Donald Trump Einreiseverbot für Muslime

Donald Trump
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Der republikanische Präsidentschaftsbewerber hat wieder mit rassistischen Bemerkungen Aufregung verursacht: Er unterstellte Muslimen Hass auf US-Bürger und will ihnen nun die Einreise in die USA verbieten

Jetzt will er also die Grenzen wirklich dicht machen. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump, 69, hat als Reaktion auf die mutmaßliche Terrorattacke von San Bernardino ein völliges Einreiseverbot für Muslime in die USA gefordert. Muslime, sagt er, sollten seiner Ansicht gar nicht mehr in die USA einreisen dürfen, jedenfalls so lange nicht, bis klar sei, "was vor sich geht".

Vollständige Schließung der Grenzen

Donald Trump hat wegen des Massakers von Kalifornien die "vollständige und komplette Schließung" der Grenzen für Muslime gefordert. Der Geschäftsmann verwies dabei auf Umfragen, die "in breiten Teilen der muslimischen Bevölkerung" einen "großen Hass auf Amerikaner" feststellten, der "jenseits aller Vorstellungskraft" liege.

Trumps Forderung kommt wenige Tage nach einer mutmaßlichen Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen erschossen wurden. Eine Täterin hatte sich vor der Attacke als Anhängerin der Terrormiliz Islamischen Staat offenbart. Die beiden Täter waren Muslime. Trump erklärte: "Solange wir dieses Problem und die damit verbundenen Gefahren nicht verstehen, darf unser Land kein Opfer der Attacken von Leuten werden, die an den Dschihad glauben."

Empörung in den USA

Das Weiße Haus erklärte, Trumps Forderung sei vollkommen konträr zu den Werten der USA. Ben Rhodes, stellvertretender nationaler Sicherheitsberater des Präsidenten, erklärte "CNN": "Wir haben die Anerkennung der Religionsfreiheit in unserer Verfassung." Amerikanische Muslimvertreter sagten, Trump klinge wie der Anführer eines Lynchmobs. Selbst die republikanische Mitbewerber rückten mit zum Teil harschen Worten von Trumps Statement ab. Es gab von keinem Kandidaten Zustimmung. Jeden Tag reist nach Angaben des US-Grenzschutzes fast eine Million Menschen in die USA ein. Schon angesichts dieser Zahlen ist Trumps Forderung nicht realistisch. Präsident Barack Obama hatte erst am Sonntag in einer Rede an die Nation über die Tat von San Bernardino gesprochen und sie als Terrorakt bezeichnet. Zugleich hatte er eindringlich vor Islamophobie gewarnt und die Muslime weltweit gebeten, zum Partner im Kampf gegen die Dschihadisten zu werden.

pei Gala

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