Donald Trump: Irrer Streit um den Buchstaben "D"

US-Präsident Donald Trump legt sich mit dem angesehenen "Wall Street Journal" an, weil das ihn falsch zitiert haben soll - und das ausgerechnet bei einem Thema, das für Zündstoff sorgt

Donald Trump führt einen kuriosen Streit mit der "New York Times"

Donald Trump führt einen kuriosen Streit mit der "New York Times"

Sich mit den Medien zu streiten ist eine der Lieblingsbeschäftigungen von US-Präsident , 71. Der jüngste Zoff mit einer Zeitung dürfte als einer der absurdesten in die Analen von "Trump vs. Fake News" eingehen: Die Parteien liegen sich wegen einem "d" in den Haaren.

Donald Trump ist sauer 

Es sind oft die kleinen Dinge im Leben, die eine große Wirkung erzielen. Das bekommt jetzt auch Donald Trump zu spüren, der dem "Wall Street Journal" ein Interview gegeben hat und das jetzt für großen Ärger sorgt. Der Vorwurf des Präsidenten: Das Wirtschaftsmagazin soll ihn absichtlich falsch zitiert haben - und das durch das Entfernen eines nur einzigen Buchstabens! Dabei soll es sich um ein kleingeschriebenens "d" handeln, das im Englischen einen entscheidenden Unterschied macht: den Konjunktiv.

Ein Satz, zwei Meinungen

In dem Artikel wird das Trump-Zitat so wiedergegeben: "I probably have a very good relationship with ." Auf deutsch also: "Ich habe wahrscheinlich eine sehr gute Beziehung zu Kim Jong-un." Die Leser sind erstaunt. Seit Monaten liefern sich Trump und der nordkoreanische Machthaber einen öffentlichen Schlagabtausch auf Twitter, provozieren sich gegenseitig bis zum Äußersten. Oder ist in Wahrheit doch alles ganz anders, wie Trump es in seinem Statement für das "Wall Street Journal" behauptet? Der Chef im Weißen Haus sagt "Nein" und unterstellt den Reportern, durch das Weglassen des Buchstaben "d" den Sinn seines Satzes verändert zu haben. Seiner Meinung nach habe er gesagt: "I'd probably have a very good relationship with Kim Jong-un." Das "d " ist eine Abkürzung für "would", also den Konjunktiv. Auf deutsch hieße es dann: "Ich könnte wahrscheinlich eine sehr gute Beziehung zu Kim Jong-un haben." Wenn der 71-Jährige denn wollte, was er augenscheinlich nicht tut. 

Donald Trump im Regen

Warum dieses Foto für Empörung sorgt

17.01.2018

Donald Trump am Palm Beach International Airport am 15. Januar 2017


Wer hat Recht im Streit um das "d"?

In einem Tweet beschwert sich Trump über die absichtlich falsch abgedruckte Interviewzeile. "Das habe ich nicht gesagt. (...) Zum Glück zeichnen wir Gespräche mit Reportern auf." Stimmt. Sowohl das Weiße Haus als auch das "Wall Street Journal" haben das Interview zum Nachhören ins Internet gestellt. Allerdings trägt auch dies nicht zur Klärung des Streitfalles bei: Ob Trump das "d" wirklich ausgesprochen hat oder nicht, ist für viele nicht eindeutig erkennbar. So sind die User geteilter Meinung. Und Sie? Hören Sie selbst!

Die Version des Weißen Hauses


Die Version des "Wall Street Journals"



Donald Trump tapst - oder besser gesagt: SPRINGT - mit beiden Beinen ins Super-Fettnäpfchen. Was er sich bei einem Footballspiel in Atlanta geleistet hat, sehen Sie im Video. 


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