässt "The Trump White House"
© Getty Images / Reuters
Paukenschlag im Weißen Haus: Hope Hicks, die Kommunikationsdirektorin und gemunkelte Geliebte von Donald Trump, ist überraschend zurückgetreten

Donald Trump, 47, und eine seiner engsten Vertrauten gehen künftig getrennte Wege: Hope Hicks, 29, hat am gestrigen Mittwochabend ihren Rücktritt vom Amt als Kommunikationsdirektorin erklärt. Sie ist nicht die erste, die in der Ära Trump ihren Hut im Weißen Haus nimmt. Dennoch ist ihr Abgang mehr als eine Randnotiz. 

Tränen beim Rücktritt 

"Es gibt keine Worte, um Präsident Trump meine Dankbarkeit auszudrücken. Ich wünsche dem Präsidenten und seiner Regierung alles Gute, während er weiterhin unser Land führt", lauten die Worte von Hicks, die vom Weißen Haus am 28. Februar veröffentlicht wurden und weltweit für Schlagzeilen sorgen. Was hier so professionell klingt, soll sich hinter den Kulissen gänzlich anders abgespielt haben: Hicks habe sich "die Augen aus dem Kopf geweint", berichtet ein Augenzeuge dem US-TV-Sender "CBS". Auch Trump bedauert ihren Weggang. In einer schriftlichen Erklärung sagte er laut "CNN" über seine rechte Hand: "Sie ist so schlau und nachdenklich, eine wirklich großartige Person. Ich werde es vermissen, sie an meiner Seite zu haben. Aber als sie mich wegen anderer Möglichkeiten aufsuchte, habe ich das völlig verstanden. Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft wieder zusammenarbeiten werden." Um zu verstehen, warum ihr Verlust Trump hart trifft, muss man sich die Geschichte der beiden betrachten.

Wer ist Hope Hicks?

Die 29-Jährige gehörte zu den längsten und loyalsten Mitarbeitern Trumps, soll von ihm laut Insider-Berichten sogar als "Zieh-Tochter" bezeichnet worden sein. Unter ihm und seiner Familie legte sie einen kometenhaften Aufstieg hin: 2014 begann das frühere Model als PR-Frau für das Mode-Unternehmen von Ivanka Trump, 36, zu arbeiten. Im Juni 2015 holte Donald Trump sie überraschend als Pressesprecherin in sein Wahlkampfteam. Und das, obwohl Hicks über keinerlei politische Erfahrungen verfügte. Im Dezember 2016 wurde sie zur Direktorin für strategische Kommunikation befördert, ein halbes Jahr danach zur Kommunikationsdirektorin. 

Verantwortlich war die Republikanerin im Weißen Haus für die Medienstrategie des Weißen Hauses. Konkret: Trump berichten, was über ihn ihn der Presse steht, Reden verfassen, Tweets absetzen, Journalistenanfragen verwalten. Ihr Büro liegt direkt vor dem Oval Office. Sie weiß, mit wem sich Trump wann wo trifft. Kaum ein anderer kommt Trump so nahe wie Hicks. Wollten Mitarbeiter etwas von Trump, sprachen viele  laut "CBS News" zuerst mit ihr - denn sie konnte wie kaum ein anderer die Reaktionen Trumps einschätzen. Trotz der engen Bindung soll es auch zu Auseinandersetzungen gekommen sein. Trump habe Hicks öfter angeschrieen, aber sie habe sich davon nicht einschüchtern lassen. Trump habe nicht lange sauer auf sie sein können. Das habe sie gewusst.
Warum also quittiert sie ihren Dienst? Wo sie sich selbst in Schweigen hüllt, könnten Medienberichte Aufschluss geben. 

Die Gründe für den Rücktritt 

Gerüchte um Affären

Ende Januar deutete Bestseller-Autor Michael Wolff ("Feuer und Zorn: Im Weißen Haus von Donald Trump, Rowohlt) an, Hicks habe eine Affäre mit dem US-Präsidenten. In späteren Interviews ruderte er allerdings zurück. Doch der Schaden war angerichtet. Im Februar kam dann überraschend ans Licht, dass die 29-Jährige ein Verhältnis mit Rob Porter, einem anderen Mitarbeiter im Weißen Haus, eingegangen war. Das Problem daran: Porter wird von seinen beiden Ex-Ehefrauen beschuldigt, sie misshandelt zu haben. In einem Statement stand das Weiße Haus zunächst zu Porter. Doch die Worte sollen hinter Trumps Rücken und unter der Mitarbeit von Hicks formuliert und herausgegeben worden sein. Der Verdacht: Wollte sie ihren Freund auf Kosten Trumps decken? Am Ende musste Porter gehen. 

Illoyalität gegenüber Trump

Unmittelbar vor ihrem Rücktritt wurde Hicks neun Stunden lang vom  "House Intelligence Committee" in die Mangel genommen. Anlass war die Untersuchung einer möglichen Einflussnahme Russlands auf die US-Wahl im November 2016. Im Zuge der Befragung gab Hicks laut "CNN" zu, im Namen Trumps "Notlügen" getätigt zu haben. Dies habe aber keine "substantiellen Angelegenheiten" betroffen. Trump soll über die Aussage Hicks' verärgert gewesen sein. 

Mächtiger Gegner

John Kelly, der ranghöchste Mitarbeiter des Weißen Hauses, soll Hicks skeptisch gegenüber gestanden haben. Ihre enge Beziehung zu Trump habe gegen das Protokoll verstoßen, dass Kelly habe durchsetzen wollen. In seinen Augen hätte der Zugang von Hicks zu Trump reduziert und der von anderen Beratern intensiviert werden sollen. "CNN" berichtet jedoch, mehrere Quellen beharrten darauf, dass Hicks in keiner Weise aus ihrer Position gedrängt wurde. 
Hicks wird ihren Posten nicht sofort, sondern in den nächsten Wochen räumen, heißt es. US-Medien spekulieren über Mercedes Schlapp, 45, als ihre Nachfolgerin. Es ist ein schweres Erbe, dass die "Trump-Versteherin" Hicks hinterlässt. 

Donald Trump und Melania Trump sind das wohl umstrittenste Präsidentenpaar der US-Geschichte
jre Gala


Mehr zum Thema


Gala entdecken