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Die Windsors Auf Dauer zu teuer


In wirtschaftlich schwierigen Zeiten leisten die Windsors ihren Beitrag, die öffentlichen Kassen zu entlasten - und sparen an sich selbst

Spricht die Queen von ihrer Familie, bezeichnet sie diese gern als "Firma".

Und tatsächlich kann man die Royal Family als kleines Familienunternehmen betrachten. Sechzehn Mitglieder arbeiten Vollzeit für die Krone - und bekommen dafür zwischen 141 000 und 359 000 Pfund im Jahr. So war es jedenfalls bis jetzt. Während die britische Regierung Einschnitte bei den öffentlichen Ausgaben verordnet hat und viele Bürger die Gürtel enger schnallen müssen, hat auch die Queen zugestimmt zu sparen - und zwar bei der eigenen Familie. In einem historischen Schritt wird in diesem Monat die sogenannte Civil List abgeschafft, die bislang regelte, welche Royals wie viel Apanage vom Staat erhalten. Von nun an muss die Queen alle "Gehälter" ihrer Verwandten aus den Mitteln des Crown Estate zahlen, aus den Erlösen ihrer Ländereien. Die Neuregelung bedeutet für sie, dass sie pro Jahr sechs Millionen Pfund einsparen muss.

Aber wo soll die Queen den Rotstift ansetzen? Auf die effizientesten Mitglieder der Königsfamilie kann und will sie natürlich nicht verzichten - Prinz Charles nahm im Jahr 2010 insgesamt 585 Termine für die Krone wahr, Prinzessin Anne 514, Prinz Philip 358 und Camilla immerhin noch 243. Vielmehr wird es, wie in der Wirtschaft üblich, darauf hinauslaufen, freiwerdende Stellen nicht neu zu besetzen. Zu den Auslaufmodellen gehören die "niederen Royals" wie der Herzog von Gloucester, 67, der Herzog von Kent, 69, und Prinzessin Alexandra, 74 - zwei Cousins und eine Cousine der Queen, die zwar seit Jahrzehnten etliche Termine für die Krone wahrnehmen, deren Arbeit aber kaum öffentliche Beachtung findet. Palast-Insider sind sich einig, dass Prinz Charles, 63, wenn er erst einmal König ist, nicht mehr so großzügig mit Jobs für die lieben Verwandten umgehen wird wie einst seine Mutter. Stattdessen dürfte sich Charles in Zukunft auf die "höheren Royals" konzentrieren - und ganz besonders auf die Mitglieder seiner direkten Familie. Die öffentliche Meinung dürfte das begrüßen: Einerseits, weil es immer gut ankommt zu sparen, und andererseits, weil die Prinzen Harry, 27, und William, 29, sowie dessen Frau Catherine, 30, zu den beliebtesten Mitgliedern der Royal Family zählen.

Zum Geburtstag der Queen (hier eine Flugschau im Sommer 2010) kommen alle Windsors auf dem Balkon des Buckinghampalace zusammen.
Zum Geburtstag der Queen (hier eine Flugschau im Sommer 2010) kommen alle Windsors auf dem Balkon des Buckinghampalace zusammen.
© Reuters

Am härtesten treffen die Sparmaßnahmen Charles’ Nichten und Neffen, allen voran die Prinzessinnen Beatrice, 23, und Eugenie, 22. Obwohl Prinz Andrew, 52, seine Töchter gern im Dienst der Krone sehen würde, ist für die jungen Frauen schon jetzt kein Platz im neuen verschlankten Windsor- Betrieb. Während Eugenie derzeit noch in Newcastle Kunstgeschichte studiert, hat Beatrice ihren Abschluss in Geschichte schon vor einem Jahr gemacht und steht seitdem praktisch auf der Straße. Ein Schicksal, das Prinz Edward, 48 und seiner Frau Sophie, 47, eine Warnung sein dürfte. Noch sind James, 4, und Louise, 8, klein, doch ihre Eltern sollten sie schon jetzt darauf vorbereiten, sich eines Tages einen "richtigen" Beruf zu suchen. Keine leichte Übung: Ist ein Royal auf dem normalen Arbeitsmarkt erfolgreich, heißt es, er würde bevorteilt werden. Scheitert er, ist ihm die öffentliche Schmach gewiss. Stefanie Richter Mitarbeit: Arndt Striegler

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