Treffen mit Amoklauf-Opfern : Kaum zu glauben, für was Donald Trump einen Spickzettel braucht

Mit einem handgeschriebenen Notizzettel blamiert sich Donald Trump bei einem Termin im Weißen Haus 

Donald Trump brauchte bei einem Termin im Weißen Haus am 21. Februar einen Hilfszettel 

In einem Tweet verkündete Donald Trump, 71, Anfang Januar nach Kritik an seiner geistigen Fähigkeiten, er sei in Wahrheit ein "Genie". Dass auch ein (selbsternanntes) kluges Köpfchen Hilfe braucht, zeigte sich am Mittwoch im Weißen Haus.

Donald Trump greift zum Spicker

Der US-Präsident hatte Überlebende sowie Angehörige von Opfern des Highschool-Amoklaufes von Parkland, Florida, zum Gespräch eingeladen. Ein heikler Termin für Trump. Während er den Gebrauch von Schusswaffen befürwortet und künftig sogar Lehrer damit ausstatten will, ist in der Bevölkerung die Debatte um ein schärferes Waffengesetz neu entbrannt. Heißt für den Präsidenten: Bei dem Treffen mit Schülern und Eltern bloß nicht ins Fettnäpfchen treten. Zur seiner eigenen Unterstützung griff Trump zu einem altbekannten Trick: Pressefotos zeigen, wie er ein weißes Blatt mit Notizen in der Hand hält - ein Spickzettel.

Verona Pooth

Sohn Diego würde erste Freundin vor ihr verheimlichen

Verona Pooth, Diego Pooth
Ein Herz und eine Seele sind Verona Pooth ihr Sohn Diego natürlich, doch der Teenager hält mit seiner Meinung über seine Mutter nicht hinterm Berg.
©Gala

Das steht auf dem Zettel des US-Präsidenten 

Fünf Stichpunkte hatte sich Trump gemacht, vier davon sind - ob aus Kalkül oder purer Schusseligkeit - zu lesen. "Was wollen Sie mir am dringendsten über das Erlebnis erzählen?", "Was können wir tun, damit Sie sich sicher fühlen?", "Ressourcen? Ideen?" und "Ich höre Ihnen zu." Abgesehen von der Existenz eines Spickers an sich sorgt vor allem die letzte Notiz  bei vielen für Unverständnis. Twitter-User kommentieren:

  • "Ich höre dich" und "Was können wir tun, um zu helfen?" Das ist keine Vorbereitung. Das heißt so viel wie: "Versuche, deinen ausgehungerten Narzissmus unter Kontrolle zu halten, bis du dich für die NRA [National Riffle Asscociation] einsetzen kannst." Können die Erwartungen an Trump noch tiefer sinken?
  • Trump fehlt es nicht nur an natürlichem Einfühlungsvermögen, es fehlt ihm auch an Training, wie man in der Öffentlichkeit spricht. Sogar die gefühlloseste Person darauf kommen, wie man Empathie vortäuscht. Aber er braucht Notizen, um sich daran zu erinnern, "Ich höre dich" zu sagen."
  • "Anscheinend wurde eine Analyse von auf Trumps Handschrift auf dem Spickzettel gemacht und es scheint, das ihn Ivanka geschrieben hat. Ich bin jetzt vollkommen davon überzeugt, dass er Demenz hat und sie im Weißen Haus ist, um Schadenbegrenzung zu betreiben."
  • Ein anderer User postet eine Foto-Collage, um sein Problem mit Trump auf den Punkt zu bringen. Links zu sehen: der Spicker. Rechts zu sehen: Barack Obama, der im Dezember 2012 während einer Rede über die 26 Opfer des Sandy-Hook-Amoklaufes geweint hatte. Größer könnte der Unterschied zwischen den beiden Präsidenten im Umgang mit dem Thema Amoklauf wohl nich sein.

Der Versuch, die Gemüter der Waffengegnern und -befürworter durch das Treffen im Weißen Haus zu beruhigen und Trump in einem emphatischen Licht darzustellen - durch den Spicker erhielt er einen Dämpfer. 

Bei dem Amoklauf an der "Marjory Stoneman Douglas High School" in Parkland, Florida, erschoss der ehemalige Schüler Nikolas Cruz am 14. Februar 2018 17 Menschen.  In einer aktuellen Umfrage des TV-Senders "CBS" sprachen sich fast zwei Drittel der 1012 befragten Amerikaner für eine Verschärfung des Waffengesetztes aus.

 

 

 

 

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