David Frost Tod auf Kreuzfahrt

Sein hartnäckiges Interview mit Ex-US-Präsident Richard Nixon machte den britischen Journalisten David Frost weltberühmt. Nun starb der 74-Jährige an Herzversagen

Zu Lebzeiten interviewte David Frost die mächtigsten und populärsten Menschen der Welt. Ob Boxer Muhammad Ali, Oscar-Preisträger George Clooney oder Ex-Präsident George W. Bush - sie alle nahm der britische Moderator verbal in die Mangel. Nun ist der gefürchtete Interviewer überraschend im Alter von 74 Jahren verstorben.

Wie seine Familie dem Nachrichtensender "BBC" am Sonntag (1. September) mitteilte, erlag der Fernsehjournalist am Samstag (30. August) einem Herzinfakt. Frost befand sich zum Zeitpunkt seines Todes an Bord des Kreuzfahrtschiffs "Queen Elizabeth", auf das man ihn zu Vorträgen eingeladen hatte.

Sir David Frost startete seine Fernsehkarriere in den sechziger Jahren mit der Moderation der satirischen Sendung "That Was The Week That Was". Den Durchbruch schaffte der Meister des Interviews mit seinem legendären Rededuell mit Ex-US-Präsident Richard Nixon.

Als der Spitzenpolitiker 1977 gegenüber Frost Platz nahm, ahnte er nicht, dass dieser ihm in den kommenden Stunden sein tiefstes Geheimnis entlocken würde. Mit seinen hartnäckigen Fragen zwang Frost den damaligen Präsidenten verbal in die Knie. Erstmals beichtete Nixon damals vor einer Kamera seine Verwicklung in den brisanten "Watergate-Skandal" und gestand öffentlich, die Interessen der amerikanischen Bevölkerung verraten zu haben. Das Interview schrieb Fernsehgeschichte und wurde im Jahr 2008 von Regisseur Ron Howard unter dem Titel "Frost/Nixon" verfilmt.

Zuletzt arbeitete David Frost für den arabischen TV-Sender "Al Dschasira English". Von 2006 bis 2012 leitete er hier die wöchentliche Nachrichten- und Interview-Sendung "Breakfast with Frost". 2013 ging das Format "The Frost Interview" auf Sendung.

Neben seiner erfolgreichen Karriere im Fernsehgeschäft war Frost auch als Autor und Filmproduzent aktiv. 1993 wurde er von der Queen in den Ritterstand erhoben. Er hinterlässt seine Frau Lady Carina Fitzalan-Howard und drei Söhne.

csc


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