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David Garrett "Heiraten? Das gehen wir locker an"

David Garrett spielt auf einer Bühne Geige
Seit seinem vierten Lebensjahr übt David Garrett täglich, früher angeleitet vom ehrgeizigen Papa, der selbst von einer Geiger-Karriere träumte. 
© Andreas Rentz / Getty Images
Star-Geiger David Garrett über die Familienplanung, seinen Putzfimmel – und seine Kindheit unter der Fuchtel seines Vaters. 

Schön, David Garrett, 41, wieder zu sehen! Zwar noch nicht live auf der Bühne – seine nächste Tour ist für den Herbst geplant –, aber zum Gespräch über sein jüngstes Werk, ein Buch. Auch darin geht es viel um Musik – und die Erinnerungen des 41-Jährigen an seinen oft mühsamen Aufstieg zum Superstar und Liebling der Frauen. 

David Garrett: Hier lagert er seine Geigen

GALA: Könnten Sie eine Frau eigentlich mehr lieben als Ihre Geige?

Ich hoffe doch! Die Geige bleibt ein Objekt – eine Frau ist ein wunderbarer Mensch. Na ja, im Idealfall. (lacht)

Der für Sie offensichtlich wahr geworden ist. 

Ja, mit meiner Freundin bin ich seit fast drei Jahren zusammen und unzertrennlich. Ihren Namen verrate ich aber nicht. 

Planen Sie Heirat und Kinder? 

Auch da sind wir gleich gepolt und lassen das Ganze locker angehen. Momentan ist das noch kein Thema.

Wer zu Hause putzt, steht aber fest: Sie. Sie freudeln gerne. Und das trotz Ihrer wertvollen Hände.

Ich muss meine Hände nicht schonen, ich bin ja nicht aus Zucker! Aber es stimmt: Ich mag es, wenn's sauber ist. 

Putzen hat für mich fast etwas Meditatives

Außerdem komme ich aus normalen Verhältnissen und kenne es nicht anders, als dass man selbst für Ordnung sorgt. Alles, was ich mir heute leiste, sei es ein Stuhl oder ein Tisch, habe ich mir erarbeitet. Ich empfinde es als Zeichen des Respekts, dass ich die Sachen hege und pflege. 

Wie Ihre Geigen.

O ja. Einige liegen im Banktresor, andere bei mir zu Hause. Das wechselt, je nachdem, was ich vorhabe. Auf Klassik-Tour beispielsweise benutze ich nur die hochwertigsten meiner sechs wunderbaren italienischen Geigen.

Schon mal aus Wut eine runtergeschmissen?

Sind Sie des Teufels? (lacht) In all den Jahrzehnten ist mir das noch nie in den Sinn gekommen. Meine Liebe gilt ja nicht nur der Musik, sondern auch dem Instrument. Die Geige ist ein Teil von mir. Und mich selbst würde ich ja auch nicht hauen. 

Kann Ihre Geige Sie trösten, etwa bei Herzschmerz? 

Da hilft leider auch die Musik nicht. Das Tal der Tränen nach einer Trennung muss jeder selbst durchwandern – auch ich.

Wie viele Stunden üben Sie am Tag?

Pflichtprogramm sind zweieinhalb, drei Stunden. Alles darüber ist die Kür. 

Und wenn Sie mal keine Lust haben?

Es gibt Tage, an denen auch mich das Wetter nach draußen lockt. Dann spiele ich eben, wenn ich wieder daheim bin. Ganz lassen kann ich es nicht. 

Ich würde auf meine Kinder keinen Druck ausüben

Wie viel Prozent Arbeit stecken hinter Ihrem Erfolg, und wie viel ist Talent?

95 Prozent Arbeit. Talent haben viele. Aber die dazugehörige Disziplin nur die wenigsten.

Wie kommt man zu so einem Durchhaltewillen?

Seit ich vier Jahre alt war, gibt es für mich keine andere Option. Die Disziplin wurde mir anerzogen.

Würden Sie Ihre eigenen Kinder ebenfalls in dieser Weise – nennen wir es mal: fördern?

Fördern ist ein schöner Begriff: Fördern würde ich sie auf jeden Fall. Würde ich Druck ausüben? Nein. Braucht es Druck, um sehr früh sehr gut zu sein? Ja, definitiv.

Wurde Ihnen dieser Druck manchmal zu viel?

Ich wollte ja selbst Erfolg haben. Aber mein Vater war schon sehr hinterher, dass es bei mir läuft. Hinter jedem begabten Kind steckt ein ambitioniertes Elternteil. Nach etwas Abstand verstehen wir uns wieder wunderbar. 

Auch die Optik ist bei Ihnen wichtig, Ihre langen Haare sind Ihr Markenzeichen. Ein Friseur hat sie durch Färben mal so verhunzt, dass sie büschelweise ausfielen.

Ein halbes Jahr lang konnte ich nichts mit meinen Haaren anfangen, außer sie mit Kuren aufzupäppeln. Heute ist aber wieder alles gut. Einmal in zwei Tagen waschen, Conditioner rein, und die Frisur sitzt.  

Im Buch beschreiben Sie eines Ihrer Hobbys: Sie gehen gern auf Wohnungssuche.

Am liebsten in New York. Wenn ich am Wochenende spazieren gehe, tippe ich auf die App "StreetEasy". Die zeigt mir, ob es irgendwo in der Nähe gerade ein Haus oder eine Wohnung zu besichtigen gibt. Ich genieße diese Termine, es fühlt sich an wie ein Museumsbesuch, nur ohne Kunst.   

Außer in New York oder Berlin leben Sie auch auf Mallorca. Was schätzen Sie so sehran dieser Insel?

Die Sonne. Die Natur. Und die Luft! Ich wohne in einem Haus mit Meerblick. Es erdet mich, viel draußen zu sein und morgens mit dem ersten Kaffee in der Hand von der Terrasse aufs Wasser zu schauen. Das fühlt sich einfach sehr friedlich an.  

Gala

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