Demi Moore Die Entscheidung

Demi Moore
© Reuters
Die eigene Ehe in der Krise, die Töchter erwachsen - und nun auch noch das: Ihr Ex wird noch mal Vater. Für Demi Moore genau der richtige Zeitpunkt, sich auf ihre Stärken zu besinnen

Es ist ein Gefühl, das viele Frauen kennen und vor dem alle Angst haben:

dieses Gefühl, wenn man hört, dass der Ex mit seiner Neuen ein Baby bekommt. Demi Moore, die am 11. November 49 Jahre alt wird, muss diese Nachricht gerade jetzt verkraften, da sie in einer tiefen Krise steckt. Mitten in ihre Ehe-Malaise mit Ashton Kutcher, 33, knallte die News: Ex-Gatte Bruce Willis, 56, und seine junge Frau Emma Heming, 35, werden Eltern. "Anfang nächsten Jahres", wie Sprecherin Samantha Mast gegenüber "Gala" sagte. "Das Paar ist überglücklich und freut sich auf das neue Familienmitglied." Wer Demi je erlebt hat, weiß: Sie würde sich so gern mit Bruce freuen! Auch nach der Scheidung hatten die beiden immer engen Kontakt, lebten das Ideal einer Patchworkfamilie. "Für ihn war es beruhigend zu sehen, dass ich jemanden gefunden habe, der mich so glücklich macht", sagte Demi in einem Interview, nachdem sie sich in Ashton verliebt hatte. "Und ich habe mir so sehr gewünscht, dass ihm dasselbe passiert." Als er 2009 Emma heiratete, feierte sie mit dem Paar. Entspannt, locker, heiter.

Jetzt sind andere Qualitäten gefragt. "Arme Demi!", lautete die Reaktion auf das kommende Bruce-Baby. Auch Demi hätte so gern ein Kind mit Ashton bekommen. Arme Demi? Oder doch eher: starke Demi? Schon zu Beginn der Affärengerüchte um Ashton waren viele besorgt, dass der Schock Demi Moore ein zweites Mal aus der Bahn werfen könnte. Das erste Mal passierte es vor 30 Jahren. Als junge Schauspielerin kam sie mit dem Stress nicht zurecht, trank immer mehr Alkohol, schnupfte immer mehr Kokain - und wurde süchtig. Doch sie hatte die Kraft, einen Entzug zu starten, und schaffte es, von den Drogen wegzukommen. Seitdem hatte sie ihr Leben immer unter Kontrolle. Ihre Ehe mit und ihre Scheidung von Bruce Willis: skandalfrei und perfekt. Ihr Aussehen: perfekt dank viel, viel Sport und OPs, warum auch nicht. Ihr Lächeln: ebenfalls perfekt.

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2005, da war sie schon zwei Jahre mit Ashton zusammen, sagte Demi: "Definitiv wollen wir Kinder, und wir arbeiten hart daran. Wir lieben Kinder. Ich liebe es, Mutter zu sein. Meine Familie ist die größte Freude meines Lebens, alles andere ist nur ein Bonus." Mit Bruce hatte sie drei Töchter bekommen, sich während der Schwangerschaft mit Scout, der zweiten, nackt und stolz fürs "Vanity Fair"- Cover ablichten lassen. Mit Ashton klappte es nicht, noch ein Kind zu bekommen. Dass Bruce und Emma jetzt Nachwuchs erwarten, dürften Demi und Ashton schon eine Weile wissen. Demi und ihre Tochter Rumer besuchten Ashton wenige Tage vor der offiziellen Verkündigung am Set von "Two And A Half Men". "Er legte seinen Arm um seine Frau", berichtet ein Augenzeuge. "Sie sprachen miteinander und lächelten sich an." Demi habe den Tag in Ashtons Luxustrailer verbracht. Verständlich ist, dass Demi gerade jetzt ihre Familie um sich haben will. Ihre fast erwachsenen Töchter - und vielleicht auch ihren Mann. Wochenlang haben die beiden zu den Gerüchten geschwiegen. Eine Tuschel-Spirale aus Sex, heimlichen Kindern, Verrat, Lügen. Kein offizielles Statement dazu. Stattdessen sprachen sie stundenlang mit ihrem Kabbala-Berater über ihre Ehe.

Ob diese Ehe noch zu retten ist, kann nur Demi Moore entscheiden. "Gala"-Autorin Tatjana Detloff traf sie und Ashton vor einem Jahr im österreichischen Linz: "Ich habe da ein Traumpaar gesehen. Ihre zärtlichen Gesten wirkten authentisch, rührend. Die ganz große Liebe eben. Sie waren dort für ihre gemeinsame Stiftung. Mit ganzem Herzen, das sah man, kämpfen sie Seite an Seite gegen Menschenhandel und Missbrauch." Eine große Sache, die verbindet. Zu diesem Projekt twitterten die beiden vergangene Woche trotz des ganzen Trubels ... Klingt nach der Harmonie früherer Jahre. Doch Demi Moore weiß, dass für sie jetzt eine neue Lebensphase beginnt, mit oder ohne Ashton. Ihre Mädels sind erwachsen und aus dem Familienhaus, in dem Ashton "Dad Nummer zwei" war, ausgezogen. Demi sucht neue Herausforderungen, hat inzwischen als Regisseurin gearbeitet, ein Film mit Miley Cyrus kommt 2012 ins Kino. Man hat den Eindruck, diese Projekte waren ein Schnupperkurs für ein neues Leben. So stark Demi meistens wirkt - sie muss sich ihrer Stärke immer wieder neu versichern. "Ich hatte die Grundüberzeugung, dass ich nichts bin", sagt sie über ihre frühen Jahre. Mit 16 ging sie nach Hollywood: Sie wollte ihre instabile Kindheit hinter sich lassen. Ihr Vater, arbeitslos und spielsüchtig, und ihre Mutter ließen sich scheiden, bevor das Kind geboren wurde. Ihre Mutter heiratete wieder, die Familie zog 40 Mal um. In Hollywood jobbte sie als Pinup-Girl, heiratete mit 18 den Musiker Freddy Moore und erkämpfte sich schließlich eine Nebenrolle in der TV-Serie "General Hospital". Dann kam der Film, der ihr Leben veränderte: "St. Elmo’s Fire". Sie spielte eine Drogensüchtige - und wurde selbst eine. Nach nur zwei Wochen Rehab kehrte sie stärker denn je zurück. Mit Filmen wie "Ghost" und "Ein unmoralisches Angebot" rührte sie viele Millionen Zuschauer. Es war ihre Stärke, in die Ashton Kutcher sich 2003 verliebte.

Demi Moore sucht neue Herausforderungen: Den Schritt ins Regiefach wagte sie 2008 mit dem Kurzfilm "Streak", Teil eines Projekts
Demi Moore sucht neue Herausforderungen: Den Schritt ins Regiefach wagte sie 2008 mit dem Kurzfilm "Streak", Teil eines Projekts über wahre Lebensläufe. In dem Coming-of-Age-Drama spielte ihre Tochter Rumer mit. 2011 inszenierte Demi eine Episode des Filmprojekts "Five".
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"Demi gönnt sich einen Toyboy", höhnte Hollywood zu Beginn über die 16 Jahre Altersunterschied, doch Demi hörte nur auf ihr Gefühl. "Wichtig ist doch vor allem, sich selbst zu vertrauen", sagte sie. Daran arbeitet sie jetzt. Und vielleicht kann auch Ashton ihr Vertrauen zurückgewinnen. Gibt es dafür klassische Glücksstrategien? Der Hamburger Psychologe und Paartherapeut Dr. Elmar Basse empfiehlt "eine gemeinsame Auszeit, in der sich beide schöne Erlebnisse verschaffen und sich bewusst machen, was in ihrer Ehe gut und wichtig ist". Zum Beispiel dies: Demi hat sich, genau wie die griechische Göttin Demeter, nach der sie benannt wurde, lange Zeit vor allem um andere gekümmert und darum, was andere von ihr denken. Diese Zeiten sollten vorbei sein. Jetzt ist sie dran.

Bettina Lüke Mitarbeit: Bettina Klee

gala.de


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