Domenico Dolce + Stefano Gabbana: Presse unerwünscht

Domenico Dolce und Stefano Gabbana wollen einen geplanten Enthüllungsartikel in der US-"Vanity Fair" verhindern. Dabei haben sie noch ganz andere Probleme. Eine "Gala"-Nahaufnahme

Stefano Gabbana, Domenico Dolce

Es muss den beiden wie Majestätsbeleidigung vorkommen. Als würde jemand versuchen, die selbst ernannten Modegötter Italiens vom Thron zu stoßen. Gerade wurde bekannt, dass das amerikanische Magazin "Vanity Fair" einen großen Enthüllungsartikel über die Machenschaften des Designer-Duos Dolce & Gabbana plant. Um ihre Verurteilung wegen Steuerhinterziehung von über 200 Millionen Euro soll es in dem Bericht gehen, außerdem um die Bewährungsstrafe von jeweils eineinhalb Jahren, zu der sie deshalb im April verurteilt wurden - und darum, wie es den beiden gelang, den Fiskus auszutricksen. Also nichts, was sie in einem der wichtigsten US-Magazine gerne über sich lesen möchten. Falls die Geschichte nicht gestoppt werde, so drohten die Italiener prompt, werde ihre Firma alle Anzeigen bei Condé Nast zurückziehen. Pro Jahr würde das für den Verlag einen Verlust von mehreren Millionen Euro bedeuten.

Ihr größtes Ass zogen Dolce & Gabbana für alle Fälle schon mal aus dem Ärmel: ihre Vertraute Anna Wintour. Die einflussreiche "Vogue"-Chefin war vor gut einem Jahr zur künstlerischen Direktorin aller Condé-Nast-Zeitschriften - also auch der "Vanity Fair" - ernannt worden. Sie solle die Story killen, forderte das Duo laut "New York Post". Eine kitzlige Sache, denn "Vanity Fair"-Chef Graydon Carter reagiert auf Interventionen von außen äußerst bockig. Als Gwyneth Paltrow vor einiger Zeit eine Geschichte über ihre marode Ehe verhindern wollte, machte er dies öffentlich - und sie damit lächerlich. Carters Ansage an Kollegin Wintour fiel dementsprechend deutlich aus: Die Story wird erscheinen! Pech für die Jungs.

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Deren radikales Vorgehen überrascht "Gala"-Fashion-Director Marcus Luft keineswegs: "In der Branche gelten Dolce & Gabbana als Sonnenkönige." Weil sich die zwei auch in der eigenen Firma wie kleine Diktatoren aufführen, wechseln mittlerweile immer mehr Mitarbeiter zum Konkurrenz-Label Dsquared2. Wie unangenehm Domenico Dolce und Stefano Gabbana werden können, durfte "Gala" bei einer ihrer Shows beobachten. Da nahm eine Moderedakteurin, die stellvertretend für ihre Chefin angereist war, auf dem reservierten Stuhl in der ersten Reihe Platz. Dem Designer-Duo gefiel das überhaupt nicht: Prompt flatterte der Chefredakteurin ein Beschwerdebrief ins Büro.

Um den aktuellen Konflikt zu entschärfen und bei ihren Designer-Freunden gut Wetter zu machen, reiste Anna Wintour jüngst nach Capri. Ihr Trip endete erfolgreich - für sie selbst. In der US-"Vogue" werden weiter Dolce-&-Gabbana-Anzeigen erscheinen. In Graydon Carters "Vanity Fair" allerdings wird man sie in Zukunft wohl vergeblich suchen. Dafür wird es dort eine spannende Geschichte zu lesen geben.

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